Archiv für die ‘Fashion’ Kategorie

Der Winter kann kommen

Donnerstag, Oktober 28th, 2010

Und mit ihm das islanändische Designlabel Vik Prjóndóttir, welches sich von Mythen, neuen und alten Geschichten inspirieren lässt. Es ist sowohl von der Natur als auch vom städtischen Lebensstil geprägt und glaubt dabei an “das andere”. Die Designer entwerfen auf jeden Fall humorvolle Strickware der etwas anderen Art.

Jedes Design hat seinen Ursprung in einer fantastischen Geschichte, so z. B. der flauschige Robbenanzug aus 100% natürlicher Islandwolle, in Anlehnung an ein trationelles Märchen, oder die Bartmütze, die von den früher üblichen Lammfellmützen isländischer Bauern inspiriert wurde. Diese ließen nur eine Öffnung für das Gesicht frei. Der Bart ist in der neuen Version gleich integriert.

So viel Mut zur Fantasie, aber gleichzeitig auch zur besten Qualität in solider handwerklichen Umsetzung wurde jetzt mit dem DV cultural prize (Menningarverðlaun DV) für Design belohnt. Herzlichen Glückwunsch!!!

http://www.vikprjonsdottir.com

Identität zeigen…

Montag, Oktober 4th, 2010

Im Dirndl aufs Oktoberfest gehen alle! Weshalb nicht nur zeigen was man hat, sondern auch wo man herkommt? Ich komme nun Mal aus dem Schwarzwald und da bin ich stolz drauf. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, auf das diesjährige Oktoberfest in München in einer Schwarzwälder Tracht samt Bollenhut aufzukreuzen…

Das war sehr lustig und wirklich sehr Aufsehen erregend. Ganz viele Menschen unterschiedlichster Nationalitäten haben mich angesprochen, wollten ein Foto von mir, wollten den Bollenhut anfassen. Ich hörte Kommentare wie: “Das ist mal eine ehrliche Tracht”, oder “Ohhh wie schön, der Schwarzwald ist auch vertreten” und vieles mehr. Mir wurde bewusst, dass der Bollenhut eine multisympathische Marke ist, die wirklich fast jeder kennt. Ich fühlte mich durch und durch wohl in meinem Outfit und kann allen Schwarzwälder Mädels nur empfehlen, diesen kleinen Identitätstest bei nächster Gelegenheit einmal selbst aus zu probieren.

Derzeit kann man einen richtigen hipe zu dem Thema Schwarzwald verzeichnen. Wie z.B. hier im Kaufhaus Breuninger in Freiburg werden Schwarzwaldmädels großformatig angepriesen. Marianne Mack (Gattin des Europapark Besitzers in Rust) hat ihre erste Schwarzwald Lady Kollektion auf den Markt gebracht, um die Schwarzwälder Trachten wieder salonfähig zu machen. Es entstehen neue Geschäftsideen wie z. B. diese hier: http://www.heimatsinn-schwarzwald.de

Kuckucksuhren, Trachten, Schwarzwaldidyll: Die süddeutsche Provinz wird nicht unbedingt mit urbaner Street Art in Verbindung gebracht. In seinen Uhren-Skulpturen lässt der Künstler Stefan Strumbel Rebellentum und Tradition heftig aufeinanderprallen - und hat Erfolg.

http://www.stefanstrumbel.com/

Als der “Stern” im vergangenen Jahr Karl Lagerfeld zu dessen 75. Geburtstag sieben Seiten widmete, stand der Geschichte ein eigenartiges Foto voran: Der Jubilar ist darauf im Profil abgebildet, rechts von ihm hängt eine überdimensionale Kuckucksuhr an der Wand, verziert mit grellbunten Schnitzereien und einer Sprechblase. Der Text: “What the fuck is Heimat?”

