Archiv für die ‘Für dich entdeckt’ Kategorie

Rotterdam Amour

Freitag, Juli 23rd, 2010

Anlässlich des größten Jazz Festivals der Welt, hat es mich nach Rotterdam verschlagen. Die Begrüßung, oder eher Beküssung am Flughafen von Amsterdam unterscheidet sich doch schon sehr, von dem was man so kennt.

Ganz wichtig ist natürlich ein anständiges Hotel. Was heißt denn eigentlich anständig? Darf es auch etwas unanständiges sein? Vielleicht mit Blümchengardienen und Retrokitsch, eher an eine südamerikanische Spelunke erinnernd, mit einem Hauch Orient und der Vermutung, dass die bedienenden Schönheiten wohl eher Töchter von kolumbianischen Drogendealern sind? Na dann seid ihr hier goldrichtig!

Das Hotel Bazar ( http://www.hotelbazar.nl ) besticht durch seine skurrilen Themenzimmer, einem 24 Stunden Frühstücksservice der Superlative und der besten Lage in der Strasse Witte de With. Denn das ist die absolut hippe Straße in Rotterdam mit ausgefallen Shops, Galerien, Kneipen und dem Dessous Laden von Marlis Dekkers ( http://www.marliesdekkers.com ), indem regelmäßig Madonna und die Sex in the City Girls gesichtet werden. Hier ein Buch was sich auf unserem Zimmer befand, welches sich ausschließlich dieser besonderen Straße widmet.

Unser Hotel Bazar ist natürlich auch erwähnt.

Früh übt sich..in einem der angesagttesten Designerläden ( http://www.margreetholsthoorn.nl ) gibt es selbstgemachte Ketten von Ina, 7 Jahre alt zu kaufen für sage und schreibe 59 Euro. Na wenn diesem Mädchen keine große Karriere als Designerin bevorsteht :-) Die Verkäuferin war so freundlich, mir für die Super Balls der Nachwuchsdesignerin Model zu stehen…

Die gleichen Macher haben auch einen Herrenklamottenladen ein paar Häuser weiter.

Die Räume sind preisgekrönt und wurden von dem Designer Richard Hutten ( http://www.richardhutten.com ) gestaltet. Rohe Wände, Decken und Innenleben wurde gnadenlos und frech in Hautfarben (!) gestrichen und eine Theke aus Styropor in der Farbe Türkis entworfen.  Sogar die Kabeltrommeln und der PC wurde so gestrichen. Also mehr Low Budget geht nicht. Interessant in Anbetracht der Designer Fummel, die bei einem Stückpreis ab 1500 Euro feil geboten werden. Genauso charmant die Improvisiertheit: man muss auch hier nicht zwingend in Schlips und Kragen auftreten, es gibt keine schlechtgelaunten Verkäufer mit mitleiderregenden Hundeblick - die Lässigkeit, die Dinge hinzunehmen, wie sie kommen, war ansteckend und sorgte für eine entspannte Atmosphäre, die sich in der ganzen Stadt wiederspiegelte.

In unserem Zimmer lachte mich täglich dieses Tablett an und irgendwie glaube ich an Zeichen, denn an einem Kiosk sprang mich sofort der Titel dieser Zeitschrift an, welche kurz darauf MEINS war:

Und was für ein herrliches, kreatives und inspirierendes Heft! Eine Mischung aus Bastelbögen, Illustration, Reportagen und alles kunstvoll gezeichnet und gestaltet. Es ist sogar noch ein persönliches Ferientagebuch beigelegt. Also ich gebe MEINS nicht mehr her!

Es gibt auch einen niedlichen Blog dazu: http://flow.web-log.nl/

Sicherlich sind eure Koffer auch schon gepackt. Wo geht es denn hin? Ich wünsche euch jedenfalls eine wundervolle Ferienzeit mit spannenden Entdeckungen, viel Zeit und fühlt euch von der Muse geküßt. Genießt sämtliche Hitzwellen, Wasserwellen und Dauerwellen von unverdrossenen Strandurlaubern. Bis bald, Plitschplatsch

Eure Ines

Sommer Sonne Sonnenschein

Freitag, Juni 11th, 2010

Ich bekomme sehr oft folgende Fragen gestellt: Wie hast du mit deiner Firma begonnen? Wie organisierst du dich? Wie bekommst du Kunden?

