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Paris ist immer eine Reise wert…

Donnerstag, Februar 26th, 2009

…Trendprognosen sind nicht immer ganz frei von Peinlichkeit. Li Edelkoort gilt seit langem als einflussreichste Vertreterin der Branche. In Paris ist zurzeit ihre Ausstellung „Archeology of the Future” zu sehen, mit der sie erstmals ihre Arbeit und die gestalterischen Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre vorstellt. Ohne sich dabei zu blamieren.

Es ist wohl eines der großen Erfolgsgeheimnisse der Niederländerin Li Edelkoort, dass sie nicht den Fehler macht, Zukunftsprognosen - für die es nun mal keine gesicherten Daten gibt - mit pseudo-wissenschaftlichen Erklärungen oder Marketingfloskeln zu rechtfertigen. Sie verlässt sich ganz auf ihre subjektive Wahrnehmung, filtert alle Informationen in ihrem Kopf und verdichtet sie zu überzeugenden Langzeit-Prognosen. Sie schafft es, in ihren Trendbüchern oder Magazinen mit Bildern von Menschen, Pflanzen, Objekten, Materialien und Farben, ihre Eindrücke von zeitgenössischen Entwicklungen so emotional und stimmig zu vermitteln, dass sie damit selbst nüchterne Zeitgenossen zu berühren und Trendforschungsskeptiker zu überzeugen vermag. Anders ausgedrückt: Wenn schon Zukunftsvisionen, dann wenigstens mit ehrlichem Pathos und nicht als Wissenschaft verkleidet.

Die 1950 geborene Lidewij Edelkoort zog 1975 nach Paris und baute seitdem ein Trend-Imperium aus ihrem Büro „Trend Union”, diversen Consultingunternehmen, einem Verlag mit Magazinen wie „view on colour” und „bloom” und Niederlassungen in Paris und New York auf. Sie gilt als eine der einflussreichsten, vielleicht sogar als die bedeutendste Trendforscherin der Welt. Sie berät Unternehmen wie Camper, Gucci, Moooi, Nissan oder Siemens zu Trendentwicklungen und Lebensstilen. Farbtrends, die sie prognostiziert, werden von den Herstellern begeistert aufgegriffen und in Produkte umgesetzt, die dann im Laden ihre Prognose bestätigen. In den vergangenen zehn Jahren hat sie darüber hinaus als Präsidentin der Designakademie Eindhoven den Ruf der Schule als Kaderschmiede des Avantgarde-Designs verstärkt. Natürlich ist es auch die Aura der Person Li Edelkoort, die zu ihrem Erfolg beigetragen hat. Zwar sieht sie es angeblich nicht gerne, wenn sie in den Medien als „Seherin” oder „Hohepriesterin ” betitelt wird, doch wer in wallenden Gewändern und mit streng nach hinten gekämmten Haaren bedeutungsschwere Zukunftsprognosen ausspricht, die keinen Widerspruch dulden, darf sich über religiöse Assoziationen nicht wundern.

In der Ausstellung „Archeology of the Future”, die seit Ende Januar im Pariser Institut Néerlandais zu sehen ist, werden erstmals die vergangenen 20 Jahre ihrer Arbeit vorgestellt. Wie nicht anders zu erwarten, ist es keine Ausstellung, die nüchtern Edelkoorts Trendbücher oder Prognosen präsentiert und mit der Wirklichkeit vergleicht, sondern eine außergewöhnliche Inszenierung der großen Lifestyle-Tendenzen der letzten zwanzig Jahre, „eine Zeit der Horrorgeschichten”, so Edelkoort, „und eine Zeit der kreativen Reaktionen auf die Angst”. Es ist eine eindrucksvolle und gelungene Ausstellung, in der Edelkoort eine Fülle von Designentwürfen, Objekten, Fotos und Filmen zu Stilleben und Wunderkammern arrangiert, die ihre Prognosen noch anschaulicher machen als ihre Magazine. Dafür hat sie die von ihr ausgemachten gestalterischen Strömungen der letzten zwei Jahrzehnte zu handlichen Begriffspaaren zusammengefasst: Body und Soul, Global und Local, Flora und Fauna, Urban und Rural, Armour und Amour, Abstraction und Narration.

 

Schon im Eingangsbereich der Ausstellung empfängt den Besucher eine Armada von Teddybären, die Li Edelkoort bereits in ihrem ersten Trendbuch von 1987 als soziologisches Phänomen analysierte, in dem sich eine neue Sehnsucht nach Kindheit und Unschuld ausdrückt. Sie erzählt die Geschichten von Trend-Phänomenen wie der Farbe Pink, dem Nude-Look, der wiederentdeckten Begeisterung für Lebensmittel, Gärten und Pflanzen. Sie zeigt die gestalterische Auseinandersetzung mit den Themen Körper und Alter, mit Traditionen, Brauchtum und Handwerk auf. Oder sie veranschaulicht - im ersten Stock der Ausstellung - mit Objekten von Hella Jongerius, Vincent van Duysen, Julian Opie, Jurgen Bey oder Studio Job ihre Prognose von einem “neuen ländlichen Leben”, das wir in den nächsten Jahrzehnten anstreben und aufbauen werden.

