In den Frühling chillen…

 

Der Schaukelstuhl ist ein Möbel für all jene, die zwar sitzen, aber auf keinen Fall still sitzen möchten. Das trifft nicht nur auf den hyperaktiven Zappelphilipp zu. Das langsame Hin und Her, das allmähliche Einschwingen, hat auch seine meditativen Seiten. Der Schaukelstuhl versetzt den menschlichen Körper sachte in Bewegung. Dadurch nimmt der Sitzende den Raum aus einer Perspektive der leichten Unschärfe wahr, was angenehme Erinnerungen an das kindliche Geschaukeltwerden wach ruft. Einmal in Gang gesetzt, pendelt das Möbel vor und zurück. Doch käme diese Bewegung in kürzester Zeit zum Stillstand, wäre der Schaukelnde nicht bereit, an den Umkehrpunkten minimal sein Gewicht zu verlagern, sich mit den Füßen vom Boden abzustoßen und aus der Hüfte heraus den Oberkörper leicht aufzurichten. So fällt es schwer, den Schaukelstuhl kategorial eindeutig zu fassen: Er ist Stuhl und Wiege, Ruhe- und Bewegungsmöbel zugleich. Im Gebrauch wechseln sich Phasen des Genießens der eigenen Passivität mit jenen der Sensibilisierung für geringe Aktivität ab. Wie schade, dass diese Art des chillens schon fast in Vergessengeheit geraten ist.

Wie gern in ihm gelesen und nachgedacht wird, sieht man schon daran, dass sich viele Geistesgrößen wie Abraham Lincoln, Mark Twain, Pablo Picasso John F. Kennedy mit Vergnügen im Schaukelstuhl ablichten ließen. Ihre erhellenden Einsichten scheinen sie weniger der disziplinierten, zielgerichteten Kopfarbeit am Schreibtisch als dem mit Lustgewinn verbundenen Auf-der-Stelle-Schaukeln im freien Raum zu verdanken zu haben. Ihr Glückszustand lässt sich inzwischen sogar wissenschaftlich erklären. Beim Schaukeln wird der Botenstoff Serotonin ausgeschüttet.

Die Erfindung seiner Frühform schreibt man den Shakern zu. Mitglieder dieser amerikanischen Glaubensgemeinschaft begannen Ende des 18. Jahrhunderts damit, ihre spärlich eingerichteten Wohnungen mit „Rockers” auszustatten. Wie sämtliche Möbel, die sie herstellten, entsprachen auch die Schaukelstühle dem Gebot der „anspruchslosen Einfachheit” und – wie wir heute sagen würden – der Nachhaltigkeit. Sie durften „keine überflüssige Zier” tragen. Nicht anders als die übrigen Stühle der Shaker-Produktion waren auch die Schaukelstühle in Serie und aus heimischem Holz gefertigt, verfügten über einen strohgeflochtenen oder textilen Sitz und zeichneten sich durch Klarheit der Form, ja eine regelrechte Zurschaustellung der Sprossenkonstruktion aus. Nur einen, wenn auch entscheidenden Unterschied gibt es: Die Stuhlbeine setzen eben nicht auf dem Boden auf, sondern sind an den Seiten paarweise auf zwei mondsichelförmigen Kufen befestigt.

Sogar das Image, ein staubiges Relikt der großväterlichen Welt, ein aus der Mode gekommener Nostalgieträger zu sein, dürfte sich letztlich als förderlich erwiesen haben, bietet es doch die willkommene Gelegenheit für Designer, an Traditionen anzuknüpfen und in kritischer Auseinandersetzung mit historischen Positionen Wissen, spielerische Freude und ironische Distanz unter Beweis zu stellen. Eben dieses Vor und Zurück, dieses Streben nach einer besseren Welt, die vor uns liegt, und dieses nostalgisches Sehnen nach einer besseren Welt, die in vorindustrieller Zeit untergegangen zu sein scheint, macht das Wesen des Schaukelstuhls aus: Er ist anachronistisches Vehikel und Zukunftstrip zugleich. Wo unsere Kultur ansonsten ihr Heil in der Fortbewegung, im Geschwindigkeitsrauschs des Autos, des Zugs, des Flugzeugs und der Rakete sucht, da verheißt der Schaukelstuhl durch sein stetiges Vor und Zurück eine Bewegung im Stillstand, eine Erweiterung des Bewusstseins, die keinen Anfang und kein Ende kennt und dadurch eine Freiheit im Geiste eröffnet. Ein HOCH, auf den Schaukelstuhl!

Fotos von oben nach unten: Schaukelstuhl „Nr. 1” von Thonet / Mark Twain, New Hampshire, 1905 / Woodrow Wilson, amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei, mit Reportern, 1912 / Karl Carsten mit John F. Kennedy in Washington, 1963 / Texanischer Bauer in einem Schaukelstuhl beim Lesen der Zeitschrift „The Progressive Farmer“, 1931 / Abbildung aus einem Shaker Katalog /„Jan with stockings and necklace”, Foto: Mike Powell

März 2, 2012 | Abgelegt unter: Für dich entdeckt, Interior, Interiordesign, Schaukelstuhl | Kommentare (0)

HO HO HO…

Meine Lieben, wie sieht es aus? Schon startklar für das Fest der Liebe? Gibt es noch ein bisschen Platz in eurem Terminkalender geführten Leben?