Dazu möchte ich euch ein paar Bücher vorstellen, die mir selbst sehr hilfreich waren und mich sehr inspiriert haben. (Leider nur in englisch erhältlich)

Handmade Nation ISBN:9781568987873

Es gibt mittlerweile ein Phänomen, es wir von crazy crafting gesprochen. Eine große Welle, die aus den USA kommt, aber Wogen weltweit schlägt. In diesem Buch werden ganz verschiedene kreative Menschen mit ihrer Start up Geschichte vorgestellt. Das Buch ist begleitend zu einem Doku-Film entstanden, der leider bei uns noch nicht zu sehen ist. Sehr inspirierend! Es gibt auch einen Blog dazu unter: www.handmadenationmovie.com

Craft inc. ISBN:13978081185836-6

Hier geht es darum aus seinem kreativen Hobby ein Business zu machen. Bei mir war es das Bauen und Gestalten, aber dass kann bei jedem etwas anderes sein. In diesem Buch werden auch sehr viele erfolgreiche Firmen vorgestellt und es werden einem sehr viele praktische Tipps für die Existenzgründung gegeben.

The Handmade Marketplace ISBN:9781603424776

Hier geht es ganz gezielt um Strategien, wie man online weltweit erfolgreich selbstgemachte Produkte verkaufen kann. Auch immer mit Beispielen und Storys von erfolgreichen Onlineverkäufern/innen. Das Buch ist auch ein gutes Beispiel, wie die Craft Szene international zusammenarbeitet, sich wohlgesonnen ist, sich gegenseitig empfiehlt und so auch als Community ungewöhnliche und neue Wege beschreitet. Sehr empfehlenswert!

Hey, ist es wirklich schon Sommer? Kaum zu glauben, nach dem vielen Regen und den nasskalten Tagen. Die Kinder am Fluß haben das sofort begriffen, getreu dem Motto: “Pack die Badehose ein.”

In meinem neu angelegten Gemüsegarten wächst und gedeiht alles ganz fantastisch und schon seit Tagen gibt es frischen Salat, Radieschen und seit neustem auch schon die ersten zuckrig süßen Erdbeeren.

Unter dem Aspekt der Wirktschaftlichkeit kann man den eigenen Gemüseanbau natürlich nicht betrachten. Ein Salatsteckling kostet 20 Cent, ein augewachsener Salat im Supermarkt 29 Cent. Denoch muss ich gestehen, dass mich meine Überproduktion an Biogemüse mit ganzem Stolz erfüllt:-)

Wann habt ihr das letzte Picknick gemacht? Das ist doch wirklich ein Grund anzustoßen.

Um den Sitzbereich etwas abzuschotten, haben wir am Wochenende einen Sichtschutz aus Haselnußweiden angebracht. Sieht noch etwas nüchtern aus, aber rankendes Grün ist schon gepflanzt. Hier eine Abendstimmung aus meinem Gemüsegarten…nach einem arbeitsreichen Tag kann ich hier voll und ganz entspannen und wieder viel Energie tanken.

Frühlingserwachen in Marrakech

Mittwoch, April 14th, 2010

Noch blüht überall die wilde Kamille, doch bald wird hier auf einer Fläche von insgesamt zwei Hektar ein Komplex mit Haupthaus, Nebenhäusern, Hamam, Tennisplätzen und Poolhaus gebaut, der die Atmosphäre und den Charme einer traditionellen Villa mit moderner Architektur verbindet.

Der architektonische Gesamtentwurf dieses exklusiven Hotel-Resorts stammt aus meiner Feder und ich freue mich schon sehr auf die kommenden Monate, denn Baubeginn ist im Juni. Bis zur Fertigstellung nächstes Jahr werde ich alle sechs Wochen hier sein und mich um die Realisierung des Projekts kümmern.

Es ist mir immer eine besondere Freude, wenn ich mit interessanten und spannenden Menschen zusammenarbeiten kann. Zum Beispiel mit Sandra, einer ganz lieben Geschäftspartnerin, die schon seit über zwei Jahren in Marrakech lebt und arbeitet. Sie bringt sehr viel Know-how und jede Menge Lebensfreude mit.