Sag ich’s doch, lasst uns in Biokapital investieren…eigenes Obst, Gemüse, autarkes Leben und County Chillen ins so einem schicken Kleidchen…ganz meine Devise:-)

Falls ihr noch Lust auf mehr Bilder von der Ausstellung habt: li-edelkoort1

Oder hinfahren und selbst anschauen…es lohnt sich!

„Archeology of the Future - 20 Years of Trend Forecasting with Li Edelkoort”
22. Januar bis 8. März 2009
Institut Néerlandais, Paris
www.institutneerlandais.com

27. März bis 31. Mai 2009
Designhuis Eindhoven
www.designhuis.com

Madame Skurril

Donnerstag, Januar 15th, 2009

Es ist Mal wieder an der Zeit meinen Brieffreundinnen Post zu schicken. Zu diesem Zweck hab ich am Wochenende ein Bildchen gemalt, um dieses zu vervielfältigen und Karten daraus zu basteln. Wie ihr seht, stehe ich dazu, dass ich aus dem Schwarzwald komme…I Love red Bommels!

Ich mag es Briefe zu schreiben und natürlich auch Briefe zu erhalten. Mit meiner Freundin Gerda aus Bayern schreibe ich schon seit 20 Jahren, auch mit meiner Studienkollegin Suzanne aus Saarbrücken verbinden uns seit ebenso langer Zeit die klassischen Zeilen, auch Gaby aus der Schweiz, die mittlerweile im Oman lebt und Christel aus Bielefeld, die ich eigentlich übers Internet kennengelernt habe und die mich auf diesem Blog die Tage wieder gefunden hat, gab es immer einen regen Austausch auf Papier. Das freut mich sehr!

Falls ihr auch Lust habt Mal wieder zum Füller zu greifen, dann könnt ihr euch hier gerne diese Karte Downloaden. Einfach auf festeres DN4 Papier ausdrucken, einmal falzen, fertig!

madame-skurril_dn4_aussenseite

An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Erwin, der mir zu Weihnachten einen traumhaft schönen Füller geschenkt hat und mit dem ich auch die Illustration gemalt habe, bzw. die Karten damit beschriften werden. Vielen Dank!

Bautagebuch - Sanierung von Altbauwohnungen in Freiburg

Freitag, Januar 9th, 2009

 

Ich liebe es zu Bauen, ich liebe Baustellen, ich liebe sogar Handwerker! Was ich nicht mag ist Baustaub, aber der gehört nun Mal dazu.

Ein Großteil meiner Zeit verbringe ich deshalb mit Vorliebe auf Baustellen. Oft werde ich gefragt, ob ich als Frau keine Probleme mit Handwerkern habe, oder als Bauleiterin nicht anerkannt werde.

Dazu kann ich nur sagen:”Nein, ganz im Gegenteil”!

Frauen mögen Männer, können super organisieren, weit im voraus denken, verlegen keine Haustürschlüssel, können in Krisenmomenten ausgleichend einwirken, bzw. Krisenstimmung erzeugen, wenn Not am “Mann” ist.

Also, an alle Frauen die immer davon geträumt haben eine “Baulöwin” zu werden….traut euch!

Und hier ein kleines Bautagebuch als PDF, für alle, die Interesse an dem Resultat meiner Arbeit haben.

bautagebuch-01092

Badekultur von damals bis heute

Dienstag, Dezember 23rd, 2008

Ein Teil meiner Arbeit besteht darin, Häuser zu sanieren.

Das Thema “Badezimmer” ist neben dem Thema “Küche”, immer ein ganz wichtiger Faktor für mich und meine Kunden. Am Wochende habe ich zur Inspiration einen Besuch bei der Firma Hans Grohe abgestattet. Das kleine Städchen Schiltach im Schwarzwald liegt nur eine halbe Stunde mit dem Auto von mir entfernt. Hier gibt es neben einem spannenden Museum auch die neusten Vorschläge rund um das Thema “Baden für die Sinne”.

 Hier einen Ausszug aus einem Chat, den ich gestern mit einem Freund geführt habe. Ich fragte ihn, wie ihm diese Bilder der Bäder von damals und heute gefallen, die ich bei Hans Grohe gemacht habe. Das war die Antwort:

…die von heute sehen aus
[21:50:38] oliver : wie wenn man in eine Bank reinlatscht
[21:50:43] oliver : und sich mal eben duscht
[21:51:17] oliver :  (rofl)
[21:52:52] Ines Bitsch : oder auf ner Tiefgarage hockt und es regnet

Wenn ihr alle Bilder sehen wollt,  geht es hier weiter: hans-grohe-museum2

Für mehr Infos zu Hans Grohe: http://www.hansgrohe.de/de_de

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für eure Resonanz auf meinen Blog bedanken. Ich freue mich, dass ich in so kurzer Zeit schon eine kleine, aber treue Leserschaft habe.

Bis bald

eure Ines