Archiv für die ‘Food’ Kategorie

Die 11

Montag, Januar 31st, 2011

Jede Menge Strandschönheiten in Rio bei 40°, in der Stadt die niemals schläft.

So hat mein Jahr begonnen bei viel Sonnenschein und Musik. Obwohl ich beruflich in Brasilien war, konnte ich mich dem öffentlichen Leben hier natürlich nicht entziehen. Wohin man ging, Musik, Musik, Musik…

Nach fast zwei Jahren Bauzeit sind die Luxus Appartements an der Copacabana fast fertig gestellt. Nun ging es darum Möbel und Einrichtungsgegenstände zu kaufen. Dies stellte eine besondere Freude für mich dar, denn die ganzen Wohnungen werden ausschließlich mit Design Klassikern aus den 50er und 60er Jahren ausgestattet. Wenn man an Rio denkt, denkt man sicherlich nicht an Antiquitäten, aber hier gibt es vieles, was Kunstliebhaberherzen höher schlagen lässt.

Zum Beispiel Möbel von Sergio Rodrigues. “Den Möbeln in Brasilien fehlte die Art der nationalen Identität, zu der die Architektur von Oscar Niemeyer, Lúcio Costa und deren Kollegen gefunden hatte.”1956 gründete Sergio Rodrigues in Ipanema, Rio de Janeiro, ‘Oca Industries’, eine Marke, die über Jahrzehnte zum Inbegriff des modernen brasilianischen Möbeldesigns wurde. Der gelernte Architekt übernahm traditionelle Materialien wie Leder, Eukalyptus und das Holz des Jacaranda Baums. Die Nähe seiner Entwürfe zu den Ikonen brasilianischer Kultur brachten ihm 1961 auf der ‘IV. Concorso Internazionale del Mobile’ (Italien) großen Erfolg ein: er wurde für seinen ‘Mole Chair‘ mit dem ersten Preis ausgezeichnet und das MOMA in New York nahm ihn in die ständige Sammlung für Design auf. Mit seiner großen Leidenschaft für Holz entwickelte er einfache, zum Teil aber auch hochkomplexe Holzkonstruktionen für den modularen Hausbau. Zu seinen bemerkenswertesten Entwürfen zählen u.a. die Brasilianische Botschaft in Rom, die Universidade de Brasilia, der Palacio dos Arcos, das Teatro Nacional in Brasilia und der Firmensitz von Editora Bloch in Rio de Janeiro.

In Antiquitätengeschäften wie in diesem hier, wurde ich fündig und ohne zu übertreiben, aber was ich da unter anderem in einem der Hinterhöfe entdeckte, hat mir fast den Atem verschlagen…

Stellt euch vor…ganz versteckt stand hier ein alter Louis Vuitton Koffer aus dem Jahr 1890 (!). Ein absolut unverkäufliches und handgefertigtes Unikat. Die Besitzerin ist Brasilianerin und hat den Koffer in der hiesigen Werkstadt aufarbeiten lassen. Der Antiquitäten Händler erzählte, dass er in seinem dreißig jährigen Geschäftsleben noch nie so ein kostbares Stück bei ihm im Hause hatte. Der Koffer gehörte dem Uhrgroßvater der Besitzerin, welche wiederum mit dem Loreal Chef Paris verheiratet ist und eigentlich in New York lebt. Also… wenn dieser Koffer Geschichten erzählen könnte…

Szenewechsel, ein Antiquariat mitten in der Stadt. Ich werde aufgrund der Auslage der wilden Barbies aufmerksam. Drinnen ertönt über Plattenspieler Miles Davis, irgendwie ganz lässige Atmosphäre, ich tauche ein in eine längst vergangene Zeit und werde aufs Neue fündig…

Ich hatte nicht damit gerechnet in Rio alte deutsche Zeitungen zu finden, aber eine Konstanze, eine Quick und noch das ein oder andere Exemplar aus den 30er Jahren gehörten als stilmäßige Ausstattung der Appartements zu meiner Beute. Und weil ich das Plattenspielererlebnis so berauschend fand, lief ich mir auf einem Flohmarkt die Haxen ab, bis ich beglückt einen alten Phillips Plattenspieler samt Bossa Nova Scheiben fand.

