Archiv für Mai, 2009

Habenwill!

Sonntag, Mai 17th, 2009

Die Geschichte begann in einem Designer-Laden, in dem ich mich mit einer Freundin nur aus reiner Neugier und wirklich nicht aus Kaufinteresse befand. Die Verkäuferin streckte mir einen narzissengelb-und sandfarbenen Seidenfummel hin und meinte, ich solle ihn ihr zuliebe Mal probieren, denn es wäre genau das richtige Kleid für mich. “Haha, ein guter Verkaufsprofi!”, dachte ich mir und unter Gruppenzwang verschwand ich in der Umkleidekabine. Als ich ich mich neu bekleidet zeigte, strahlten alle Gesichter und auch meins. Das Kleid war wirklich wie für mich gemacht und versprühte durch und durch gute Laune. Leider hatte ich keine Einladung zu einer Oskar-Verleihung oder sonstige Gelegenheiten, bei der ich diesen Hauch von Nichts hätte anziehen können. Die Verkäuferin meinte: “Ach, da brauchen Sie doch keinen Anlass für… das Kleid ziehen Sie ganz für sich ganz alleine an, an einem Tag, an dem Sie gute Laune haben und es sich zuhause so richtig gut gehen lassen”. Fragezeichen stiegen auf und wir verließen nach dem Schock in Hinblick auf den Kaufpreis etwas traurig und unverrichteter Dinge das Geschäft.

Was soll ich sagen… wochenlang ging mir dieses Ding nicht mehr aus dem Kopf. Einer Raumausstatterin erzählte ich von meinem Erlebnis und sie schenkte mir unverzüglich (wohl aus Mitleid) ein narzissengelbes Lammfellkissen. Eines Tages hatte ich die Faxen dicke. Von wegen ”immer wieder an das doofe Kleid denken”. Also bin ich in das Geschäft zurück (das Kleid hing Gott sei Dank noch da) und die Chefin des exklusiven Hauses begrüßte mich mit den Worten: “Ich wusste, dass sie wieder kommen” und — schwuppdiwupp — gehörte das Habenwill mir, nachdem ich sogar noch einen 30-prozentigen  Preisnachlass bekommen hatte.

Warum ich euch das erzähle? Es gibt Dinge im Leben, von denen ist man nur an einem Tag begeistert und am nächsten Tag ist schon wieder alles vergessen. Es gibt jedoch auch Dinge im Leben, die einen nicht mehr loslassen und durch und durch inspirieren und motivieren. Es ist zwar nur ein Kleid, aber dieses bisschen Stoff bringt mich zum Lachen, Schwärmen und Träumen.

An alle Männer, die diesen Blog lesen: Unfassbar aber wahr! Wir Frauen können wirklich Kleider lieben :-)

Draußen hat es eben gewittert und geregnet, es ist schwül, die Sonne blitzt wieder etwas zwischen den Wolken hervor. Wen kümmert es? Mein Kleid und ich erfreuen uns jedenfalls bester Laune. Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag! Eure tagverliebte Ines.


home, sweet home

Freitag, Mai 15th, 2009

Es gibt so einen Traum, einen Traum vom autarken Leben im Einklang mit der Natur, ein einfaches, aber gesundes und glückliches Leben. Dazu eigenes Obst, Gemüse, Freunde, Familie. Die Feste feiern, wie sie fallen, umgeben von viel Land in der Natur. Am besten direkt am Fluss… um gut im Fluss zu sein:-)

Zugegeben -  eine ziemlich romantische Vorstellung. Dieser Traum schwirrt schon seit meiner Kindheit in meinem Kopf herum und kommt immer wieder zum Vorschein, diesmal in Form eines Bilds, das  einfach so aus dem Nichts entstanden ist.

Michelle Obama ist nur Eine von Vielen: Eigenes Obst und Gemüse zu ziehen oder Hühner zu halten, wird nicht nur in den Vereinigten Staaten zum Trend.

Die Brandeins (mein Lieblings Wirtschaftsmagazin) berichtet in der aktuellen Ausgabe ausschließlich von dieser Art der neuen “Bodenständigkeit”: “Gegessen wird immer” und “Ackern für sich, anstatt für andere”.

Mehr zum spannenden Thema “Schwerpunkt Essen” und die Verbindung zwischen Ökologie und Lifestyle unter: www.brandeins.de

Das angeblich beste Hotel Europas im Test

Dienstag, Mai 5th, 2009

Das Fontana Park-Hotel in Lissabon. Hotelwebsite
Ausgezeichnet mit dem “best european hotel design award 2008″ als bestes Hotel in allen Kategorien wie Interior Design, best Food, best Location usw. Nach Lissabon zu reisen war schon seit längerer Zeit mein Wunsch – und letzte Woche war es endlich soweit. Wir (meine einkaufsfreudige Freundin Kerstin und ich) machten uns gespannt auf den Weg…

Das Hotel hielt auf den ersten Blick, was es versprach: super DJ schon am Nachmittag, cool people, lecker Essen… allerdings ging es uns die erste Nacht im Hotelzimmer ziemlich schlecht. Die zweite Nacht war es noch schlimmer. Da fiel es mir nachts um 3 Uhr, nach einer halben Stunde Zeitvertrödeln im Badezimmer, wie Schuppen von den Augen: die Bettwäsche und die Handtücher rochen so stark nach Chlor, dass es uns deshalb so hundeübel war (Apropos “hundeübel”: meinen Hunden Mimi und Pablo erging es währenddessen in der Hundepension Ferenc in Vörstetten auch nicht besser… verbissen und durch den Wind habe ich sie zurückbekommen. Aber das ist eine andere Geschichte). Die Fenster waren leider auch nicht zu öffnen und die Lüftungsanlage verteilte schön die stickige Luft im ganzen Raum. Boahhhhhhhhh! Das war echt heftig und absolut unerträglich – deshalb voller Punkteabzug.

Es gab natürlich auch sehr schöne Momentaufnahmen. Hier ein paar Bilder dazu:

Wir sind stundenlang jede Gasse zu Fuß abgelaufen und haben wirklich viel gesehen. Außer das, was Frauen sich wirklich wünschen: schöne Schuhe! Am letzten Tag kurz vor unserer Abreise haben wir dann endlich das ultimative Schuhgeschäft entdeckt und was soll ich euch sagen? Es hatte geschlossen, denn es war der erste Mai. Der Straßenmusikant spielte das Lied vom “Nicht-immer-alles-haben-Müssen” und die Sonne tröstete unsere unbefriedigten, traurigen und sehnsuchtsvollen Einkaufsseelen…