Für den Leser blieb das ungetüme Ding ein Rätsel. “Lagerfeld mit Kuckucksuhr-Skulptur in seinem Studio in Paris. Ein Selbstporträt des Meisters eigens für den ‘Stern’”, hieß es schlicht in der Bildunterschrift. Für Stefan Strumbel, 29, jedoch war es nichts weniger als “der Ritterschlag”. Als Lagerfeld seine Strumbel-Uhr geschenkt bekam - es war ein Mitbringsel der Offenburger Hubert Burda Media zu einem Fotoshooting für ein Frauenmagazin - verglich er sie mit einem “Blumenstrauß aus Nizza”, er sagte: “Ein neuer Ausdruck von deutscher Kultur, das ist sehr stimulierend.” Und nicht nur das, Strumbel hat es sogar nebst internationalem Erfolg in die New York Times mit dem Thema Heimat geschafft. Mehr dazu in diesem Artikel:

http://www.nytimes.com/2010/02/04/realestate/04location.html?_r=1&scp=1&sq=strumbel&st=cse

Nach dem vielen Feiern haben wir HEIMWEH. Bleibt uns nur, glücklich und zufrieden “NACHHAUSE” zu schwelgen…

- The End -

Rotterdam Amour

Freitag, Juli 23rd, 2010

Anlässlich des größten Jazz Festivals der Welt, hat es mich nach Rotterdam verschlagen. Die Begrüßung, oder eher Beküssung am Flughafen von Amsterdam unterscheidet sich doch schon sehr, von dem was man so kennt.

Ganz wichtig ist natürlich ein anständiges Hotel. Was heißt denn eigentlich anständig? Darf es auch etwas unanständiges sein? Vielleicht mit Blümchengardienen und Retrokitsch, eher an eine südamerikanische Spelunke erinnernd, mit einem Hauch Orient und der Vermutung, dass die bedienenden Schönheiten wohl eher Töchter von kolumbianischen Drogendealern sind? Na dann seid ihr hier goldrichtig!

Das Hotel Bazar ( http://www.hotelbazar.nl ) besticht durch seine skurrilen Themenzimmer, einem 24 Stunden Frühstücksservice der Superlative und der besten Lage in der Strasse Witte de With. Denn das ist die absolut hippe Straße in Rotterdam mit ausgefallen Shops, Galerien, Kneipen und dem Dessous Laden von Marlis Dekkers ( http://www.marliesdekkers.com ), indem regelmäßig Madonna und die Sex in the City Girls gesichtet werden. Hier ein Buch was sich auf unserem Zimmer befand, welches sich ausschließlich dieser besonderen Straße widmet.

Unser Hotel Bazar ist natürlich auch erwähnt.

Früh übt sich..in einem der angesagttesten Designerläden ( http://www.margreetholsthoorn.nl ) gibt es selbstgemachte Ketten von Ina, 7 Jahre alt zu kaufen für sage und schreibe 59 Euro. Na wenn diesem Mädchen keine große Karriere als Designerin bevorsteht :-) Die Verkäuferin war so freundlich, mir für die Super Balls der Nachwuchsdesignerin Model zu stehen…

Die gleichen Macher haben auch einen Herrenklamottenladen ein paar Häuser weiter.

Die Räume sind preisgekrönt und wurden von dem Designer Richard Hutten ( http://www.richardhutten.com ) gestaltet. Rohe Wände, Decken und Innenleben wurde gnadenlos und frech in Hautfarben (!) gestrichen und eine Theke aus Styropor in der Farbe Türkis entworfen.  Sogar die Kabeltrommeln und der PC wurde so gestrichen. Also mehr Low Budget geht nicht. Interessant in Anbetracht der Designer Fummel, die bei einem Stückpreis ab 1500 Euro feil geboten werden. Genauso charmant die Improvisiertheit: man muss auch hier nicht zwingend in Schlips und Kragen auftreten, es gibt keine schlechtgelaunten Verkäufer mit mitleiderregenden Hundeblick - die Lässigkeit, die Dinge hinzunehmen, wie sie kommen, war ansteckend und sorgte für eine entspannte Atmosphäre, die sich in der ganzen Stadt wiederspiegelte.

In unserem Zimmer lachte mich täglich dieses Tablett an und irgendwie glaube ich an Zeichen, denn an einem Kiosk sprang mich sofort der Titel dieser Zeitschrift an, welche kurz darauf MEINS war:

Und was für ein herrliches, kreatives und inspirierendes Heft! Eine Mischung aus Bastelbögen, Illustration, Reportagen und alles kunstvoll gezeichnet und gestaltet. Es ist sogar noch ein persönliches Ferientagebuch beigelegt. Also ich gebe MEINS nicht mehr her!