Flohmarkt? Retro? Irgendwie habt ihr euch Rio ganz anders vorgestellt? Klar, wie ihr hier sehen könnt gibt es auch die weltweit berühmte Seite. Zwei Millionen Menschen an der Copacabana an Silvester…Feiern bis der Arzt kommt :-)

Identität zeigen…

Montag, Oktober 4th, 2010

Im Dirndl aufs Oktoberfest gehen alle! Weshalb nicht nur zeigen was man hat, sondern auch wo man herkommt? Ich komme nun Mal aus dem Schwarzwald und da bin ich stolz drauf. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, auf das diesjährige Oktoberfest in München in einer Schwarzwälder Tracht samt Bollenhut aufzukreuzen…

Das war sehr lustig und wirklich sehr Aufsehen erregend. Ganz viele Menschen unterschiedlichster Nationalitäten haben mich angesprochen, wollten ein Foto von mir, wollten den Bollenhut anfassen. Ich hörte Kommentare wie: “Das ist mal eine ehrliche Tracht”, oder “Ohhh wie schön, der Schwarzwald ist auch vertreten” und vieles mehr. Mir wurde bewusst, dass der Bollenhut eine multisympathische Marke ist, die wirklich fast jeder kennt. Ich fühlte mich durch und durch wohl in meinem Outfit und kann allen Schwarzwälder Mädels nur empfehlen, diesen kleinen Identitätstest bei nächster Gelegenheit einmal selbst aus zu probieren.

Derzeit kann man einen richtigen hipe zu dem Thema Schwarzwald verzeichnen. Wie z.B. hier im Kaufhaus Breuninger in Freiburg werden Schwarzwaldmädels großformatig angepriesen. Marianne Mack (Gattin des Europapark Besitzers in Rust) hat ihre erste Schwarzwald Lady Kollektion auf den Markt gebracht, um die Schwarzwälder Trachten wieder salonfähig zu machen. Es entstehen neue Geschäftsideen wie z. B. diese hier: http://www.heimatsinn-schwarzwald.de

Kuckucksuhren, Trachten, Schwarzwaldidyll: Die süddeutsche Provinz wird nicht unbedingt mit urbaner Street Art in Verbindung gebracht. In seinen Uhren-Skulpturen lässt der Künstler Stefan Strumbel Rebellentum und Tradition heftig aufeinanderprallen - und hat Erfolg.

http://www.stefanstrumbel.com/

Als der “Stern” im vergangenen Jahr Karl Lagerfeld zu dessen 75. Geburtstag sieben Seiten widmete, stand der Geschichte ein eigenartiges Foto voran: Der Jubilar ist darauf im Profil abgebildet, rechts von ihm hängt eine überdimensionale Kuckucksuhr an der Wand, verziert mit grellbunten Schnitzereien und einer Sprechblase. Der Text: “What the fuck is Heimat?”

Für den Leser blieb das ungetüme Ding ein Rätsel. “Lagerfeld mit Kuckucksuhr-Skulptur in seinem Studio in Paris. Ein Selbstporträt des Meisters eigens für den ‘Stern’”, hieß es schlicht in der Bildunterschrift. Für Stefan Strumbel, 29, jedoch war es nichts weniger als “der Ritterschlag”. Als Lagerfeld seine Strumbel-Uhr geschenkt bekam - es war ein Mitbringsel der Offenburger Hubert Burda Media zu einem Fotoshooting für ein Frauenmagazin - verglich er sie mit einem “Blumenstrauß aus Nizza”, er sagte: “Ein neuer Ausdruck von deutscher Kultur, das ist sehr stimulierend.” Und nicht nur das, Strumbel hat es sogar nebst internationalem Erfolg in die New York Times mit dem Thema Heimat geschafft. Mehr dazu in diesem Artikel:

http://www.nytimes.com/2010/02/04/realestate/04location.html?_r=1&scp=1&sq=strumbel&st=cse

Nach dem vielen Feiern haben wir HEIMWEH. Bleibt uns nur, glücklich und zufrieden “NACHHAUSE” zu schwelgen…

- The End -

Sommer Sonne Sonnenschein

Freitag, Juni 11th, 2010

Ich bekomme sehr oft folgende Fragen gestellt: Wie hast du mit deiner Firma begonnen? Wie organisierst du dich? Wie bekommst du Kunden?