Lasst noch etwas Platz… für all die Glücksmomente am Wegesrand. Für ein paar erfüllte Wünsche, für eine erwiderte Liebe, für ein überwundenes Hindernis, für einen gelebten Traum, für ein erreichtes Ziel, für eine gebaute Brücke, für einen verrauchten Groll, für eine rettende Idee, für eine helfende Hand, für eine Stunde der Muße, für eine gelohnte Mühe, für einen verziehenen Fehler, für einen kleinen Dank und ein großes Lob, für eine durchtanzte Nacht, für ein gelöstes Rätsel, für eine kleine Dummheit, für eine glückliche Fügung, für ein gehütetes Geheimnis, für eine erteilte Lehre und gefüllte Leere, für eine gelinderte Not, für einen geraubten Kuss, für eine gewonnene Freiheit, für eine ergreifende Chance, für eine verheilte Wunde, für ein Leben voller Lebensfreude und für 366 gesunde und erfüllte Tage in 2012.

Eure Ines

Dezember 23, 2011 | Abgelegt unter: Illustration | Kommentare (0)

Bautagebuch Marrakech

Während wir uns hierzu Lande über jeden Sonnenstrahl erfreuen, sucht man in Marrakech zu dieser Jahreszeit den Schatten so oft es geht. Natürlich darf eine Kopfbedeckung nicht fehlen. Wie unterschiedlich diese aussehen kann, seht ihr auf dem Bild bei unserem Bauteam. Von links nach rechts der Architekt, meine Wenigkeit, der Koordinator, der Chef der Baufirma, der Bauleiter, der Assistent des Bauleiters. Und das BESTE: Alle heißen Mohammed! Man ruft also einmal und alle stehen zur Stelle:-) Grund meines Besuchs war die Abnahme des Rohbaus der Gästesuiten und des Poolhauses meines Hotelprojektes in Marrakech. Es ist ein tolles Gefühl wenn da auf einmal etwas zum Anfassen steht, was man sich zuvor hat einfallen lassen und bei undendlich vielen Meetings erst aufs Papier gebracht hat und das dann Stein für Stein errichtet wurde. Nun steht der Riad mit sechs Gästesuiten und das Poolhaus mit 300 qm Spa Bereich. Als nächstes wird der 25 x 20 Meter Pool gebaut, sowie die eigentliche Villa mit 1000 qm Wohnfläche. Es grenzt nahezu an ein Wunder, dass in so einem chaotischen Land alles wie am Schnürchen läuft. Kaum hat man ein Veränderungswunsch, stehen die Bauarbeiter schon wie die Bullterrier scharrend hinter einem und freuen sich darüber, schnellstens die Änderung durchführen zu dürfen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Das liegt natürlich an den wunderbaren Menschen, mit denen ich hier zusammen arbeiten darf. Liebes Bauteam, herzlichen_DANK, ihr seid das beste Team, das man sich nur wünschen darf.

An dieser Stelle vielen lieben_Dank für eure vielen schönen Wünsche zu unserer Hochzeit. Obwohl der Alltag wieder eingekehrt ist, zehren wir immer noch von unserem unvergesslichen Sommer 2011.

September 26, 2011 | Abgelegt unter: Bautagebuch, Marrakech, Über meine Arbeit | Kommentare (0)

the most beautiful day of my life…

Am 2. Juli 2011 war es soweit und ich kann euch versichern…es war der aufregendste und emotionalste Tag meines Lebens.

 JAwohl, ich will!!!

Nun ist es amtlich: “IneZ & ThömmeZ sind verheiratet”! Hey, was für ein prickelndes und freudiges Gefühl. Wenn es nach unseren Blumenkindern ging, könnten wir jeden Tag aufs neue Feiern.

Wie es sich gehört, ging es erst Mal im Convoy hupend durch die Stadt.

Unser gemeinsamer Wunsch war es, unter freiem Himmel ein richtig großes Sommerfest zu veranstalten. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter und so konnten wir die kommenden drei Tage und Nächte auf unserer Wiese am Fluss feiern, was das Zeug hielt.

Vielen lieben_Dank auch an dieser Stelle an alle Mithelfer/innen sowie Freunde, die uns tatkräftig unterstützt haben. Ohne Strom alles gar nicht so einfach…es wurden diverse Zelte mit wahrer Manneskraft aufgebaut, sowie in old fashion Manier auf 2000 qm tagelang Heu gemacht (ihr hättet mich auf dem Traktor Mal sehen müssen:-)

Wir hatten nicht nur unsere Eheringe als Symbol der Liebe, sondern auch zwei anständige Blasen vom vielen Schuften:-)

Unsere Freunde kochten vor Ort auf offenem Feuer und die Damen der Schöpfung konnten sich ganz und gar der Dekoration hin geben.