Ich kenne keinen Ort dieser Welt, der über so viele einzigartige Hotelprojekte, Restaurants, Clubs und Bars verfügt wie Marrakech. Deshalb möchte ich euch hier ein paar kleine Tipps geben:

Auf den Bildern seht ihr das Murano-Resort. Es ist deshalb etwas Besonderes, weil es eines der ersten Design-Hotels war und einen roten Pool hat. Es gab eine spektakuläre Eröffnungsfeier in Kooperation mit Absolut Vodka, über die man heute noch spricht. Da wurde im Hochsommer der ganze Pool eingefroren und im Garten aus Eis geschnitzte Statuen aufgestellt. Dazu gab es coolen Clubsound und natürlich reichlich Wodka…

http://marrakech.muranoresort.com/murano.html

Mein Lieblingshotel mitten in der Medina ist jedoch das Anayela. Sehr persönlich geführt, mit ganz außergewöhnlichem Design. Nicht umsonst mehrfach ausgezeichnet, obwohl es nur über eine Hand voll Zimmer und einen Minipool verfügt. Hier der Blick von der Dachterrasse über die Dächer der Altstadt und im Hintergrund das Atlasgebirge.

http://www.anayela.com/

Wer lieber ein modernes Hotel mitten in der Stadt mit einer tollen Sky-Bar und einem hippen Restaurant mag, dem kann ich das BAB Hotel empfehlen.

http://www.babhotelmarrakech.com/

Schräg gegenüber ein sehr empfehlenswertes, ganz traditionelles Restaurant in einem alten Stadtpalast mit lecker Essen und gemütlicher Bar.

http://www.latrattoriamarrakech.com/

Ein Besuch lohnt sich also! Die Gegensätze ziehen sich hier an und dadurch entsteht eine gewisse Magie, der man sich nur schlecht entziehen kann.

„Diamonds are a girl’s best friend”…

Samstag, Januar 30th, 2010

…das kann Frau von Welt ja nicht deutlich genug betonen - und diese Wahrheit gilt global: von Berlin über Tokio bis nach Kuwait. Eben dort hat das Juwelier-Label „Octium”, das Schmuckstücke verschiedener exklusiver Designer anbietet, jüngst seine Pforten geöffnet. Gestaltet wurde das Interiordesign des Ladens von niemand geringerem als Jaime Hayon, der mit seinen fantastischen und clownesken Inszenierungen seit Jahren das klassische Designverständnis unterwandert.

Schon seit mindestens 15 Jahren ( ENDLICH! Allen verrückten und mutigen Designern sei Dank!!!) sind die Zeiten vorbei, in denen vermögende Menschen ihren Luxus mit Marmorböden, goldenen Wasserhähnen, kathedralen Wandbemalungen zeigten und sich protzig selbst inzenierten. Nun ja, einige tun es immer noch, aber die sind outer als out :-) Eine neue Form der Ästhetik und Geschmack mit viel Humor, aber auch Liebe zu neuen Materialien und Qualität erobert die Welt…

In diesem Fall ist Jaime Hayon wieder ein Geniestreich gelungen, der sogar von Kuwaitis verstanden wird:  ohne Furcht vor Kitsch und opulenten Farb- und Formspielen hat er einen märchenhaften Ort geschaffen, an dem das Einzige, das wirklich ernst gemeint ist, vermutlich die Preise der Pretiosen sind.

Jaime - I Love it!

PS: An dieser Stelle ganz liebe Grüße von eurer Schwester an Marwan, Randa und Rada nach Kuwait…

Die Talente von gestern sind die Talente von morgen

Mittwoch, November 25th, 2009

Was ist eigentlich ein Talent? Und wie lang kann man ein solches sein? Wer als Talent gilt, so scheint es, muss nichts beweisen; und so mancher bleibt es ein Leben lang. Daran ändert auch der Zusatz „young” nichts. Überall ist in den letzten Jahren von Talenten die Rede. Man könnte meinen, es gäbe ständig Neuentdeckungen. Aber dem ist nicht so. Oft wird die Auswahl nur variiert und neu zusammengestellt, der Titel der Talent-Fibel mit einem zusätzlichen Adjektiv versehen und das Vorwort neu geschrieben. In den Büchern selbst findet man mehr oder weniger die gleiche Riege an mehr oder weniger jungen Designern und Designerinnen, die mit durchaus interessanten Projekten auf sich aufmerksam gemacht haben. „Haben” ist dabei das Schlüsselwort, denn die Beispiele liegen nicht selten drei, vier Jahre zurück. Und so wird aus dem ehemaligen „young talent”, das in der Szene längst eine etablierte und unangefochtene Größe ist, eben ein „eternal talent”.

