Archiv für die ‘Buchempfehlung’ Kategorie

Sommer Sonne Sonnenschein

Freitag, Juni 11th, 2010

Ich bekomme sehr oft folgende Fragen gestellt: Wie hast du mit deiner Firma begonnen? Wie organisierst du dich? Wie bekommst du Kunden?

Dazu möchte ich euch ein paar Bücher vorstellen, die mir selbst sehr hilfreich waren und mich sehr inspiriert haben. (Leider nur in englisch erhältlich)

Handmade Nation ISBN:9781568987873

Es gibt mittlerweile ein Phänomen, es wir von crazy crafting gesprochen. Eine große Welle, die aus den USA kommt, aber Wogen weltweit schlägt. In diesem Buch werden ganz verschiedene kreative Menschen mit ihrer Start up Geschichte vorgestellt. Das Buch ist begleitend zu einem Doku-Film entstanden, der leider bei uns noch nicht zu sehen ist. Sehr inspirierend! Es gibt auch einen Blog dazu unter: www.handmadenationmovie.com

Craft inc. ISBN:13978081185836-6

Hier geht es darum aus seinem kreativen Hobby ein Business zu machen. Bei mir war es das Bauen und Gestalten, aber dass kann bei jedem etwas anderes sein. In diesem Buch werden auch sehr viele erfolgreiche Firmen vorgestellt und es werden einem sehr viele praktische Tipps für die Existenzgründung gegeben.

The Handmade Marketplace ISBN:9781603424776

Hier geht es ganz gezielt um Strategien, wie man online weltweit erfolgreich selbstgemachte Produkte verkaufen kann. Auch immer mit Beispielen und Storys von erfolgreichen Onlineverkäufern/innen. Das Buch ist auch ein gutes Beispiel, wie die Craft Szene international zusammenarbeitet, sich wohlgesonnen ist, sich gegenseitig empfiehlt und so auch als Community ungewöhnliche und neue Wege beschreitet. Sehr empfehlenswert!

Hey, ist es wirklich schon Sommer? Kaum zu glauben, nach dem vielen Regen und den nasskalten Tagen. Die Kinder am Fluß haben das sofort begriffen, getreu dem Motto: “Pack die Badehose ein.”

In meinem neu angelegten Gemüsegarten wächst und gedeiht alles ganz fantastisch und schon seit Tagen gibt es frischen Salat, Radieschen und seit neustem auch schon die ersten zuckrig süßen Erdbeeren.

Unter dem Aspekt der Wirktschaftlichkeit kann man den eigenen Gemüseanbau natürlich nicht betrachten. Ein Salatsteckling kostet 20 Cent, ein augewachsener Salat im Supermarkt 29 Cent. Denoch muss ich gestehen, dass mich meine Überproduktion an Biogemüse mit ganzem Stolz erfüllt:-)

Wann habt ihr das letzte Picknick gemacht? Das ist doch wirklich ein Grund anzustoßen.

Um den Sitzbereich etwas abzuschotten, haben wir am Wochenende einen Sichtschutz aus Haselnußweiden angebracht. Sieht noch etwas nüchtern aus, aber rankendes Grün ist schon gepflanzt. Hier eine Abendstimmung aus meinem Gemüsegarten…nach einem arbeitsreichen Tag kann ich hier voll und ganz entspannen und wieder viel Energie tanken.

Die Talente von gestern sind die Talente von morgen

Mittwoch, November 25th, 2009

Was ist eigentlich ein Talent? Und wie lang kann man ein solches sein? Wer als Talent gilt, so scheint es, muss nichts beweisen; und so mancher bleibt es ein Leben lang. Daran ändert auch der Zusatz „young” nichts. Überall ist in den letzten Jahren von Talenten die Rede. Man könnte meinen, es gäbe ständig Neuentdeckungen. Aber dem ist nicht so. Oft wird die Auswahl nur variiert und neu zusammengestellt, der Titel der Talent-Fibel mit einem zusätzlichen Adjektiv versehen und das Vorwort neu geschrieben. In den Büchern selbst findet man mehr oder weniger die gleiche Riege an mehr oder weniger jungen Designern und Designerinnen, die mit durchaus interessanten Projekten auf sich aufmerksam gemacht haben. „Haben” ist dabei das Schlüsselwort, denn die Beispiele liegen nicht selten drei, vier Jahre zurück. Und so wird aus dem ehemaligen „young talent”, das in der Szene längst eine etablierte und unangefochtene Größe ist, eben ein „eternal talent”.