Zwei DJs, sowie die Gruppe Matou Noir begleiteten uns die kommenden Tage und Nächte mit ihrer mitreißenden Live Musik. Falls ihr die Möglichkeit habt, eines der vielen Konzerte der charismatischen Band zu besuchen: ”Hingehen, es lohnt sich”  http://www.matou-noir.de

Hier seht ihr uns beim Eröffnungs Walzer. Matou Noir war von unserer Hochzeit so angetan, dass sie uns sogar ein kleines Liedchen nach unserem Fest komponiert haben. Vielen Dank liebe Camilla, du hast uns damit ein herzzerreißend schönes Gänsehaut Geschenk gemacht.

the-wedding-song

An dieser Stelle möchte ich euch ein Zitat von meiner Freundin “Hana” nicht vorenthalten, denn ich finde sie hat es köstlich auf den Punkt gebracht:
“Wow – was für ein wunderschönes, lebendiges, romantisches, liebevolles und entspannendes Fest! Zwischen Highheels, Kopfbesteckungen, rauschenden Kleidern, Flip-Flops und Bikinis – Caipis, Wasser und viel Sekt – zwischen Hitze und Kälte, zwischen Hell und Dunkel – zwischen JA und JAwohl - ich habe mich sehr wohl gefühlt und freue mich, Euch bei diesem Schritt begleitet haben zu dürfen!”

Vielen lieben Dank an die tollsten Gäste, die man sich nur wünschen kann. Wir haben uns sehr wohl mit euch gefühlt und ihr habt uns unvergessliche Momente beschert. DANKE

Auch von unserem Patenkind Lilly (5Jahre), gibt es ein eigens für unsere Hochzeit komponiertes Liedchen, welches ich euch ebenfalls nicht vorenthalten möchte. Lilly, du bist so süß, wir lieben dich so sehr!

01-lillys-hochzeitssong-applause-mix

 

Wir sind überglücklich und freuen uns schon sehr auf unsere gemeinsame Zunkunft Hand in Hand.
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Juli 28, 2011 | Abgelegt unter: Badehaus, Bei mir Zuhause, Deko, Fotos, Garten, Hochzeit, Just Married | Kommentare (0)

Es grünt so grün wie Schwarzwaldsblüten blühen…

Hey, dieses wunderschöne Wetter ist doch unglaublich. Alles blüht frisch, bunt, abwechslungsgreich und selbst die kleinsten Blümchen zeigen sich verführerisch. Schon immer war und ist für mich die Natur das SCHÖNSTE, was es gibt und ich kann mich einfach an den Wundern die daraus entstehen nicht satt sehen.

Ich und meine Hunde genießen jede freie Minute in unserem Garten und wir staunen täglich darüber, wie alles wächst, gedeiht und welche Schmetterlinge und Falter sich von ihrer Schokoladenseite zeigen. Hier seht ihr eine meiner Lieblingsrosen mit dem Namen “Augusta Luise”. Sie sieht nicht nur herrlich aus, sondern duftet auch unwiderstehlich.

Diese Art von Frühlingsfrische stand diese Saison wohl für sehr viele Designer Pate. Wie beispielsweise hier, bei den bezaubernden Kleidern von “Natural Wonder”.

Neulich in Berlin habe ich einen ganz süßen Laden entdeckt, der sich durch und durch von Alt-Oma-Blümchen hat inspirieren lassen. Eine sehr gelungene Umkleidekabine wie ich finde, ganz zu schweigen von den honigsüßen Verkaufsdamen…

Wie, ihr sitzt die ganze Zeit vorm Rechner und bekommt überhaupt nicht mit, wie schön es draußen ist? Mein Tipp, holt euch den Frühling in Form eines selbstgepflückten Sträusschens ins Haus. Hierzu einige Anregungen mit Pfingstrosen, Gartenrosen, Geranien, Geißblatt, Wicken, Kamelien, blühender Schnittlauch, Rosmarin, Lavendel, Salbei, eben einfach alles, was euch so in die Hände fällt…

Und für alle, die sich das nicht zutrauen und sich lieber etwas aus dem Blumenladen wünschen, kann ich nur wärmstens dieses Geschäft in München empfehlen: www.blumenbinderei-bahlmann.de

Hier ein aktuelles Bild aus dem Geschäft. Kaum zu glauben aber wahr - alles echt!

Ich wünsche euch durch die Blume einen weiterhin super schönen Mai. Lasst euch von der Sonne verwöhnen und genießt, was es zu genießen gibt.

Mai 9, 2011 | Abgelegt unter: Badehaus, Bei mir Zuhause, Deko, Garten | Kommentare (0)

New Ecology - Alles Öko, oder was?

Der Neo Öko guckt wie sein Vorfahr morgens zuerst nach den Hühnern. Diese wohnen allerdings nicht mehr in einem von löwenzahnumwucherten Bretterverschlag, sondern im futurischtischen Eglu von der Firma Omlet (was für ein genialer Firmenname) www.omlet.co.uk, das ohne Hühner rund 450 Euro kostet. Der Neo Öko isst noch immer gerne Müsli, aber er mixt es am liebsten selbst per Mausklick im Internet unter www.mymuesli.de, wo er sich 566 Billiarden verschiedene Müsli Varianten zusammen stellen kann. Montags kommt der grüne Putzdienst, am Wochenende schmeißt er seine ökologisch korrekte Party (etwa mit www.biocatering.net). Dort plaudern Gäste über das biologisch abbaubare Strick-Shirt von Armani, oder über die mit Solarzellen ausgerüstete Reware Strandtasche, mit der man beim Sonnen iPod, Handy oder Digitalkamera aufladen kann. In keinem anderen Marktsegment hat sich innerhalb so weniger Jahre so ein rasanter Zielgruppenwechsel wie in der Ökobranche vollzogen.

