Archiv für die ‘Für dich entdeckt’ Kategorie

„Diamonds are a girl’s best friend”…

Samstag, Januar 30th, 2010

…das kann Frau von Welt ja nicht deutlich genug betonen - und diese Wahrheit gilt global: von Berlin über Tokio bis nach Kuwait. Eben dort hat das Juwelier-Label „Octium”, das Schmuckstücke verschiedener exklusiver Designer anbietet, jüngst seine Pforten geöffnet. Gestaltet wurde das Interiordesign des Ladens von niemand geringerem als Jaime Hayon, der mit seinen fantastischen und clownesken Inszenierungen seit Jahren das klassische Designverständnis unterwandert.

Schon seit mindestens 15 Jahren ( ENDLICH! Allen verrückten und mutigen Designern sei Dank!!!) sind die Zeiten vorbei, in denen vermögende Menschen ihren Luxus mit Marmorböden, goldenen Wasserhähnen, kathedralen Wandbemalungen zeigten und sich protzig selbst inzenierten. Nun ja, einige tun es immer noch, aber die sind outer als out :-) Eine neue Form der Ästhetik und Geschmack mit viel Humor, aber auch Liebe zu neuen Materialien und Qualität erobert die Welt…

In diesem Fall ist Jaime Hayon wieder ein Geniestreich gelungen, der sogar von Kuwaitis verstanden wird:  ohne Furcht vor Kitsch und opulenten Farb- und Formspielen hat er einen märchenhaften Ort geschaffen, an dem das Einzige, das wirklich ernst gemeint ist, vermutlich die Preise der Pretiosen sind.

Jaime - I Love it!

PS: An dieser Stelle ganz liebe Grüße von eurer Schwester an Marwan, Randa und Rada nach Kuwait…

Die Talente von gestern sind die Talente von morgen

Mittwoch, November 25th, 2009

Was ist eigentlich ein Talent? Und wie lang kann man ein solches sein? Wer als Talent gilt, so scheint es, muss nichts beweisen; und so mancher bleibt es ein Leben lang. Daran ändert auch der Zusatz „young” nichts. Überall ist in den letzten Jahren von Talenten die Rede. Man könnte meinen, es gäbe ständig Neuentdeckungen. Aber dem ist wahrlich nicht so. Oft wird die Auswahl nur variiert und neu zusammengestellt, der Titel der Talent-Fibel mit einem zusätzlichen Adjektiv versehen und das Vorwort neu geschrieben. In den Büchern selbst findet man mehr oder weniger die immer gleiche Riege an mehr oder weniger jungen Designern und Designerinnen, die mit durchaus interessanten Projekten auf sich aufmerksam gemacht haben. „Haben” ist dabei das Schlüsselwort, denn die Beispiele liegen nicht selten drei, vier Jahre zurück. Und so wird aus dem ehemaligen „young talent”, das in der Szene längst eine etablierte und unangefochtene Größe ist, eben ein „eternal talent”.

Zu den Klassikern unter den Talenten gehören beispielsweise Kram/Weishaar, gerne präsentiert mit ihrem „Breeding Table” aus dem Jahr 2005. Es war ein kluges und visionäres Projekt, aber warum die beiden damit nun auch wieder in das neue Buch von Hansjerg Maier-Aichen „New Talents. Stand der Dinge” aufgenommen wurden, bleibt unverständlich. Ebenso schwer nachvollziehbar ist, warum Jerzey Seymour mit seinen Projekten „Brussels Brain” (2005), New Order Chair und Living Systems (beide 2007) dazugehört. Wieder liegt das nicht an der Qualität des Designers und seiner Entwürfe, im Gegenteil. Der in Berlin geborene Kanadier ist heute nicht mehr aus der Designszene wegzudenken, den Status des hoffnungsvollen Talents indes hat er längst hinter sich gelassen. Gleiches gilt für Martino Gamper und seine wunderbaren „100 chairs” (2007) oder für Tom Price und seine „Meltdown-Chairs” (2007).