Zu den Klassikern unter den Talenten gehören beispielsweise Kram/Weishaar, gern präsentiert mit ihrem „Breeding Table” aus dem Jahr 2005. Es war ein kluges und visionäres Projekt, aber warum die beiden damit nun auch wieder in das neue Buch von Hansjerg Maier-Aichen „New Talents. Stand der Dinge” aufgenommen wurden, bleibt unverständlich. Ebenso schwer nachvollziehbar ist, warum Jerzey Seymour mit seinen Projekten „Brussels Brain” (2005), New Order Chair und Living Systems (beide 2007) dazugehört. Wieder liegt das nicht an der Qualität des Designers und seiner Entwürfe. Im Gegenteil: Der in Berlin geborene Kanadier ist heute nicht mehr aus der Designszene wegzudenken, den Status des hoffnungsvollen Talents indes hat er längst hinter sich gelassen. Gleiches gilt für Martino Gamper und seine wunderbaren „100 chairs” (2007) oder für Tom Price und seine „Meltdown-Chairs” (2007).

Matali Crasset, Jurgen Bey, Constantin Boym und Martí Guixé wurden bewusst mit angeführt, liest man in der Einführung der Publikation, weil sie schon in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts sehr eigenständige Produktvorstellungen vertreten und heute für einen nicht unerheblichen Teil der jüngeren Generation Vorbildfunktion hätten. Das stimmt.  Allerdings fragt man sich, ob jene junge Generation nicht längst die Vorreiterrolle für die nachkommende eingenommen hat, die tatsächlich noch unbekannte Talente bereit hält. Man braucht eben Talent, um eine gute „young talent”-Auswahl zu treffen. Und wer weiß, was noch alles in uns schlummert. Vielleicht sind wir ja am Ende alle junge Talente - mehr oder weniger.

New Talents - State of the Arts. Stand der Dinge
Herausgegeben von Hansjerg Maier-Aichen
Avedition, 2009
Broschiert, 192 Seiten, 24,90 Euro

www2.avedition.de

Bautagebuch - Umbau Feldbergstube - Hotel “Die Halde”

Freitag, November 20th, 2009

Heute möchte ich vom Umbau eines Frühstückraums berichten. Das Hotel “Die Halde” liegt herrlich ganz hoch oben bei uns im schönen Schwarzwald. Im Tal mag zwar noch die Sonne scheinen, aber in den Bergen hat tatsächlich schon der Winter eingesetzt…

Seit zwei Jahren liegt mein Konzept für einen Umbau vor. Wir haben deshalb so lange auf die Umsetzung gewartet, weil das Hotel eine unglaubliche Auslastung hat und es nie einen günstigen  Zeitpunkt für die Arbeiten gab.

Dieses Jahr musste es dann aber doch sein, und zum Jahresende wurde mit Hochdruck alles fertiggestellt.

So sah der Frühstücksraum vorher aus:

Während des Umbaus:

Und so sieht es jetzt aus:

Die Sitzplätze wurden optimiert, die Böden geschliffen und dunkler gebeizt, ein Podest eingebaut (damit der Saalcharakter entfiel). Eine Steinwand sorgt für mehr Gemütlichkeit, das Ambiente wurde mit Stoffen, Farbe, Licht und Mobiliar das Ambiente grundlegend verändert.

Die Präsentation der Speisen wurde durch neue Möbel und Einbaulösungen nicht nur optisch verbessert, sondern auch praktikabler gestaltet. Die Farbe Rot passt sehr gut zu diesem traditionellen Haus und den Räumen, die Wärme ausstrahlen und ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln sollen; deshalb haben wir daran bewusst nicht gespart.

Der Kunde legt größten Wert auf beste Qualität und Verarbeitung, aber auch Natürlichkeit. Der Teppichboden ist aus reiner Schafwolle mit Biozertifizierung, die Tische aus regionalen massiven Hölzern, die Möbel aus Altholz von hiesigen Schreinern maßgefertigt. Es wurden ausschließlich handgewebte Hirtenstoffe eingesetzt und das Angebot des ganzen Hauses wird peinlich genau auf Herkunft und Nachhaltigkeit geprüft.