Mehr dazu beispielsweise in diesem wie ich finde super schön gemachten Buch Design Ecology, in dem 70 internationale Marken vorgestellt werden, die beispielhaft zeigen, wie sich das Thema GRÜN zeitgemäß kommunizieren lässt.

Es gab Zeiten, da trieb es einem schon eine grüne Farbe ins Gesicht, wenn man nur an grünes Bauen gedacht hat. Dabei geht es bei “grünem Bauen” inzwischen weniger um Architektur als vielmehr ums Überleben, wie dieser Bildband GREEN betont. Ästhetik ist sekundär, wenn es gilt, den Krieg mit der Natur zu beenden, der überhaupt erst zum Entstehen des “Asphaltdschungels” geführt hat.

 

Das Buch Green Style bietet dem Leser noch mehr alternative Lebensstile an, die Design mit einer nachhaltigen Entwicklung versöhnen. Meine Kunden wünschen immer öfters ein GRÜNES Interior Design. Das bedeutet natürliche Oberflächen, öko zertifizierte Lacke und Farben, Naturmaterialien die eine Geschichte zu erzählen haben und regionale kleine Fimen die Wert auf Umwelt und Ressourcen legen, werden bevorzugt eingesetzt. Das Thema finde ich sehr spannend, nicht nur, weil ich in einer echten Slow City lebe, sondern weil es mir am Herzen liegt, bei all dem High Tech auch ein Stückweit an die Mutter Erde zu denken. Wer hierzu wirklich etwas zu sagen hat, ist der Präsident und Slow Food Begründer Carlo Petrini in seinem neuen Buch: “Terra Madre”. Sehr empfehlenswert!

Und wann wird es draussen jetzt endlich wieder GRÜN?

Februar 24, 2011 | Abgelegt unter: Buchempfehlung, Carlo Petrini, Für dich entdeckt, Interiordesign | Kommentare (0)

Die 11

Jede Menge Strandschönheiten in Rio bei 40°, in der Stadt die niemals schläft.

So hat mein Jahr begonnen bei viel Sonnenschein und Musik. Obwohl ich beruflich in Brasilien war, konnte ich mich dem öffentlichen Leben hier natürlich nicht entziehen. Wohin man ging, Musik, Musik, Musik…

Nach fast zwei Jahren Bauzeit sind die Luxus Appartements an der Copacabana fast fertig gestellt. Nun ging es darum Möbel und Einrichtungsgegenstände zu kaufen. Dies stellte eine besondere Freude für mich dar, denn die ganzen Wohnungen werden ausschließlich mit Design Klassikern aus den 50er und 60er Jahren ausgestattet. Wenn man an Rio denkt, denkt man sicherlich nicht an Antiquitäten, aber hier gibt es vieles, was Kunstliebhaberherzen höher schlagen lässt.

Zum Beispiel Möbel von Sergio Rodrigues. “Den Möbeln in Brasilien fehlte die Art der nationalen Identität, zu der die Architektur von Oscar Niemeyer, Lúcio Costa und deren Kollegen gefunden hatte.”1956 gründete Sergio Rodrigues in Ipanema, Rio de Janeiro, ‘Oca Industries’, eine Marke, die über Jahrzehnte zum Inbegriff des modernen brasilianischen Möbeldesigns wurde. Der gelernte Architekt übernahm traditionelle Materialien wie Leder, Eukalyptus und das Holz des Jacaranda Baums. Die Nähe seiner Entwürfe zu den Ikonen brasilianischer Kultur brachten ihm 1961 auf der ‘IV. Concorso Internazionale del Mobile’ (Italien) großen Erfolg ein: er wurde für seinen ‘Mole Chair‘ mit dem ersten Preis ausgezeichnet und das MOMA in New York nahm ihn in die ständige Sammlung für Design auf. Mit seiner großen Leidenschaft für Holz entwickelte er einfache, zum Teil aber auch hochkomplexe Holzkonstruktionen für den modularen Hausbau. Zu seinen bemerkenswertesten Entwürfen zählen u.a. die Brasilianische Botschaft in Rom, die Universidade de Brasilia, der Palacio dos Arcos, das Teatro Nacional in Brasilia und der Firmensitz von Editora Bloch in Rio de Janeiro.

In Antiquitätengeschäften wie in diesem hier, wurde ich fündig und ohne zu übertreiben, aber was ich da unter anderem in einem der Hinterhöfe entdeckte, hat mir fast den Atem verschlagen…

Stellt euch vor…ganz versteckt stand hier ein alter Louis Vuitton Koffer aus dem Jahr 1890 (!). Ein absolut unverkäufliches und handgefertigtes Unikat. Die Besitzerin ist Brasilianerin und hat den Koffer in der hiesigen Werkstadt aufarbeiten lassen. Der Antiquitäten Händler erzählte, dass er in seinem dreißig jährigen Geschäftsleben noch nie so ein kostbares Stück bei ihm im Hause hatte. Der Koffer gehörte dem Uhrgroßvater der Besitzerin, welche wiederum mit dem Loreal Chef Paris verheiratet ist und eigentlich in New York lebt. Also… wenn dieser Koffer Geschichten erzählen könnte…