Es gibt auch einen niedlichen Blog dazu: http://flow.web-log.nl/

Sicherlich sind eure Koffer auch schon gepackt. Wo geht es denn hin? Ich wünsche euch jedenfalls eine wundervolle Ferienzeit mit spannenden Entdeckungen, viel Zeit und fühlt euch von der Muse geküßt. Genießt sämtliche Hitzwellen, Wasserwellen und Dauerwellen von unverdrossenen Strandurlaubern. Bis bald, Plitschplatsch

Eure Ines

Verena, 11 Jahre, möchte Modedesignerin werden

Donnerstag, Juni 11th, 2009

Was liegt da näher, als das Nähen zu erlernen?

Deshalb haben wir einen Näh-Nachmittag eingelegt und das Ergebnis, das ihr hier seht, hat sie wirklich selbst zustande gebracht. Angefangen vom Entwurf des Kleides, der Auswahl des Stoffes und dem Schneidern des Kleidchens. Natürlich brauchten wir noch passende Schuhe aus meinem Fundus für das Fotoshooting und fertig war das Supermodel!

Sooo stolz bin ich auf meine kreative kleine Freundin aus der Nachbarschaft!

Habenwill!

Sonntag, Mai 17th, 2009

Die Geschichte begann in einem Designer-Laden, in dem ich mich mit einer Freundin nur aus reiner Neugier und wirklich nicht aus Kaufinteresse befand. Die Verkäuferin streckte mir einen narzissengelb-und sandfarbenen Seidenfummel hin und meinte, ich solle ihn ihr zuliebe Mal probieren, denn es wäre genau das richtige Kleid für mich. “Haha, ein guter Verkaufsprofi!”, dachte ich mir und unter Gruppenzwang verschwand ich in der Umkleidekabine. Als ich ich mich neu bekleidet zeigte, strahlten alle Gesichter und auch meins. Das Kleid war wirklich wie für mich gemacht und versprühte durch und durch gute Laune. Leider hatte ich keine Einladung zu einer Oskar-Verleihung oder sonstige Gelegenheiten, bei der ich diesen Hauch von Nichts hätte anziehen können. Die Verkäuferin meinte: “Ach, da brauchen Sie doch keinen Anlass für… das Kleid ziehen Sie ganz für sich ganz alleine an, an einem Tag, an dem Sie gute Laune haben und es sich zuhause so richtig gut gehen lassen”. Fragezeichen stiegen auf und wir verließen nach dem Schock in Hinblick auf den Kaufpreis etwas traurig und unverrichteter Dinge das Geschäft.

Was soll ich sagen… wochenlang ging mir dieses Ding nicht mehr aus dem Kopf. Einer Raumausstatterin erzählte ich von meinem Erlebnis und sie schenkte mir unverzüglich (wohl aus Mitleid) ein narzissengelbes Lammfellkissen. Eines Tages hatte ich die Faxen dicke. Von wegen ”immer wieder an das doofe Kleid denken”. Also bin ich in das Geschäft zurück (das Kleid hing Gott sei Dank noch da) und die Chefin des exklusiven Hauses begrüßte mich mit den Worten: “Ich wusste, dass sie wieder kommen” und — schwuppdiwupp — gehörte das Habenwill mir, nachdem ich sogar noch einen 30-prozentigen  Preisnachlass bekommen hatte.

Warum ich euch das erzähle? Es gibt Dinge im Leben, von denen ist man nur an einem Tag begeistert und am nächsten Tag ist schon wieder alles vergessen. Es gibt jedoch auch Dinge im Leben, die einen nicht mehr loslassen und durch und durch inspirieren und motivieren. Es ist zwar nur ein Kleid, aber dieses bisschen Stoff bringt mich zum Lachen, Schwärmen und Träumen.

An alle Männer, die diesen Blog lesen: Unfassbar aber wahr! Wir Frauen können wirklich Kleider lieben :-)

Draußen hat es eben gewittert und geregnet, es ist schwül, die Sonne blitzt wieder etwas zwischen den Wolken hervor. Wen kümmert es? Mein Kleid und ich erfreuen uns jedenfalls bester Laune. Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag! Eure tagverliebte Ines.