Und falls ihr jetzt Lust bekommen habt, selbst einen kleinen Abstecher hierher zu machen, dann kann ich euch das Hotel nur wärmstens empfehlen. Es gehört nicht umsonst zu einem der besten Häuser in unserer Region: www.halde.com

Wasndas?

Samstag, August 29th, 2009

Es wird immer toller hier! Erst letzte Woche habe ich in meinem Garten einen riesigen Frosch entdeckt, den ich zwar befreit, aber nicht geküsst habe, und heute Nacht auch noch das…

Ich hatte die Balkontüre offen und aus dem Augenwinkel sah ich einen schwarzen Schatten hereinhuschen. Zuerst dachte ich voller Schreck an eine Ratte - aber nein, es war ein total frecher Igel, der es sich gleich hinter meinen Büchern bequem machte. Sicher wollte er etwas chillen oder einfach nur ein gemütliches Schlafplätzchen finden. Leider haben meine Raubtiere Mimi und Pablo Wind davon bekommen und sind hier fast im Dreieck gesprungen. Es wurde stürmisch gebellt und danach um die Wette geschnüffelt.

Also wieder eine Nacht-ohne-Nebel-Befreiungsaktion :-)

Husch husch, und schon isser wieder weg… Ich auch. 3.51 Uhr, Samstagmorgen. Gute Nacht, Freunde!

Strand meiner Träume

Montag, August 17th, 2009

Es ist noch gar nicht so lange her, da sind wir gesegelt. Von der Türkei nach Griechenland und wieder zurück.

Einer der schönsten Zwischenstationen war für mich in “Gümüslük”, einem kleinen, süßen Ferienort in der Türkei. Hier entdeckten wir beim Paddeln morgens dieses herrliche, ganz einsame und verlassene Restaurant…

Zunächst ziemlich unscheinbar, jedoch bei näherer Betrachtung höchst interessant…

Im Sogan Sarmisakr kocht eine echte Grand-Dame höchstpersönlich in ihrem alten Steinhaus, dessen Türen im Sommer für Gäste und Freunde geöffnet sind.

Wir haben zwar das meiste nicht verstanden, was wir auf der Karte fanden, aber in der Küche wurde schon fleißig Gemüse geschnippelt, Zwiebeln geschmort und uns lief augenblicklich das Wasser im Mund zusammen.

Hier gefiel es uns, denn es war richtig schön bunt und schrill, viel Strandgut und Fundstücke jeglicher Art wurden wild in Szene gesetzt.

Abends verwandelte sich alles durch ganz viele Kerzen in ein Lichtermeer und ihr werdet es nicht glauben… das Lokal ist auf Wochen im Voraus ausgebucht. Wen wundert’s? So einfach kann Erlebnisgastronomie aussehen:-)

Oft erinnere ich mich an den Strand meiner Träume zurück und jedesmal schmelze ich förmlich dahin :-)

Schaut mal vorbei, wenn ihr in der Ecke seid. Es lohnt sich!

http://bodrumonline.biz/ssarmisak.htm

Für dich entdeckt!

Dienstag, April 28th, 2009

Ich habe heute einen supersüßen Blog (Internet-Tagebuch) entdeckt unter:

Blog für dich entdeckt

Kate ist eigentlich Studentin und bastelt gerne. Ihre netten Arbeiten aus Papier kann man auch erwerben. Gerade in England und USA ist es mittlerweile trendy, Dinge selbst zu machen, und auch zu verkaufen. Man spricht von “crazy crafting”. Die bekannteste Internetplattform hierzu ist etsy

Auf diesem Blog ist auch Kate’s Hochzeitsvideo zu sehen. Jetzt denkt ihr sicher: Hochzeitsvideo? Gääähn…! Also ich stehe auch nicht auf Hochzeitsvideos, aber bei diesem Filmchen geht euch das Herz auf, versprochen! :-)

Ihr könnt es anschauen unter:

Hochzeitsvideo

Viel Spaß dabei und bis bald! Eure Ines

Veilchenduft und Hyazinthenflut

Montag, April 6th, 2009

Wow, der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten! Die letzten Tage war es so warm und die Natur steht kurz vor der Grünexplosion. An den schön altmodischen Schrebergärten (meiner Lieblingshundespazierstrecke) duftet es üppig nach Veilchen. Das erste Frühstück im Garten, der erste milde Abend – wie habe ich das vermisst.