Matali Crasset, Jurgen Bey, Constantin Boym und Martí Guixé wurden bewusst mit angeführt, liest man in der Einführung der Publikation, weil sie schon in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts sehr eigenständige Produktvorstellungen vertreten und heute für einen nicht unerheblichen Teil der jüngeren Generation Vorbildfunktion hätten. Das stimmt, allerdings fragt man sich, ob jene junge Generation nicht längst die Vorreiterrolle für die nachkommende eingenommen hat, die tatsächlich noch unbekannte Talente bereit hält. Man braucht eben Talent, um eine gute „young talent”-Auswahl zu treffen. Und wer weiß, was noch alles in uns schlummert. Vielleicht sind wir ja am Ende alle junge Talente - mehr oder weniger.

New Talents - State of the Arts. Stand der Dinge
Herausgegeben von Hansjerg Maier-Aichen
Avedition, 2009
Broschiert, 192 Seiten, 24,90 Euro

www2.avedition.de

Bautagebuch - Umbau Feldbergstube - Hotel die Halde

Freitag, November 20th, 2009

Heute möchte ich vom Umbau eines Frühstückraumes berichten. Das Hotel die Halde liegt herrlich ganz hoch oben bei uns im schönen Schwarzwald. Im Tal mag zwar noch die Sonne scheinen, aber in den Bergen hat tatsächlich schon der Winter eingesetzt…

Seit zwei Jahren liegt mein Konzept des Umbaus vor und musste deshalb solange auf die Umsetzung warten, weil das Hotel eine unglaubliche Auslastung hat und es nie der richtige Zeitpunkt zum Umbau gab.

Dieses Jahr musste es dann aber doch sein und zum Jahresende wurde auf Hochdruck alles fertig gestellt.

So sah der Frühstücksraum vorher aus:

Während des Umbaus:

Und so sieht es jetzt aus:

Die Sitzplätze wurden optimiert, die Böden geschliffen und dunkler gebeizt, ein Podest eingebaut (damit der Saalcharakter entfiel), es wurde eine Steinwand zur Gemütlichkeit eingesetzt, sowie mit Stoffen, Farbe, Licht und Mobiliar das Ambiente grundlegend verändert.

Die Darbietung der Speisen wurde durch neue Möbel und Einbaulösungen nicht nur optisch, sondern auch praktikabler gestaltet. Die Farbe rot passt sehr gut zu diesem traditionellen Haus und den Räumen, die Wärme und Geborgenheit ausstrahlen sollen, deshalb haben wir daran bewusst nicht gespart.

Dieser Kunde legt größten Wert auf beste Qualität, Verarbeitung, und Natürlichkeit. Der Teppichboden ist aus reiner Schafswolle mir Biozertifizierung, die Tische aus regionalen Hölzern und massiv, die Möbel aus Altholz von hiesigen Schreinern maßgefertigt, es wurden ausschließlich handgewebte Hirtenstoffe eingesetzt und das Angebot des ganzen Hauses wird peinlich genau auf Herkunft und Nachhaltigkeit geprüft.

Und falls ihr jetzt Lust bekommen habt selbst einen kleinen Abstecher hierher zu machen, dann kann ich euch das Hotel nur wärmsten empfehlen. Es gehört nicht umsonst zu einem der besten Häuser in unserer Region: www.halde.com

Wasndas?

Samstag, August 29th, 2009

Es wird immer toller hier, erst letzte Woche habe ich in meinem Garten einen riesen Frosch entdeckt, den ich zwar befreit, aber nicht geküsst habe und heute Nacht auch das noch…

Ich hatte die Balkontüre offen und im Augenwinkel sah ich einen schwarzen Schatten reinhuschen. Zuerst dachte ich voller Schreck an eine Ratte, aber nein, es war ein total frecher Igel, der es sich gleich hinter meinen Büchern bequem gemacht hat. Sicherlich wollte er etwas chillen, oder einfach nur ein gemütliches Schlafplätzen finden. Leider haben dann meine Raubtiere Mimi und Pablo Wind davon bekommen und sind hier fast im Dreieck gesprungen. Es wurde stürmisch gebellt und danach um die Wette geschnüffelt.

Also wieder eine Nacht-ohne-Nebel-Befreiungsaktion :-)

Husch husch und schon isser wieder weg…Ich auch, 3.51 Uhr, Samstag morgen, gute Nacht Freunde

Strand meiner Träume

Montag, August 17th, 2009

Es ist noch gar nicht so lange her, da sind wir gesegelt. Von der Türkei nach Griechenland und wieder zurück.