Szenewechsel, ein Antiquariat mitten in der Stadt. Ich werde aufgrund der Auslage der wilden Barbies aufmerksam. Drinnen ertönt über Plattenspieler Miles Davis, irgendwie ganz lässige Atmosphäre, ich tauche ein in eine längst vergangene Zeit und werde aufs Neue fündig…

Ich hatte nicht damit gerechnet in Rio alte deutsche Zeitungen zu finden, aber eine Konstanze, eine Quick und noch das ein oder andere Exemplar aus den 30er Jahren gehörten als stilmäßige Ausstattung der Appartements zu meiner Beute. Und weil ich das Plattenspielererlebnis so berauschend fand, lief ich mir auf einem Flohmarkt die Haxen ab, bis ich beglückt einen alten Phillips Plattenspieler samt Bossa Nova Scheiben fand.

Flohmarkt? Retro? Irgendwie habt ihr euch Rio ganz anders vorgestellt? Klar, wie ihr hier sehen könnt gibt es auch die weltweit berühmte Seite. Zwei Millionen Menschen an der Copacabana an Silvester…Feiern bis der Arzt kommt :-)

Januar 31, 2011 | Abgelegt unter: Bautagebuch, Food, Fotos, Für dich entdeckt, Interiordesign, Louis Vuitton, Rio, Selbstgemachtes | Kommentare (0)

HOHOHOHO!!!!

Design - was ist das? Industriell überformtes Handwerk? Etwas, das unsere Gegenwart prägt wie nichts anderes und deshalb „total” geworden ist?  Von süßen und nahrhaften visuellen Früchten aus der vorweihnachtlichen Austellungskiste. Hier bei einer Vernissage in Zürich im Museum für Gestaltung seht ihr meine Wenigkeit und meine Geschäftsfreunde Pino Ala (Fotograf) und Werner Dups (Mode Experte) aus der Schweiz.

Der vom Bundesamt für Kultur (BAK) veranstaltete Wettbewerb für Design ist eines der wichtigsten Instrumente der Schweizer Designförderung. Die Ausstellung im Museum für Gestaltung Zürich zeigt noch bis Februar 2011 die prämierten Arbeiten und gewährt einen Einblick in das junge Schweizer Designschaffen in den Bereichen Grafik, Textil- und Modedesign, Fotografie, Industrie- und Produktdesign, Schmuck, Keramik sowie Bühnenbild.

Internationale Größen wie Alfredo Häberli waren genauso dabei, wie kleinere bei uns unbekannte Designer, wie beispielsweise die Textildesignerin Sonnhild Kestler. Sie bearbeitet schon seit über 20 Jahren Stoffe im Siebdruckverfahren mit bis zu 10 Farben und schneidert daraus verrückte Mode und tolle Tücher, welche nachträglich noch mit der Hand bestickt werden. Mich haben ihre Arbeiten sehr begeistert.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber jedes Jahr kurz vor Weihnachten denke ich “Huch, jetzt schon Weihnachten”?  Ja, es ist soweit, noch in letzter Minute den Baum geschmückt, Geschenke verpackt, die letzten Telefonate geführt, Emails getippt, alles auf der To Do Liste abgearbeitet, bzw. durchgestrichen mit dem Vermerk “wird zwischen den Jahren erledigt”.

Mein Garten liegt im Winterschlaf und es ist jetzt eine gute Zeit, sich das alte Jahr noch einmal auf der Zunge zergehen zu lassen und sich auf das neue Jahr zu öffnen und auszurichten.

- Puhhh, noch einmal tief durchatmen, einen schönen Spaziergang im Schnee machen…geschafft, happy X-Mas!!! Ich wünsche euch von Herzen eine gesegnete Weihnachtszeit und einen gesunden und kreativen Start in das Neue Jahr 2011. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal ganz herzlich für eure treue Leserschaft bedanken, den vielen wohlgesonnen Emails und den Kontakten, die daraus entstanden sind. Es ist toll, dass es euch gibt.

Herzliche Grüße, bis nächstes Jahr, Eure Ines, Mimi & Pablo

Dezember 24, 2010 | Abgelegt unter: Badehaus, Für dich entdeckt, Garten | Kommentare (0)

What a day?

Also jetzt Mal Spaß beiseite…wir haben Mitte November(!) und wir befinden uns in Deutschland…von dem viele behaupten es sei ganz schön, bis auf das Wetter eben. Gestern, Sonntag, Sonne, Wärme, sanfte Wasserfarben, der Himmel in Pastell getaucht…schöner geht es doch wirklich nicht? Anbei einige schwärmerische Impressionen vom Chiemsee:

- The END -

November 15, 2010 | Abgelegt unter: Chiemsee, Fotos | Kommentare (0)

Der Winter kann kommen

Und mit ihm das islanändische Designlabel Vik Prjóndóttir, welches sich von Mythen, neuen und alten Geschichten inspirieren lässt. Es ist sowohl von der Natur als auch vom städtischen Lebensstil geprägt und glaubt dabei an “das andere”. Die Designer entwerfen auf jeden Fall humorvolle Strickware der etwas anderen Art.