Dieses Geschäft habe ich am Wegesrand in Günterstahl bei Freiburg entdeckt. Fand ich irgendwie frühlingsmäßig frisch und sehr süß mit der Kreideschrift auf dem Schaufenster. Kein Werbeschild der Welt könnte ein besseres Resultat erzielen. So einfach kann Werbung sein.

Am Wochenende war ein Freund (Stefan) zum wiederholten Male bei mir und wir haben gemeinsam einen kleinen Videofilm über den Messeaufbau der h&h in Köln geschnitten. Das war gar nicht so einfach, denn meine neue Kamera ist wohl so ultramodern, dass deren Dateiformat nicht von einer professionellen Schnittsoftware gelesen werden kann. Wir sind fast verzweifelt. Mit einem Konvertierungsprogramm hat es dann eeendlich geklappt. Allerdings mussten wir die High Definition-Qualität wieder runter rechnen auf Youtube Qualität. Tolle Technik! Danke an Stefan für deine Zeit, Mühe und der Nachtschicht von Samstag auf Sonntag.

Hier könnt ihr euch meinen/unseren ersten selbst gemachten Film ansehen. Ich freue mich über euer Feedback:

http://www.youtube.com/watch?v=OpG_gvC0_BE&feature=channel

Bis bald! Eure Ines

Die Franzosen zeigen Humor

Sonntag, März 8th, 2009

Während es draußen regnet und schneit, erstrahlt die neue Werbekampagne von Pomdapi voller Lebensfreude und Humor. Es handelt sich zwar um Kinderschuhe, aber auch ohne Kind hat man seine wahre Freude an diesen Bildern…superlach:-) Mehr davon unter:

http://www.pomdapi.fr/va/accueil.php

Nicht nur bei den Kleinen geht es bunt und romantisch zu, sondern auch bei den Großen, mit den großen Geldbeuteln. Ich traute kaum meinen Augen beim Katalog Durchblättern des Luxus-Traditions-Unternehmens Hermes aus Paris.

Und was lese ich da?

“Schildkröte, Hamster, Kaninchen oder Giraffe: Die Qual der Wahl. Schließlich habe ich mich entschieden. Ich werde ihn streng erziehen. Er darf nicht in meinem Zimmer schlafen. Die Ernährung ist ausgewogen und regelmäßige Wochenendausflüge aufs Land sind geplant. Was noch? Ach so, ich habe ihn “Honoré” genannt. Ein hübscher Name für ein Kaninchen, nicht wahr”

Und was sehe ich da?

Auf den letzten Seiten kommt es noch besser: Krawatten mit Glücksklee, Maikäfer, Spielkarten, Würfeln und Pferdehufe - na Bitte, da sagt Mal einer es lässt sich in der Finzanzkrise als Bankangestellter nicht die richtige Krawatte finden.

Mehr unter www.hermes.com

Ich wünsche euch einen humorvollen Start in die Woche, eure Ines

Der Tapeten-Magier

Freitag, März 6th, 2009

Von farbloser Tapete zu einem paradiesischen Narzissenreigen: Der Holländer Wouter Dolk überrascht mit altmeisterlicher Tapetenkunst, die in seinem Kölner Atelier entsteht. Eigentlich wollte der 44-Jährige Maler oder Gärtner werden. Mit seiner Arbeit der Tapetenmalerei hat er sich beide Kindheitsträume erfüllt. Das Prinzip: Auf säurefreies Papier werden Schicht für Schicht wasserverdünnte Farben aufgetragen – eine aufwändige, jahrhundertealte Technik. Die Tapete lässt sich dann je nach Wandbeschaffenheit direkt aufkleben oder wird auf einen Rahmen gespannt. Dolks Arbeit hat ihren Preis: etwa 1.000 Euro kostet der gemalte Quadratmeter. Mit einem französischen Spezialteam von Altmeistern des Tapetenklebens, reist Dolk zu seinen internationalen Kunden.