Einer der schönsten Zwischenstationen war für mich war in “Gümüslük”, einem kleinem süßen Ferienort in der Türkei. Hier entdeckten wir ganz einsam und verlassen beim Paddeln eines morgens dieses herrliche Restaurant…

Zunächst ziemlich unscheinbar, jedoch bei näherer Betrachtung höchst interessant…

Sogan Sarmisak, hier kocht eine wirkliche Grand Dame höchst persönlich in ihrem alten Steinhaus, dessen Türen im Sommer für Gäste und Freunde geöffnet sind.

Wir haben zwar das meiste nicht verstanden was auf dieser Karte stand, aber in der Küche wurde schon fleißig Gemüse geschnippelt, Zwiebeln geschmort und uns lief augenblicklich das Wasser im Mund zusammen.

Hier gefiel es uns, denn war es richtig schön bunt und schrill und viel Strandgut und Fundstücke jeglicher Art wurden wild in Szene gesetzt.

Abends wurde alles über und über mit Kerzen in ein Lichtermeer verwandelt und ihr werdet es nicht glauben…das Lokal ist auf Wochen im voraus ausgebucht. Wen wundert’s? So einfach kann Erlebnisgastronomie aussehen:-)

Oft erinnere ich mich an den Strand meiner Träume zurück und jedesmal schmelze ich förmlich dahin :-)

Schaut Mal vorbei wenn ihr in der Ecke seid, es lohnt sich!

http://bodrumonline.biz/ssarmisak.htm

Für dich entdeckt

Dienstag, April 28th, 2009

Ich habe heute einen super süßen Blog (Internettagebuch) entdeckt unter:

Blog für dich entdeckt

Kate ist eigentlich Studentin und bastelt gerne. Ihre netten Arbeiten aus Papier kann man auch erwerben. Gerade in England und USA ist es mittlerweile trendy, Dinge selbst zu machen und auch zu verkaufen. Man spricht von “crazy crafting”. Die bekannteste Internetplattform hierzu ist etsy

Auf diesem Blog ist auch Kate’s Hochzeitsvideo zu sehen. Jetzt denkt ihr…Hochzeitsvideo…gähn…ich stehe auch nicht auf Hochzeitsvideos…aber bei diesem Filmchen geht euch das Herz auf, versprochen:-)

Könnt ihr anschauen unter:

Hochzeitsvideo

Viel Spaß dabei, bis bald, eure Ines

Veilchenduft und Hyazinthenflut

Montag, April 6th, 2009

Wow, der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten. Die letzten Tage war es so warm und die Natur steht kurz vor der Grünexplosion. An den schön altmodischen Schrebergärten ( meiner Lieblingshundespazierstrecke) duftet es üppig nach Veilchen. Das erste Frühstück im Garten, der erst milde Abend, wie habe ich das vermisst.

Dieses Geschäft habe ich am Wegesrand in Günterstahl bei Freiburg entdeckt. Fand ich irgendwie frühlingsmäßig frisch und sehr süß, mit der Kreideschrift auf dem Schaufenster. Kein Werbeschild der Welt könnte ein besseres Resultat erzielen. So einfach kann Werbung sein.

Am Wochenende war ein Freund (Stefan) zum wiederholten Male bei mir und wir haben gemeinsam einen kleinen Videofilm über den Messeaufbau der h&h in Köln geschnitten. Das war gar nicht so einfach, denn meine neue Kamera ist wohl so ultra modern, dass deren Dateiformat nicht von einer professionellen Schnittsoftware gelesen werden kann. Wir sind fast verzweifelt. Mit einem Konvertierungsprogramm hat es dann eeeeeendlich geklappt. Allerdings mussten wir die High Definition Qualität wieder runter rechnen auf Youtube Qualität. Tolle Technik! Danke an Stefan für deine Zeit, Mühe und der Nachtschicht von Samstag auf Sonntag.

Hier könnt ihr euch meinen/unseren ersten selbstgemachten Film ansehen. Ich freue mich über euer Feetback:

http://www.youtube.com/watch?v=OpG_gvC0_BE&feature=channel

Bis bald, eure Ines

Die Franzosen zeigen Humor

Sonntag, März 8th, 2009

Während es draußen regnet und schneit, erstrahlt die neue Werbekampagne von Pomdapi voller Lebensfreude und Humor. Es handelt sich zwar um Kinderschuhe, aber auch ohne Kind hat man seine wahre Freude an diesen Bildern…superlach:-) Mehr davon unter:

http://www.pomdapi.fr/va/accueil.php

Nicht nur bei den Kleinen geht es bunt und romantisch zu, sondern auch bei den Großen, mit den großen Geldbeuteln. Ich traute kaum meinen Augen beim Katalog Durchblättern des Luxus-Traditions-Unternehmens Hermes aus Paris.