Dazu möchte ich euch ein paar Bücher vorstellen, die mir selbst sehr hilfreich waren und mich sehr inspiriert haben. (Leider nur in englisch erhältlich)

Handmade Nation ISBN:9781568987873

Es gibt mittlerweile ein Phänomen, es wir von crazy crafting gesprochen. Eine große Welle, die aus den USA kommt, aber Wogen weltweit schlägt. In diesem Buch werden ganz verschiedene kreative Menschen mit ihrer Start up Geschichte vorgestellt. Das Buch ist begleitend zu einem Doku-Film entstanden, der leider bei uns noch nicht zu sehen ist. Sehr inspirierend! Es gibt auch einen Blog dazu unter: www.handmadenationmovie.com

Craft inc. ISBN:13978081185836-6

Hier geht es darum aus seinem kreativen Hobby ein Business zu machen. Bei mir war es das Bauen und Gestalten, aber dass kann bei jedem etwas anderes sein. In diesem Buch werden auch sehr viele erfolgreiche Firmen vorgestellt und es werden einem sehr viele praktische Tipps für die Existenzgründung gegeben.

The Handmade Marketplace ISBN:9781603424776

Hier geht es ganz gezielt um Strategien, wie man online weltweit erfolgreich selbstgemachte Produkte verkaufen kann. Auch immer mit Beispielen und Storys von erfolgreichen Onlineverkäufern/innen. Das Buch ist auch ein gutes Beispiel, wie die Craft Szene international zusammenarbeitet, sich wohlgesonnen ist, sich gegenseitig empfiehlt und so auch als Community ungewöhnliche und neue Wege beschreitet. Sehr empfehlenswert!

Hey, ist es wirklich schon Sommer? Kaum zu glauben, nach dem vielen Regen und den nasskalten Tagen. Die Kinder am Fluß haben das sofort begriffen, getreu dem Motto: “Pack die Badehose ein.”

In meinem neu angelegten Gemüsegarten wächst und gedeiht alles ganz fantastisch und schon seit Tagen gibt es frischen Salat, Radieschen und seit neustem auch schon die ersten zuckrig süßen Erdbeeren.

Unter dem Aspekt der Wirktschaftlichkeit kann man den eigenen Gemüseanbau natürlich nicht betrachten. Ein Salatsteckling kostet 20 Cent, ein augewachsener Salat im Supermarkt 29 Cent. Denoch muss ich gestehen, dass mich meine Überproduktion an Biogemüse mit ganzem Stolz erfüllt:-)

Wann habt ihr das letzte Picknick gemacht? Das ist doch wirklich ein Grund anzustoßen.

Um den Sitzbereich etwas abzuschotten, haben wir am Wochenende einen Sichtschutz aus Haselnußweiden angebracht. Sieht noch etwas nüchtern aus, aber rankendes Grün ist schon gepflanzt. Hier eine Abendstimmung aus meinem Gemüsegarten…nach einem arbeitsreichen Tag kann ich hier voll und ganz entspannen und wieder viel Energie tanken.

What´s up?

Samstag, März 27th, 2010

Wenn man an die Arabischen Emirate denkt, fällt einem meist Dubai mit all seinen Klischees ein. Und die gibt es natürlich, wie ihr auf diesem Bild sehen könnt.

Die Wirtschaftskrise hat zweifellos auch die arabische Welt erreicht, unabhängig davon wird nach wie vor gebaut, investiert und gestaltet, was das Zeug hält.

Ich war mit einem meiner deutschen Investorenkunden zu Besuch in Rash el Khaimah, einem der weniger bekannten Emirate rund 60 km von Dubai entfernt. Hier baut der Investor direkt am Strand Appartementhäuser, eine Shopping-Mall, ein Business-Tower, sowie ein 5-Sterne-Hotel. Alles wird nach deutschem Standard gebaut, ausgestattet und designt. Für mich sind diese unbegrenzten Möglichkeiten selbstverständlich eine riesige Spielwiese.

Nicht selten geht mir hier die Phantasie durch und das Schöne daran: alles ist möglich! Projekte in dieser Größenordnung werden natürlich nicht von heute auf morgen realisiert, aber alles geht hier doch verhältnismäßig schnell. Die ersten Häuser werden schon Ende des Jahres bezugsfertig sein und sind jetzt schon in der Vermarktung. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, was Schönes bei diesem spannenden Projekt rausgekommen ist :-)

Falls ihr Lust auf einen Traum aus tausendundeiner Nacht habt, kann ich euch eine wunderbare Hotelempfehlung geben… Übernachten mitten in der Wüste! Einfach einzigartig!!!

http://www.banyantree.com/en/al_wadi/overview

Diesen Monat war auch die Eröffnung einer Gemeinschaftspraxis in Freiburg, für dessen Ärzteteam ich das Umbaukonzept und den Entwurf einer Theke gemacht habe. Hier seht ihr den Entwurf des Möbels als kleines Modell und das Endergebnis. Die Theke ist aus MDF-Platten gefertigt und mit Klavierlack veredelt worden. Trotz des engen Zeitrahmens haben wir alles noch rechtzeitig hinbekommen. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an alle Subunternehmer, die eine super Arbeit abgeliefert haben.