Jedes Design hat seinen Ursprung in einer fantastischen Geschichte, so z. B. der flauschige Robbenanzug aus 100% natürlicher Islandwolle, in Anlehnung an ein trationelles Märchen, oder die Bartmütze, die von den früher üblichen Lammfellmützen isländischer Bauern inspiriert wurde. Diese ließen nur eine Öffnung für das Gesicht frei. Der Bart ist in der neuen Version gleich integriert.

So viel Mut zur Fantasie, aber gleichzeitig auch zur besten Qualität in solider handwerklichen Umsetzung wurde jetzt mit dem DV cultural prize (Menningarverðlaun DV) für Design belohnt. Herzlichen Glückwunsch!!!

http://www.vikprjonsdottir.com

Oktober 28, 2010 | Abgelegt unter: Fashion, Für dich entdeckt, Vik Prjóndóttir | Kommentare (0)

Identität zeigen…

Im Dirndl aufs Oktoberfest gehen alle! Weshalb nicht nur zeigen was man hat, sondern auch wo man herkommt? Ich komme nun Mal aus dem Schwarzwald und da bin ich stolz drauf. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, auf das diesjährige Oktoberfest in München in einer Schwarzwälder Tracht samt Bollenhut aufzukreuzen…

Das war sehr lustig und wirklich sehr Aufsehen erregend. Ganz viele Menschen unterschiedlichster Nationalitäten haben mich angesprochen, wollten ein Foto von mir, wollten den Bollenhut anfassen. Ich hörte Kommentare wie: “Das ist mal eine ehrliche Tracht”, oder “Ohhh wie schön, der Schwarzwald ist auch vertreten” und vieles mehr. Mir wurde bewusst, dass der Bollenhut eine multisympathische Marke ist, die wirklich fast jeder kennt. Ich fühlte mich durch und durch wohl in meinem Outfit und kann allen Schwarzwälder Mädels nur empfehlen, diesen kleinen Identitätstest bei nächster Gelegenheit einmal selbst aus zu probieren.

Derzeit kann man einen richtigen hipe zu dem Thema Schwarzwald verzeichnen. Wie z.B. hier im Kaufhaus Breuninger in Freiburg werden Schwarzwaldmädels großformatig angepriesen. Marianne Mack (Gattin des Europapark Besitzers in Rust) hat ihre erste Schwarzwald Lady Kollektion auf den Markt gebracht, um die Schwarzwälder Trachten wieder salonfähig zu machen. Es entstehen neue Geschäftsideen wie z. B. diese hier: http://www.heimatsinn-schwarzwald.de

Kuckucksuhren, Trachten, Schwarzwaldidyll: Die süddeutsche Provinz wird nicht unbedingt mit urbaner Street Art in Verbindung gebracht. In seinen Uhren-Skulpturen lässt der Künstler Stefan Strumbel Rebellentum und Tradition heftig aufeinanderprallen - und hat Erfolg.

http://www.stefanstrumbel.com/

Als der “Stern” im vergangenen Jahr Karl Lagerfeld zu dessen 75. Geburtstag sieben Seiten widmete, stand der Geschichte ein eigenartiges Foto voran: Der Jubilar ist darauf im Profil abgebildet, rechts von ihm hängt eine überdimensionale Kuckucksuhr an der Wand, verziert mit grellbunten Schnitzereien und einer Sprechblase. Der Text: “What the fuck is Heimat?”

Für den Leser blieb das ungetüme Ding ein Rätsel. “Lagerfeld mit Kuckucksuhr-Skulptur in seinem Studio in Paris. Ein Selbstporträt des Meisters eigens für den ‘Stern’”, hieß es schlicht in der Bildunterschrift. Für Stefan Strumbel, 29, jedoch war es nichts weniger als “der Ritterschlag”. Als Lagerfeld seine Strumbel-Uhr geschenkt bekam - es war ein Mitbringsel der Offenburger Hubert Burda Media zu einem Fotoshooting für ein Frauenmagazin - verglich er sie mit einem “Blumenstrauß aus Nizza”, er sagte: “Ein neuer Ausdruck von deutscher Kultur, das ist sehr stimulierend.” Und nicht nur das, Strumbel hat es sogar nebst internationalem Erfolg in die New York Times mit dem Thema Heimat geschafft. Mehr dazu in diesem Artikel:

http://www.nytimes.com/2010/02/04/realestate/04location.html?_r=1&scp=1&sq=strumbel&st=cse

Nach dem vielen Feiern haben wir HEIMWEH. Bleibt uns nur, glücklich und zufrieden “NACHHAUSE” zu schwelgen…

- The End -

Oktober 4, 2010 | Abgelegt unter: Bautagebuch, Bei mir Zuhause, Deko, Fashion, Food, Fotos, Für dich entdeckt, Illustration, Interiordesign, Selbstgemachtes, Uncategorized | Kommentare (0)

Rotterdam Amour

Anlässlich des größten Jazz Festivals der Welt, hat es mich nach Rotterdam verschlagen. Die Begrüßung, oder eher Beküssung am Flughafen von Amsterdam unterscheidet sich doch schon sehr, von dem was man so kennt.

Ganz wichtig ist natürlich ein anständiges Hotel. Was heißt denn eigentlich anständig? Darf es auch etwas unanständiges sein? Vielleicht mit Blümchengardienen und Retrokitsch, eher an eine südamerikanische Spelunke erinnernd, mit einem Hauch Orient und der Vermutung, dass die bedienenden Schönheiten wohl eher Töchter von kolumbianischen Drogendealern sind? Na dann seid ihr hier goldrichtig!