Und was lese ich da?

“Schildkröte, Hamster, Kaninchen oder Giraffe: Die Qual der Wahl. Schließlich habe ich mich entschieden. Ich werde ihn streng erziehen. Er darf nicht in meinem Zimmer schlafen. Die Ernährung ist ausgewogen und regelmäßige Wochenendausflüge aufs Land sind geplant. Was noch? Ach so, ich habe ihn “Honoré” genannt. Ein hübscher Name für ein Kaninchen, nicht wahr”

Und was sehe ich da?

Auf den letzten Seiten kommt es noch besser: Krawatten mit Glücksklee, Maikäfer, Spielkarten, Würfeln und Pferdehufe - na Bitte, da sagt Mal einer es lässt sich in der Finzanzkrise als Bankangestellter nicht die richtige Krawatte finden.

Mehr unter www.hermes.com

Ich wünsche euch einen humorvollen Start in die Woche, eure Ines

Der Tapeten-Magier

Freitag, März 6th, 2009

Von farbloser Tapete zu einem paradiesischen Narzissenreigen: Der Holländer Wouter Dolk überrascht mit altmeisterlicher Tapetenkunst, die in seinem Kölner Atelier entsteht. Eigentlich wollte der 44-Jährige Maler oder Gärtner werden. Mit seiner Arbeit der Tapetenmalerei hat er sich beide Kindheitsträume erfüllt. Das Prinzip: Auf säurefreies Papier werden Schicht für Schicht wasserverdünnte Farben aufgetragen – eine aufwändige, jahrhundertealte Technik. Die Tapete lässt sich dann je nach Wandbeschaffenheit direkt aufkleben oder wird auf einen Rahmen gespannt. Dolks Arbeit hat ihren Preis: etwa 1.000 Euro kostet der gemalte Quadratmeter. Mit einem französischen Spezialteam von Altmeistern des Tapetenklebens, reist Dolk zu seinen internationalen Kunden.

Wouter Dolk ist ein Multitalent und neben den Entwürfen für Porzellan, hat er nun auch das vollständige Interiordesign der Villa Leonhart in Königswinter ausgearbeitet und das äußerst stilvolle Feinschmeckerlokal hat nun seine Pforten geöffnet. Mehr Impressionen unter: http://www.villaleonhart.de/index.html

Wouter Dolk ist bei dem ganzen Erfolg und Trubel sehr bescheiden und bodenständig geblieben und es ist mir immer eine Freunde, mich mit ihm auszutauschen. In 14 Tagen bin ich wieder in Köln und vielleicht schaffen wir es uns in seinem Atelier zu treffen. Wouter Dolk steht auch auf der Liste der Kreativen, mit denen ich gerne einmal ein Projekt realisieren möchte. Ich werde euch auf dem Laufenden halten…

Mehr Infos unter: http://www.wouterdolk.com/

Hasch mich, ich bin der Frühling!

Sonntag, März 1st, 2009

Was war das für ein schönes Wetterchen am weekend…die Sonne hat sooo gut getan. Nach dem Besuch einer Gartentraummesse (war eher ein Alptraum und nicht der Rede wert) ging es ab in mein Lieblingscafé, das Blumencafé in Lehen. Für alle die es noch nicht kennen, es ist schon seit Jahren mein unangefochtener Favorit. In einer Baumschule, in einem alten Blumenbindhaus, entstand diese Wohlfühloase einer Floristin, die gepflegte Café-Kultur mit wechselnder und wirklich wunderschöner Floristik verbindet. Immer ein Besuch wert: http://www.blumencafe.de/

Danach habe ich so richtig Lust bekommen in meinem Gärtchen, aus einer Winterschlammschlacht ein duftiges Etwas mit vielen Frühlingsblühern zu gestalten. In der Gärtnerei traf ich einige Nachbarn und wie es so bei Blumenliebhabern ist, richtet sich der erste Blick in den Einkaufswagen…was da wohl schönes, buntes, frisches und duftendes aufgeladen ist…und erst der zweite Blick bringt dann ein freudiges “Ja Haaaalo” heraus.