Ich bin nicht nur eine Blogschreiberin, sondern auch eine begeisterte Blogleserin. Deshalb möchte ich euch heute ein paar meiner Lieblingsblogs vorstellen:

http://www.designspongeonline.com

Eine sehr inspirierende Interiorseite, mit vielen Vorher-/Nachher-Bildern und spannenden Anregungen für ein schöneres Zuhause. (englisch)

http://www.coldantlerfarm.blogspot.com

Eine junge Großstadt-Illustratorin, 26 Jahre alt, hat ihren Lebenstraum wahr gemacht und lebt mit ihren Huskies, Schafen und samt Streichelzoo auf einer Minifarm in the “Middle of Nowhere”. Darüber hat sie auch ein sehr charmantes Buch geschrieben. So jung und schon so weise… (englisch)

http://www.yvestown.com

Eine belgische Interiordesignerin und Fotografin stellt sich vor. Auf ihrer Seite zeigt sie sehr viele Anregungen zum Selbermachen. Die stimmungsvollen Bilder sind ein Fest für die Sinne. (englisch)

http://decor8blog.com

Eine Autorin und Interiordesignerin in Deutschland mit einem sehr erfolgreichen und kreativ-sinnlichen Blog mit über 25.000 Lesern/innen täglich. (englisch)

http://www.etsy.de/blog/

Endlich und lange erwartet erobert die Erfolgsplattform für Selbstgemachtes www.Etsy.com aus USA  auch den Rest der Welt. Reinschauen lohnt sich…

So meine Lieben, ich hoffe euch steht ein schönes und erholsames Weekend bevor. Diese Woche sind wir ja schon reichlich mit Sonne belohnt worden. Anbei noch frühlingsfrische Grüße vom Starnberger See, wo ich diese Woche ausnahmsweise ganz privat und entspannt wunderschöne Stunden verbracht habe. Bis bald, liebe Grüße von mir, meinen Wauzis Mimi und Pablo sowie Grüße an den Ausnahmefotografen T. aus M.

Bautagebuch Rio de Janeiro

Dienstag, Februar 16th, 2010

In Deutschland schlichen Eskimos um mein Haus und die ewige Schneeschauflerei hatte schmerzende Hände hinterlassen. Da war es eine willkommene Abwechslung, den Arbeitsplatz für eine Baustellenbesichtigung kurzfristig an die Copacabana zu verlegen. Ich hatte euch ja schon vom Bauvorhaben in Rio berichtet und nun sind es noch vier Monate bis zum Fertigstellungstermin. Die letzten Entscheidungen waren zu treffen, Materialien mussten ausgesucht und geordert werden, denn die Arbeiten laufen auf Hochtouren.

Hier ist ein Entwurf für eine der Terrassen. Darunter seht ihr, wie weit die Bauarbeiten bereits fortgeschritten sind.

Habe ich euch schon erzählt, dass ich Baustellen liebe? Es ist tatsächlich so! Mir kommen sie immer wie ein riesiger Spielplatz vor. Mit einem Sandkasten und den richtigen Förmchen entstehen hier ganz erstaunliche Dinge…

Ich kann natürlich verstehen, dass sich viele von euch bei solchen “Einblicken” nicht viel vorstellen können. Zum Glück gibt es auch sehr schöne “Ausblicke” — von der Baustelle direkt auf den Zuckerhut.

Auch Böden einkaufen funktioniert in Brasilien etwas anders. Das vielfältige Angebot schnell nachwachsender Hölzer ist ein Traum! Sie sind sehr gut im Außen- und zugleich im Innenbereich einsetzbar. Wir haben uns für Ipé Champagne entschieden. Das ist ein wunderschönes, lebendiges Holz in einem mittelbraunen samtigen Ton. Wenn ihr sehen wollt, wie das als Schiffsholzdiele fertig verlegt aussieht, müsst ihr euch noch etwas gedulden.

Rio ist ein wahres Einkaufsparadies und lässt für Privatleute und Bauherren keine Wünsche offen. Es zeigt sich hier natürlich auch, dass es nicht nur viel Armut, sondern auch sehr viel Wohlstand gibt. Hier eines der vielen sehr stylischen Küchenstudios. Es gibt hier in der gehobenen Preisklasse wirklich alles, was das Einkaufsherz begehrt.