Wouter Dolk ist ein Multitalent und neben den Entwürfen für Porzellan, hat er nun auch das vollständige Interiordesign der Villa Leonhart in Königswinter ausgearbeitet und das äußerst stilvolle Feinschmeckerlokal hat nun seine Pforten geöffnet. Mehr Impressionen unter: http://www.villaleonhart.de/index.html

Wouter Dolk ist bei dem ganzen Erfolg und Trubel sehr bescheiden und bodenständig geblieben und es ist mir immer eine Freunde, mich mit ihm auszutauschen. In 14 Tagen bin ich wieder in Köln und vielleicht schaffen wir es uns in seinem Atelier zu treffen. Wouter Dolk steht auch auf der Liste der Kreativen, mit denen ich gerne einmal ein Projekt realisieren möchte. Ich werde euch auf dem Laufenden halten…

Mehr Infos unter: http://www.wouterdolk.com/

Hasch mich, ich bin der Frühling!

Sonntag, März 1st, 2009

Was war das für ein schönes Wetterchen am weekend…die Sonne hat sooo gut getan. Nach dem Besuch einer Gartentraummesse (war eher ein Alptraum und nicht der Rede wert) ging es ab in mein Lieblingscafé, das Blumencafé in Lehen. Für alle die es noch nicht kennen, es ist schon seit Jahren mein unangefochtener Favorit. In einer Baumschule, in einem alten Blumenbindhaus, entstand diese Wohlfühloase einer Floristin, die gepflegte Café-Kultur mit wechselnder und wirklich wunderschöner Floristik verbindet. Immer ein Besuch wert: http://www.blumencafe.de/

Danach habe ich so richtig Lust bekommen in meinem Gärtchen, aus einer Winterschlammschlacht ein duftiges Etwas mit vielen Frühlingsblühern zu gestalten. In der Gärtnerei traf ich einige Nachbarn und wie es so bei Blumenliebhabern ist, richtet sich der erste Blick in den Einkaufswagen…was da wohl schönes, buntes, frisches und duftendes aufgeladen ist…und erst der zweite Blick bringt dann ein freudiges “Ja Haaaalo” heraus.

Achso, mittlerweile hat es sich hier im Viertel wie ein Lauffeuer herumgesprochen, dass ich zwei Hundis habe und ich weiß nicht wer das Gerücht in die Welt gesetzt hat, aber irgendwie sagen alle die mich das erste Mal mit den Dogys sehen: “Achso, die haben ja Haare, wir dachten, dass sind afrikanische Nackthunde.” Also hier ein Beweisfoto für alle (!), meine Hunde haben Haare, fressen keine Bananen, gehen nicht auf die Jagt und tanzen Nachts nicht ums Lagerfeuer :-) Aber was nicht ist, kann ja noch werden…hihi

Paris ist immer eine Reise wert…

Donnerstag, Februar 26th, 2009

…Trendprognosen sind nicht immer ganz frei von Peinlichkeit. Li Edelkoort gilt seit langem als einflussreichste Vertreterin der Branche. In Paris ist zurzeit ihre Ausstellung „Archeology of the Future” zu sehen, mit der sie erstmals ihre Arbeit und die gestalterischen Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre vorstellt. Ohne sich dabei zu blamieren.

Es ist wohl eines der großen Erfolgsgeheimnisse der Niederländerin Li Edelkoort, dass sie nicht den Fehler macht, Zukunftsprognosen - für die es nun mal keine gesicherten Daten gibt - mit pseudo-wissenschaftlichen Erklärungen oder Marketingfloskeln zu rechtfertigen. Sie verlässt sich ganz auf ihre subjektive Wahrnehmung, filtert alle Informationen in ihrem Kopf und verdichtet sie zu überzeugenden Langzeit-Prognosen. Sie schafft es, in ihren Trendbüchern oder Magazinen mit Bildern von Menschen, Pflanzen, Objekten, Materialien und Farben, ihre Eindrücke von zeitgenössischen Entwicklungen so emotional und stimmig zu vermitteln, dass sie damit selbst nüchterne Zeitgenossen zu berühren und Trendforschungsskeptiker zu überzeugen vermag. Anders ausgedrückt: Wenn schon Zukunftsvisionen, dann wenigstens mit ehrlichem Pathos und nicht als Wissenschaft verkleidet.

