Archiv für die ‘Carlo Petrini’ Kategorie

New Ecology - Alles Öko, oder was?

Donnerstag, Februar 24th, 2011

Der Neo Öko guckt wie sein Vorfahr morgens zuerst nach den Hühnern. Diese wohnen allerdings nicht mehr in einem von löwenzahnumwucherten Bretterverschlag, sondern im futurischtischen Eglu von der Firma Omlet (was für ein genialer Firmenname) www.omlet.co.uk, das ohne Hühner rund 450 Euro kostet. Der Neo Öko isst noch immer gerne Müsli, aber er mixt es am liebsten selbst per Mausklick im Internet unter www.mymuesli.de, wo er sich 566 Billiarden verschiedene Müsli Varianten zusammen stellen kann. Montags kommt der grüne Putzdienst, am Wochenende schmeißt er seine ökologisch korrekte Party (etwa mit www.biocatering.net). Dort plaudern Gäste über das biologisch abbaubare Strick-Shirt von Armani, oder über die mit Solarzellen ausgerüstete Reware Strandtasche, mit der man beim Sonnen iPod, Handy oder Digitalkamera aufladen kann. In keinem anderen Marktsegment hat sich innerhalb so weniger Jahre so ein rasanter Zielgruppenwechsel wie in der Ökobranche vollzogen.

Mehr dazu beispielsweise in diesem wie ich finde super schön gemachten Buch Design Ecology, in dem 70 internationale Marken vorgestellt werden, die beispielhaft zeigen, wie sich das Thema GRÜN zeitgemäß kommunizieren lässt.

Es gab Zeiten, da trieb es einem schon eine grüne Farbe ins Gesicht, wenn man nur an grünes Bauen gedacht hat. Dabei geht es bei “grünem Bauen” inzwischen weniger um Architektur als vielmehr ums Überleben, wie dieser Bildband GREEN betont. Ästhetik ist sekundär, wenn es gilt, den Krieg mit der Natur zu beenden, der überhaupt erst zum Entstehen des “Asphaltdschungels” geführt hat.

 

Das Buch Green Style bietet dem Leser noch mehr alternative Lebensstile an, die Design mit einer nachhaltigen Entwicklung versöhnen. Meine Kunden wünschen immer öfters ein GRÜNES Interior Design. Das bedeutet natürliche Oberflächen, öko zertifizierte Lacke und Farben, Naturmaterialien die eine Geschichte zu erzählen haben und regionale kleine Fimen die Wert auf Umwelt und Ressourcen legen, werden bevorzugt eingesetzt. Das Thema finde ich sehr spannend, nicht nur, weil ich in einer echten Slow City lebe, sondern weil es mir am Herzen liegt, bei all dem High Tech auch ein Stückweit an die Mutter Erde zu denken. Wer hierzu wirklich etwas zu sagen hat, ist der Präsident und Slow Food Begründer Carlo Petrini in seinem neuen Buch: “Terra Madre”. Sehr empfehlenswert!

Und wann wird es draussen jetzt endlich wieder GRÜN?