Natürlich fehlt es auch nicht an erfrischenden Cocktails. Wenn du bei 35 Grad die meiste Zeit auf einer staubigen Baustelle verbringst, schmecken die Drinks am Abend natürlich doppelt so gut:-)

Immer präsent auch die Polizei. Ein ganz schöner und friedlicher Anblick, die Herren und Damen so hoch zu Roß (auch wenn “schön” hierfür sicherlich der falsche Ausdruck ist und der Eindruck sehr trügerisch sein kann)

Der Karneval ist in Rio nun voll im Gange. In der Stadt herrschte schon in der Vorbereitungszeit eine aufgeheizte Ausgelassenheit, die es wohl nur hier gibt und der man sich auch nicht entziehen kann…

Wieder in good old cold Germany angelangt, muss ich mich erst wieder an dicke Socken, Mütze, Schal und warme Handschuhe gewöhnen. Ist ja klar, dass bei uns unter diesen Wetterbedingungen und mit dieser Outfitgrundlage nie der Samba erfunden werden konnte.

Feiert schön und habt Spaß. Bei uns sagt man “Narri Narro”!!!

Strand meiner Träume

Montag, August 17th, 2009

Es ist noch gar nicht so lange her, da sind wir gesegelt. Von der Türkei nach Griechenland und wieder zurück.

Einer der schönsten Zwischenstationen war für mich in “Gümüslük”, einem kleinen, süßen Ferienort in der Türkei. Hier entdeckten wir beim Paddeln morgens dieses herrliche, ganz einsame und verlassene Restaurant…

Zunächst ziemlich unscheinbar, jedoch bei näherer Betrachtung höchst interessant…

Im Sogan Sarmisakr kocht eine echte Grand-Dame höchstpersönlich in ihrem alten Steinhaus, dessen Türen im Sommer für Gäste und Freunde geöffnet sind.

Wir haben zwar das meiste nicht verstanden, was wir auf der Karte fanden, aber in der Küche wurde schon fleißig Gemüse geschnippelt, Zwiebeln geschmort und uns lief augenblicklich das Wasser im Mund zusammen.

Hier gefiel es uns, denn es war richtig schön bunt und schrill, viel Strandgut und Fundstücke jeglicher Art wurden wild in Szene gesetzt.

Abends verwandelte sich alles durch ganz viele Kerzen in ein Lichtermeer und ihr werdet es nicht glauben… das Lokal ist auf Wochen im Voraus ausgebucht. Wen wundert’s? So einfach kann Erlebnisgastronomie aussehen:-)

Oft erinnere ich mich an den Strand meiner Träume zurück und jedesmal schmelze ich förmlich dahin :-)

Schaut mal vorbei, wenn ihr in der Ecke seid. Es lohnt sich!

http://bodrumonline.biz/ssarmisak.htm

Rio de Janeiro

Donnerstag, Juli 9th, 2009

Hallo meine Lieben! Der letzte Blogeintrag ist lange her, aber es ist auch allerhand passiert. Zuerst war ich im Urlaub auf Mallorca und danach geschäftlich in Rio. Hier ein paar Impressionen:

Ein Kunde von mir hat direkt am Strand der Copacabana in 1a-Lage das Dach eines Hochhauses gekauft und ich gestalte das Umbaukonzept von einigen Penthäusern, die hier bis Ende des Jahres entstehen werden. Die Tage in Rio waren sehr arbeitsreich, aber auch sehr spannend. Mit Thorsten Nolte arquitetos.arq.br, dem Architekten vor Ort, habe ich die ganzen Entwürfe und Pläne besprochen, Materialien ausgesucht und gegrübelt, wie alles optimal im Detail um- und ausgebaut werden kann. Hier bei der Arbeit in lockerer Atmosphäre:

An einem Sonntag war ich im Stadtviertel Santa Teresa unterwegs. Dort leben alle Künstler und Freaks. An diesem Wochenende gab es einen Tag der offenen Tür und die zahlreichen Ateliers waren geöffnet, meist sogar in den Priatwohnungen und Privathäusern. Die richtige musikalische und kulinarische Untermalung hat natürlich nicht gefehlt. Das war sehr eindrucksvoll und man konnte in Rio die Menschen und die Lebensfreude hautnah erleben.

Bei all den schönen und reizvollen Seiten Rios gibt es natürlich auch viele Missstände und Armut. Auf die Frage, ob es in Brasilien auch die Wirtschaftkrise gibt, folgt die Antwort der Einheimischen: “Wir haben so viele Krisen im Land, dass es auf eine mehr oder weniger auch nicht ankommt.” Hier eine große Installation aus Keramikfliesen an einer Fassade zum Thema Menschenrechte an der Copacabana.