Das Hotel Bazar ( http://www.hotelbazar.nl ) besticht durch seine skurrilen Themenzimmer, einem 24 Stunden Frühstücksservice der Superlative und der besten Lage in der Strasse Witte de With. Denn das ist die absolut hippe Straße in Rotterdam mit ausgefallen Shops, Galerien, Kneipen und dem Dessous Laden von Marlis Dekkers ( http://www.marliesdekkers.com ), indem regelmäßig Madonna und die Sex in the City Girls gesichtet werden. Hier ein Buch was sich auf unserem Zimmer befand, welches sich ausschließlich dieser besonderen Straße widmet.

Unser Hotel Bazar ist natürlich auch erwähnt.

Früh übt sich..in einem der angesagttesten Designerläden ( http://www.margreetholsthoorn.nl ) gibt es selbstgemachte Ketten von Ina, 7 Jahre alt zu kaufen für sage und schreibe 59 Euro. Na wenn diesem Mädchen keine große Karriere als Designerin bevorsteht :-) Die Verkäuferin war so freundlich, mir für die Super Balls der Nachwuchsdesignerin Model zu stehen…

Die gleichen Macher haben auch einen Herrenklamottenladen ein paar Häuser weiter.

Die Räume sind preisgekrönt und wurden von dem Designer Richard Hutten ( http://www.richardhutten.com ) gestaltet. Rohe Wände, Decken und Innenleben wurde gnadenlos und frech in Hautfarben (!) gestrichen und eine Theke aus Styropor in der Farbe Türkis entworfen.  Sogar die Kabeltrommeln und der PC wurde so gestrichen. Also mehr Low Budget geht nicht. Interessant in Anbetracht der Designer Fummel, die bei einem Stückpreis ab 1500 Euro feil geboten werden. Genauso charmant die Improvisiertheit: man muss auch hier nicht zwingend in Schlips und Kragen auftreten, es gibt keine schlechtgelaunten Verkäufer mit mitleiderregenden Hundeblick - die Lässigkeit, die Dinge hinzunehmen, wie sie kommen, war ansteckend und sorgte für eine entspannte Atmosphäre, die sich in der ganzen Stadt wiederspiegelte.

In unserem Zimmer lachte mich täglich dieses Tablett an und irgendwie glaube ich an Zeichen, denn an einem Kiosk sprang mich sofort der Titel dieser Zeitschrift an, welche kurz darauf MEINS war:

Und was für ein herrliches, kreatives und inspirierendes Heft! Eine Mischung aus Bastelbögen, Illustration, Reportagen und alles kunstvoll gezeichnet und gestaltet. Es ist sogar noch ein persönliches Ferientagebuch beigelegt. Also ich gebe MEINS nicht mehr her!

Es gibt auch einen niedlichen Blog dazu: http://flow.web-log.nl/

Sicherlich sind eure Koffer auch schon gepackt. Wo geht es denn hin? Ich wünsche euch jedenfalls eine wundervolle Ferienzeit mit spannenden Entdeckungen, viel Zeit und fühlt euch von der Muse geküßt. Genießt sämtliche Hitzwellen, Wasserwellen und Dauerwellen von unverdrossenen Strandurlaubern. Bis bald, Plitschplatsch

Eure Ines

Juli 23, 2010 | Abgelegt unter: Blogs, Fashion, Für dich entdeckt, Hotel Bazar, Hotelempfehlung, Interiordesign, Rotterdam | Kommentare (0)

Sommer Sonne Sonnenschein

Ich bekomme sehr oft folgende Fragen gestellt: Wie hast du mit deiner Firma begonnen? Wie organisierst du dich? Wie bekommst du Kunden?

Dazu möchte ich euch ein paar Bücher vorstellen, die mir selbst sehr hilfreich waren und mich sehr inspiriert haben. (Leider nur in englisch erhältlich)

Handmade Nation ISBN:9781568987873

Es gibt mittlerweile ein Phänomen, es wir von crazy crafting gesprochen. Eine große Welle, die aus den USA kommt, aber Wogen weltweit schlägt. In diesem Buch werden ganz verschiedene kreative Menschen mit ihrer Start up Geschichte vorgestellt. Das Buch ist begleitend zu einem Doku-Film entstanden, der leider bei uns noch nicht zu sehen ist. Sehr inspirierend! Es gibt auch einen Blog dazu unter: www.handmadenationmovie.com

Craft inc. ISBN:13978081185836-6

Hier geht es darum aus seinem kreativen Hobby ein Business zu machen. Bei mir war es das Bauen und Gestalten, aber dass kann bei jedem etwas anderes sein. In diesem Buch werden auch sehr viele erfolgreiche Firmen vorgestellt und es werden einem sehr viele praktische Tipps für die Existenzgründung gegeben.

The Handmade Marketplace ISBN:9781603424776

Hier geht es ganz gezielt um Strategien, wie man online weltweit erfolgreich selbstgemachte Produkte verkaufen kann. Auch immer mit Beispielen und Storys von erfolgreichen Onlineverkäufern/innen. Das Buch ist auch ein gutes Beispiel, wie die Craft Szene international zusammenarbeitet, sich wohlgesonnen ist, sich gegenseitig empfiehlt und so auch als Community ungewöhnliche und neue Wege beschreitet. Sehr empfehlenswert!