Zu den Klassikern unter den Talenten gehören beispielsweise Kram/Weishaar, gern präsentiert mit ihrem „Breeding Table” aus dem Jahr 2005. Es war ein kluges und visionäres Projekt, aber warum die beiden damit nun auch wieder in das neue Buch von Hansjerg Maier-Aichen „New Talents. Stand der Dinge” aufgenommen wurden, bleibt unverständlich. Ebenso schwer nachvollziehbar ist, warum Jerzey Seymour mit seinen Projekten „Brussels Brain” (2005), New Order Chair und Living Systems (beide 2007) dazugehört. Wieder liegt das nicht an der Qualität des Designers und seiner Entwürfe. Im Gegenteil: Der in Berlin geborene Kanadier ist heute nicht mehr aus der Designszene wegzudenken, den Status des hoffnungsvollen Talents indes hat er längst hinter sich gelassen. Gleiches gilt für Martino Gamper und seine wunderbaren „100 chairs” (2007) oder für Tom Price und seine „Meltdown-Chairs” (2007).

Matali Crasset, Jurgen Bey, Constantin Boym und Martí Guixé wurden bewusst mit angeführt, liest man in der Einführung der Publikation, weil sie schon in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts sehr eigenständige Produktvorstellungen vertreten und heute für einen nicht unerheblichen Teil der jüngeren Generation Vorbildfunktion hätten. Das stimmt.  Allerdings fragt man sich, ob jene junge Generation nicht längst die Vorreiterrolle für die nachkommende eingenommen hat, die tatsächlich noch unbekannte Talente bereit hält. Man braucht eben Talent, um eine gute „young talent”-Auswahl zu treffen. Und wer weiß, was noch alles in uns schlummert. Vielleicht sind wir ja am Ende alle junge Talente - mehr oder weniger.

New Talents - State of the Arts. Stand der Dinge
Herausgegeben von Hansjerg Maier-Aichen
Avedition, 2009
Broschiert, 192 Seiten, 24,90 Euro

www2.avedition.de

Wer braucht schon Design für Kinder?

Mittwoch, April 22nd, 2009

Zugegeben – die Mütter,  die ich kenne, geben keinen Pfifferling auf Design für Kinder. Die Klamotten stammen meist von Freunden, Flohmärkten, H&M und die Kinderzimmer sind mit dem eingerichtet, was gerade so aufgetrieben werden konnte und einigermaßen nett aussieht. Dennoch steckt hinter kindgerechtem Design eine riesige Industrie und jährlich schießen neue Produktinnovationen, Messen, Fachbücher und Spezialzeitschriften wie Pilze aus dem Boden.

Letztes Jahr habe ich für die Mensa 2 in Freiburg ein Konzept für einen Mutter-Kind-Bereich erstellt: das “Mensalinos”. Immerhin sind sieben Prozent der Studentinnen junge Mütter. Es hat mir großen Spaß bereitet, ein spielerisches Konzept zu erstellen und baulich umzusetzen. Seitdem sammle ich interessante Infos rund ums Thema Kinderdesign. In diesem Zusammenhang möchte ich euch ein neu erstandenes Buch vorstellen. Es hat den Titel “Play all day”

Das Buch hält, was es verspricht, und es sind wirklich sehr viele inspirierende Projekte vorgestellt unter den Kategorien: THE BEST DESIGN PRODUCTS, TOYS, FURNITURE, INTERIORS, PLAYGROUNDS, ARCHITECTURE AND PLAYFUL WAYS OF PLAYING AND DESIGNING FOR CHILDREN.