Nach den vielen Stunden der Heimreise bin ich nun aber auch wieder glücklich zu Hause zu sein, denn da ist es ja bekanntlich am schönsten :-)

Die drei Damen vom Grill

Mittwoch, April 15th, 2009

Meine Lieben, ich hoffe ihr habt schöne Ostertage verbracht. Leider sind sie viel zu schnell vorbei gegangen. Ich habe ein paar Tage bei meiner Freundin Sabine und ihrer Tochter Hana in Frankreich verbracht. Sabine wohnt wie im Paradies auf Erden im schönen Südburgund, 80 km von Lyon entfernt.

Wir drei haben es uns kulinarisch richtig gut gehen lassen und zusammen gekocht, was das Zeug hielt.

Selbstgemachte Salbei-Spinat-Ravioli, Kalbshaxe mit Reis, Erdbeer-Rabarber-Tiramisu und viel mehr… Es gab viel zu tun!

Seit über 15 Jahren verbindet uns eine Freundschaft. Wir haben schon so manche exzessive Kochsession gemeinsam erlebt, und schon viele Osterhasen zusammen gesucht. Selbstverständlich darf die dazu gehörende Ostertafel nicht fehlen.

Dieses Jahr war das Wetter nicht so schön, deshalb mussten wir das Osterfrühstückchen drinnen einnehmen. Aber bei diesem herrlichen Ausblick, ist auch diese Alternative ein Hochgenuß.

Natürlich hat diese Gegend noch Vieles mehr zu bieten. Herrliche Schlößer, alte Klöster, tolle Golfplätze, ausgiebige Wandermöglichkeiten und viele Gaumenfreuden. Hier eine Impression von meiner Lieblingspatisserie in der nächsten Ortschaft Cluny. Hmmm…! Lecker, lecker, lecker, sage ich euch!

Falls ihr Lust habt, selbst einmal herzukommen, so besucht doch meine Freundin Sabine und wohnt in ihrem zuckersüßen Gästehaus “Maison Pomme”. Sie freut sich und bietet euch gern ihr kleines Reich für sicherlich unvergesslich schöne Urlaubstage an.

Mehr Infos hier:

maisonpomme_newsletter_no01_200903

So schöne Moleküle

Dienstag, März 24th, 2009

Die letzten 10 Tage habe ich so viel erlebt, dass ich gar nicht weiß, womit ich anfangen soll.

Beginnen wir mit einem Kochkurs im Restaurant Bachofer in Waiblingen.

www.bachofer.info

Ein stylisches Restaurant mitten am Marktplatz, mit einer vollständig verglasten Küche.

Meine Freundin Kerstin hatte Geburtstag und hat ihre Freunde zum Molekularkochkurs eingeladen. Morgens um 9.00 Uhr ging es los und wir kochten und schlemmten bis am Nachmittag um 16.00 Uhr.

Es gab köstliche Zutaten und unter Profianleitung entstanden insgesamt 10 Gänge voller exotischer Gewürze, frostigen Schäumen, im Mund explodierender Süßspeisen, diverse Texturen und Konsistenzen, welche davor noch nie auf meiner Zunge zergangen sind. Es hat nicht nur sehr viel Spaß gemacht, sondern das Endergebnis war auch wirklich sehr lecker.

Zu so einem köstlichen Essen gehört natürlich auch der richtige Wein. Ein Sommelier lies uns aus schwarzen Gläsern den Unterschied der verschiedenen Weisen und Roten herausfinden. Zu jedem Gang ein neues Weinchen…highs, wie gut, dass unsere Gastgeberin sogar Shuttle Busse organisiert hatte.

Wenn ihr alle Bilder sehen wollt, die gibt es hier: kochkurs-14032009

Die Franzosen zeigen Humor

Sonntag, März 8th, 2009

Während es draußen regnet und schneit, erstrahlt die neue Werbekampagne von Pomdapi voller Lebensfreude und Humor. Es handelt sich zwar um Kinderschuhe, aber auch ohne Kind hat man seine wahre Freude an diesen Bildern…superlach:-) Mehr davon unter:

http://www.pomdapi.fr/va/accueil.php

Nicht nur bei den Kleinen geht es bunt und romantisch zu, sondern auch bei den Großen, mit den großen Geldbeuteln. Ich traute kaum meinen Augen beim Katalog Durchblättern des Luxus-Traditions-Unternehmens Hermes aus Paris.