Hey, ist es wirklich schon Sommer? Kaum zu glauben, nach dem vielen Regen und den nasskalten Tagen. Die Kinder am Fluß haben das sofort begriffen, getreu dem Motto: “Pack die Badehose ein.”

In meinem neu angelegten Gemüsegarten wächst und gedeiht alles ganz fantastisch und schon seit Tagen gibt es frischen Salat, Radieschen und seit neustem auch schon die ersten zuckrig süßen Erdbeeren.

Unter dem Aspekt der Wirktschaftlichkeit kann man den eigenen Gemüseanbau natürlich nicht betrachten. Ein Salatsteckling kostet 20 Cent, ein augewachsener Salat im Supermarkt 29 Cent. Denoch muss ich gestehen, dass mich meine Überproduktion an Biogemüse mit ganzem Stolz erfüllt:-)

Wann habt ihr das letzte Picknick gemacht? Das ist doch wirklich ein Grund anzustoßen.

Um den Sitzbereich etwas abzuschotten, haben wir am Wochenende einen Sichtschutz aus Haselnußweiden angebracht. Sieht noch etwas nüchtern aus, aber rankendes Grün ist schon gepflanzt. Hier eine Abendstimmung aus meinem Gemüsegarten…nach einem arbeitsreichen Tag kann ich hier voll und ganz entspannen und wieder viel Energie tanken.

Juni 11, 2010 | Abgelegt unter: Bautagebuch, Bei mir Zuhause, Buchempfehlung, Deko, Food, Fotos, Für dich entdeckt, Garten, Illustration, Interiordesign, Selbstgemachtes | Kommentare (0)

HAPPY BIRTHDAY

Heute vor genau fünf Jahren habe ich meine Firma MOOD Management Ltd. gegründet. Na wenn das kein Grund zum Feiern ist:-) Die ersten zwei Jahre habe ich meine Fühler ausgestreckt, alles mögliche ausprobiert und behielt meinen damaligen Job als Haupteinnahmequelle bei. Das war natürlich sehr anstrengend, denn in dieser Zeit gab es nur einen Fokus in meinem Leben: ARBEIT. Und zwar Tag und Nacht. Irgendwann musste ich mich entscheiden und so sprang ich ins kalte Wasser, bzw. vielmehr in das Haifischbecken der Selbständigen. Damals hatte ich sehr viele Existenzängste und entsprechend schlaflose Nächte. Wenn mir damals ein Hellseher vorhergesagt hätte wo ich heute beruflich stehe, hätte ich sicherlich nur mit einem müden Lächeln geantwortet. Meine ganzen beruflichen Träume haben sich bislang erfüllt und ich kann nur jedem empfehlen: TRAU DICH, RICHTE DICH AUS UND PROBIERE ES EINFACH!

Umso verwunderlicher, da ich mir ein Berufsfeld ausgesucht habe (was ich nicht gelernt habe), in Länder gehe (dessen Sprache ich nicht spreche) und wie hier in Marokko, in einer absoluten Männerdomäne meine Handschrift hinterlasse. Dieses Bild entstand letzte Woche in der Sky Bar des BAB Hotels in Marrakech.

Hier bin ich regelmäßig alle paar Wochen und stelle mich auf die landestypischen Eigenheiten ein. Ohne Beziehungen und die richtigen Menschen am richtigen Ort zu treffen, ist man hier aufgeschmissen.

Einkaufen auf orientalisch: In die Suks gehen nur Touristen. Wirklich gute Qualität und Preise erhält man nur direkt von den Produzenten. Hier stellt eine Anbieter zwischen Tür und Angel seine Produkte vor.

Aber es geht natürlich auch anders. Hier sind Bilder von einer Vernissage eines genialen Lampenmachers. Handwerkskunst auf ganz hohem Niveau. Das hat natürlich seinen Preis, ist aber nicht im geringsten mit billiger Masseproduktion vergleichbar.

Wieder zurück auf einer Baustelle zur Inspektion. ICH LIEBE BAUSTELLEN!!! Und vor allen Dingen solche…

Wieder zurück auf einem ganz anderen Grundstück. Hier beginnen wir im Sommer zu bauen. Pläne auf dem Papier sind das eine, eine räumliche Darstellung davon das andere. Deshalb lasse ich mir gerne die zukünftigen Räume auf dem Boden markieren um zu sehen, wie die Blickachsen liegen, der Lichteinfall sein wird, ob die Proportionen der Baukörper stimmen usw. Zugegeben, etwas ungewöhnlich, aber wie ich finde sehr hilfreich.

Weniger hilfreich jedoch unvorgesehene Schlammlöcher. Wer rechnet denn schon damit? Das nächste Mal fällt die Wahl auf keinen Fall auf weiße Leinenschuhe. Versprochen!

An dieser Stelle auch nochmal meinen ganz herzlichen Dank für euer tolles Feedback auf den Zeitungsartikel über mich. Ganz unterschiedlich, ganz spannend und durchweg positiv. WOW, vielen DANK!

Mai 20, 2010 | Abgelegt unter: Bautagebuch, Interiordesign, Marrakech, Über meine Arbeit | Kommentare (0)