Eine weitere kreative Design-Fundgrube der Kinder-Avantgarde bedient die Zeitschrift “Milk” aus Frankreich. Eine Stadt wie Paris und die entsprechende Bussi-Bussi-Gesellschaft spiegelt eindeutig die Zielgruppe dieses Blattes wider. Da viele große Designer Kinderkollektionen erstellen, sind dies die idealen und potenten Anzeigenkunden, um so eine Zeitschrift zu finanzieren und am Leben zu erhalten. Nicht zuletzt auch von ein paar verrückten Fans, wie ich es bin, die das MILK abonniert haben und sich wie ein kleines Kind freuen, wenn eine neue Ausgabe im Briefkasten steckt:-)

Wer ein bisschen auf deren HP stöbern möchte: www.milkmagazin.net

Es ist wieder soweit! Der Salone Internazionale del Mobile in Mailand öffnet vom 22. bis 27. April 2009 zum 48. Mal seine Tore und das Designvolk strömt in die norditalienische Stadt. Und wie immer wird sich die Frage stellen: Wer hat die schönsten Neuigkeiten zu bieten? Hier in Form eines Minivideos mein Favorit:

Villa Julia

Villa Julia von Javier Mariscal für die Firma Magis. Ein Kinderhaus aus Pappe… schnell aufbauen..schnell anmalen, fertig. Finde ich cool!

Geschichten vom Harlekin - Jaime inspiriert mich sehr!

Freitag, Januar 30th, 2009

Bücher mit Goldschnitt wollen unbedingt auf sich aufmerksam machen und ihre Wertigkeit zur Schau stellen. Oft sind es besondere Gebetsbücher oder Bibelausgaben. Die ledergebundene Jules Verne-Ausgabe in meinem Bücherregal hat gold glänzende Schnittkanten, und jetzt gibt auch noch Jaime Hayons kürzlich erschienene Monografie damit an. Den satten Überfluss in Buchform ganz ungeniert zur Schau zu stellen, mag nicht unbedingt zu den jüngsten Entwicklungen passen. Doch der Band des spanischen Designers erschien noch in den goldenen Zeiten vor der Wirtschaftstalfahrt. Und als Geste passt der Goldschnitt ohnehin treffsicher zu Hayon: Der kreative Clown aus Barcelona entwickelt seine Ideen ohne Angst vor Geschmacksverirrungen und Kitsch. Die Übertreibung, das Märchenhafte und das barocke, opulente Farb- und Formenspiel sind seine Wegbegleiter, sein Skizzenbuch eine Art Bibel, die eine in fantastisch abdriftende Sicht auf die Welt enthält und das kindliche Staunen aus der Sicht eines Harlekins beschreibt.

 Hayons buntes Bilderbuch breitet den Kosmos des Designers und Künstlers in vielen Zeichnungen, Fotos und Collagen aus. Die Monografie zeigt Auszüge aus seinen großartigen Skizzenbüchern, schildert Projekte und erzählt Geschichten von Prototypen, fertigen Produkten und Ideen, die nicht für die serielle Herstellung bestimmt sind.

Jaime Hayons Ansichten, sein Humor und seine Arbeiten müssen nicht jedem gefallen. Aber in sich stimmig ist die Märchenwelt des Spaniers allemal - seine Haltung gegenüber der Welt und dem Design kann offenbar auf einen enormen Fundus an kreativen Ideen zurückgreifen und sich dabei ständig selbst erneuern.

Vor vier Jahren hat ihn noch keiner gekannt, mittleweile spricht die ganze Designer-Welt über ihn. Ich bin sehr gespannt, was wir noch von ihm sehen und hören werden….

Jaime Hayon Works
Von Jaime Hayon, in Englisch, Gestalten Verlag 2008, gebunden, 320 Seiten, € 69,90

www.gestalten.com