Und was lese ich da?

“Schildkröte, Hamster, Kaninchen oder Giraffe: Die Qual der Wahl. Schließlich habe ich mich entschieden. Ich werde ihn streng erziehen. Er darf nicht in meinem Zimmer schlafen. Die Ernährung ist ausgewogen und regelmäßige Wochenendausflüge aufs Land sind geplant. Was noch? Ach so, ich habe ihn “Honoré” genannt. Ein hübscher Name für ein Kaninchen, nicht wahr”

Und was sehe ich da?

Auf den letzten Seiten kommt es noch besser: Krawatten mit Glücksklee, Maikäfer, Spielkarten, Würfeln und Pferdehufe - na Bitte, da sagt Mal einer es lässt sich in der Finzanzkrise als Bankangestellter nicht die richtige Krawatte finden.

Mehr unter www.hermes.com

Ich wünsche euch einen humorvollen Start in die Woche, eure Ines

Kakao & Liebe

Sonntag, Januar 18th, 2009

Zeit und Muße bei heißer Schokolade und einem guten Buch. Das liebe ich!

Gestern kam eine Reportage in Arte über Gianluca Franzoni aus Italien, einem Avangardisten in Sachen Schokoladenherstellung. Ich habe Mal per Zufall auf einer Slow Food Messe ein Stücken seiner Schokolade probiert und bin seit dem diesem unvergleichbarem Geschmack verfallen. Er produziert ohne Zucker und ohne Milch. Die Herstellung ist so aufwändig, vergleichbar wie bei den Spitzen Rebsorten von den teuersten Weinen.

mehr Infos unter: http://www.shop-quintessenz.de/shop.php?domori-schokolade

Nach der spannenden Reportage (könnt ihr euch noch eine Woche online ansehen unter  http://www.arte.tv/de/programm/242,day=1,week=4,year=2009.html ) habe ich mit meiner Mutter einen Nachtflohmarkt in Freiburg besucht. Hier habe ich diese zwei süßen Holzfigürchen für sage und schreibe 5 Euro aus den 60iger Jahren erstanden. Sind sie nicht süß?

Außerdem ein Buch von 1963 mit dem Titel: “Die Blumen des Herrn Albin.” Untertitel: “Tagebuch eines Sanftmütigen”

Diese herrlich illustrierte Geschichte handelt von einem armen Junggesellen in einer großstädtischen Hinterhofmansarde, der das Leiseste und Zarteste seines Lebens hütet wie seinen Augapfel: Blumen.

Ob idyllisch oder problematisch, immer sind Albins Erlebnisse mit Blumen, Frauen, Freunden beschwingt durch jene Heiterkeit, die eine höhere Stufe des Menschlichen bedeutet und Zeugnis gibt vom gelassenen Drüberstehen des stilvollen Lebenskünstlers und echten Philosophen.

Ich habe das Buch am heutigen verregneten Sonntag mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht verschlungen…herrlich!!!

HAPPY NEW YEAR!

Freitag, Januar 2nd, 2009

…und, gut reingerutscht?

Am letzten Tag im alten Jahr habe ich Mittags spontan bei meinen Freunden Katja und Armin gemütlich in der Küche verbracht. Es gab köstlichen Lachs und Champagner, sowie einiges zu erzählen. Es war gerade gut dass ich da war, denn Armin kochte mein Rotkraut Rezept nach, bzw. veränderte sein eigenes Rezept so, dass es eine Mischung aus beiden Rezepten wurde.

Wichtig an seinem Rezept…viiiiiel Alkohol. Nachdem der Champagner alle war,  tranken wir den Rotwein weiter, mit dem auch das Rotkraut verfeinert wurde. Danach sah ich verwundert zu, wie edle Schnäpse und Brände ebenfalls in den Kochtöpfen verschwanden.

Das Kaaaramelisieren der Frühlingsschwiebeln und Äpfeln in Ho-honig ho-highs, wurde noch durch die Zugabe von Pinienkernen und Himbeerenmarmelade ge ge gewas? Ah, gedopt, eh getoppt. Ischhätdeslätschteglasweinnidtrinkesolle…

Zum Abschluss kamen noch super aphrodisierende Gewürze aus Ägypten dazu. Dann kam der große Moment des Probierens und ich muss schon sagen: “Riesen Kompliment an den Koch!”

Aber irgendwie war nach der Kochsession alles etwas anders als vorher…

findet ihr nicht auch?