Die 1950 geborene Lidewij Edelkoort zog 1975 nach Paris und baute seitdem ein Trend-Imperium aus ihrem Büro „Trend Union”, diversen Consultingunternehmen, einem Verlag mit Magazinen wie „view on colour” und „bloom” und Niederlassungen in Paris und New York auf. Sie gilt als eine der einflussreichsten, vielleicht sogar als die bedeutendste Trendforscherin der Welt. Sie berät Unternehmen wie Camper, Gucci, Moooi, Nissan oder Siemens zu Trendentwicklungen und Lebensstilen. Farbtrends, die sie prognostiziert, werden von den Herstellern begeistert aufgegriffen und in Produkte umgesetzt, die dann im Laden ihre Prognose bestätigen. In den vergangenen zehn Jahren hat sie darüber hinaus als Präsidentin der Designakademie Eindhoven den Ruf der Schule als Kaderschmiede des Avantgarde-Designs verstärkt. Natürlich ist es auch die Aura der Person Li Edelkoort, die zu ihrem Erfolg beigetragen hat. Zwar sieht sie es angeblich nicht gerne, wenn sie in den Medien als „Seherin” oder „Hohepriesterin ” betitelt wird, doch wer in wallenden Gewändern und mit streng nach hinten gekämmten Haaren bedeutungsschwere Zukunftsprognosen ausspricht, die keinen Widerspruch dulden, darf sich über religiöse Assoziationen nicht wundern.

In der Ausstellung „Archeology of the Future”, die seit Ende Januar im Pariser Institut Néerlandais zu sehen ist, werden erstmals die vergangenen 20 Jahre ihrer Arbeit vorgestellt. Wie nicht anders zu erwarten, ist es keine Ausstellung, die nüchtern Edelkoorts Trendbücher oder Prognosen präsentiert und mit der Wirklichkeit vergleicht, sondern eine außergewöhnliche Inszenierung der großen Lifestyle-Tendenzen der letzten zwanzig Jahre, „eine Zeit der Horrorgeschichten”, so Edelkoort, „und eine Zeit der kreativen Reaktionen auf die Angst”. Es ist eine eindrucksvolle und gelungene Ausstellung, in der Edelkoort eine Fülle von Designentwürfen, Objekten, Fotos und Filmen zu Stilleben und Wunderkammern arrangiert, die ihre Prognosen noch anschaulicher machen als ihre Magazine. Dafür hat sie die von ihr ausgemachten gestalterischen Strömungen der letzten zwei Jahrzehnte zu handlichen Begriffspaaren zusammengefasst: Body und Soul, Global und Local, Flora und Fauna, Urban und Rural, Armour und Amour, Abstraction und Narration.

 

Schon im Eingangsbereich der Ausstellung empfängt den Besucher eine Armada von Teddybären, die Li Edelkoort bereits in ihrem ersten Trendbuch von 1987 als soziologisches Phänomen analysierte, in dem sich eine neue Sehnsucht nach Kindheit und Unschuld ausdrückt. Sie erzählt die Geschichten von Trend-Phänomenen wie der Farbe Pink, dem Nude-Look, der wiederentdeckten Begeisterung für Lebensmittel, Gärten und Pflanzen. Sie zeigt die gestalterische Auseinandersetzung mit den Themen Körper und Alter, mit Traditionen, Brauchtum und Handwerk auf. Oder sie veranschaulicht - im ersten Stock der Ausstellung - mit Objekten von Hella Jongerius, Vincent van Duysen, Julian Opie, Jurgen Bey oder Studio Job ihre Prognose von einem “neuen ländlichen Leben”, das wir in den nächsten Jahrzehnten anstreben und aufbauen werden.

Sag ich’s doch, lasst uns in Biokapital investieren…eigenes Obst, Gemüse, autarkes Leben und County Chillen ins so einem schicken Kleidchen…ganz meine Devise:-)

Falls ihr noch Lust auf mehr Bilder von der Ausstellung habt: li-edelkoort1

Oder hinfahren und selbst anschauen…es lohnt sich!

„Archeology of the Future - 20 Years of Trend Forecasting with Li Edelkoort”
22. Januar bis 8. März 2009
Institut Néerlandais, Paris
www.institutneerlandais.com

27. März bis 31. Mai 2009
Designhuis Eindhoven
www.designhuis.com