Weihnachtliches aus der Miniküche

Freitag, Dezember 12th, 2008

Meine Gäste brauchten fast Schneeschuhe, um in die gute Stube zu gelangen.

Damit es richtig schön nach Weihnachten geduftet hat, hatte ich schon mal die Bratäpfel auf den Kamin gestellt.

Butter, Honig, Zimt, Rosinen, Nüsse…riechen winterlich sinnlich.

Es gibt einige Dinge, die fehlen in meinem Haushalt aus Überzeugung. Dazu gehören ein TV, eine Spülmaschine und zwei Kochplatten…

Jawoll, ihr habt richtig gehört. Ich koche auf zwei, anstatt auf vier Herdplatten. Ich bin eine begeisterte Köchin und behaupte schlichtweg, dass ich alles auf 2 Herdplatten zaubern kann.

Gestern gab es:

Blumenkohl-Kokos Suppe mit Ingwerschaum und weihnachtlichen Salbeibutter-Croutons

Rinderfilet mit Kartoffelpüree und karamelisiertem Rahmrotkraut

Bratäpfel mit Zimtstrudeleis

Da meine Gäste nach dem Rezept der Suppe und dem Rotkraut gefragt haben, möchte ich hier etwas aus dem Nähkästchen plaudern.

Einen ganzen Blumenkohl waschen, zerkleinern und in etwas Gemüsebrühe gar kochen. Dazu kommt 1/4 l Milch, 1 Dose Kokusmilch, eine kleine Knolle Ingwer in Stücke geschnitten, etwas Creme Fraiche, schwarzer Pfeffer, Salz und etwas Zimt. Die Suppe mit dem Zauberstab szzzzzzzzzzp szzzzzzzzp szzzzzzzp…ihr wisst schon…

Weißbrot mit Weihnachtsförmchen ausstechen und in der Pfanne mit Butter und frischem Salbei knusprig ausbacken. Damit die Suppe dekorieren und fertig ist die Vorspeise.

Für das Rotkraut 2 Scharlotten und eine Knoblauchzehe in Butter glasig dünsten und mit 6-7 Eßl. Honig bedecken. Nun bei mittlerer Hitze schön karamelisieren lassen. Nicht rühren!

Dazu kommt bestes Rotkraut, einen ganzen Boskop Apfel in kleine Stückchen geschnitten, der Saft einer Zitrone, Salz, Pfeffer, etwas Zimt und das Ablöschen mit einem leckeren Rotwein.

Da hinein ein Gewürzsäckchen gefüllt mit ein paar Nelken, 2 Lorbeerblättern und Kreuzkümmel. Mindestens eine halbe Stunde köcheln, danach Gewürzsäckchen entfernen und vor dem Anrichten etwas Creme Fraiche unterheben.

Bon Appetit!

Selbstgemachter Schlehenlikör - Vorsicht - Suchtgefahr!

Montag, Dezember 8th, 2008

Meine Freundin Sabine wohnt in Frankreich auf dem Lande, im schönen Südburgund und sie ist daran schuld, dass ich auf Schlehenlikör nicht mehr verzichten möchte.

Als ich ihn das erste Mal diesen Sommer in Frankreich probiert habe, war für mich klar: “Oberlecker, auch haben wollen”

Hier das Original-Rezept von Sabine:

Am besten ist das Ergebins, wenn die Beeren schon etwas Frost bekommen haben. Ich habe meine Beeren im November gepflügt. Danach die Beeren waschen und auf ein Backblech legen und mit einem spitzen Küchenmesser ganz oft einpiecksen, damit der Saft austreten kann.

Die so behandelten Beeren in ein Einmachglas geben, Zucker zu gleichen Teilen darauf geben und mit sehr gutem und edlen Brand auffüllen. Ich persönlich bin Fan vom “alten Pflümli” der Firma Scheibel aus unserer Regio. http://scheibel-brennerei.de/site/

Nun das Glas ein paar Tage am Licht stehen lassen und täglich schütteln. Danach ab in den Schrank und nun kommt das wirklich GEMEINE an diesem Rezept: Ein Jahr “unberührt” stehen lassen. Boah ist das gemein!

Nach einem Jahr die Beeren mit der Flüssigkeit durch ein Tuch abgiesen und den fertigen Likör in einer Flasche “gut” verschließen.

Ich habe noch einen Rest von meiner Freundin Sabine und in einem Jahr werde ich euch berichten, wie die beiden Liköre im Geschmackstest abschneiden. Wenn bis dahin noch etwas übrig sein sollte…  :-)