Achso, mittlerweile hat es sich hier im Viertel wie ein Lauffeuer herumgesprochen, dass ich zwei Hundis habe und ich weiß nicht wer das Gerücht in die Welt gesetzt hat, aber irgendwie sagen alle die mich das erste Mal mit den Dogys sehen: “Achso, die haben ja Haare, wir dachten, dass sind afrikanische Nackthunde.” Also hier ein Beweisfoto für alle (!), meine Hunde haben Haare, fressen keine Bananen, gehen nicht auf die Jagt und tanzen Nachts nicht ums Lagerfeuer :-) Aber was nicht ist, kann ja noch werden…hihi

Paris ist immer eine Reise wert…

Donnerstag, Februar 26th, 2009

…Trendprognosen sind nicht immer ganz frei von Peinlichkeit. Li Edelkoort gilt seit langem als einflussreichste Vertreterin der Branche. In Paris ist zurzeit ihre Ausstellung „Archeology of the Future” zu sehen, mit der sie erstmals ihre Arbeit und die gestalterischen Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre vorstellt. Ohne sich dabei zu blamieren.

Es ist wohl eines der großen Erfolgsgeheimnisse der Niederländerin Li Edelkoort, dass sie nicht den Fehler macht, Zukunftsprognosen - für die es nun mal keine gesicherten Daten gibt - mit pseudo-wissenschaftlichen Erklärungen oder Marketingfloskeln zu rechtfertigen. Sie verlässt sich ganz auf ihre subjektive Wahrnehmung, filtert alle Informationen in ihrem Kopf und verdichtet sie zu überzeugenden Langzeit-Prognosen. Sie schafft es, in ihren Trendbüchern oder Magazinen mit Bildern von Menschen, Pflanzen, Objekten, Materialien und Farben, ihre Eindrücke von zeitgenössischen Entwicklungen so emotional und stimmig zu vermitteln, dass sie damit selbst nüchterne Zeitgenossen zu berühren und Trendforschungsskeptiker zu überzeugen vermag. Anders ausgedrückt: Wenn schon Zukunftsvisionen, dann wenigstens mit ehrlichem Pathos und nicht als Wissenschaft verkleidet.

Die 1950 geborene Lidewij Edelkoort zog 1975 nach Paris und baute seitdem ein Trend-Imperium aus ihrem Büro „Trend Union”, diversen Consultingunternehmen, einem Verlag mit Magazinen wie „view on colour” und „bloom” und Niederlassungen in Paris und New York auf. Sie gilt als eine der einflussreichsten, vielleicht sogar als die bedeutendste Trendforscherin der Welt. Sie berät Unternehmen wie Camper, Gucci, Moooi, Nissan oder Siemens zu Trendentwicklungen und Lebensstilen. Farbtrends, die sie prognostiziert, werden von den Herstellern begeistert aufgegriffen und in Produkte umgesetzt, die dann im Laden ihre Prognose bestätigen. In den vergangenen zehn Jahren hat sie darüber hinaus als Präsidentin der Designakademie Eindhoven den Ruf der Schule als Kaderschmiede des Avantgarde-Designs verstärkt. Natürlich ist es auch die Aura der Person Li Edelkoort, die zu ihrem Erfolg beigetragen hat. Zwar sieht sie es angeblich nicht gerne, wenn sie in den Medien als „Seherin” oder „Hohepriesterin ” betitelt wird, doch wer in wallenden Gewändern und mit streng nach hinten gekämmten Haaren bedeutungsschwere Zukunftsprognosen ausspricht, die keinen Widerspruch dulden, darf sich über religiöse Assoziationen nicht wundern.

In der Ausstellung „Archeology of the Future”, die seit Ende Januar im Pariser Institut Néerlandais zu sehen ist, werden erstmals die vergangenen 20 Jahre ihrer Arbeit vorgestellt. Wie nicht anders zu erwarten, ist es keine Ausstellung, die nüchtern Edelkoorts Trendbücher oder Prognosen präsentiert und mit der Wirklichkeit vergleicht, sondern eine außergewöhnliche Inszenierung der großen Lifestyle-Tendenzen der letzten zwanzig Jahre, „eine Zeit der Horrorgeschichten”, so Edelkoort, „und eine Zeit der kreativen Reaktionen auf die Angst”. Es ist eine eindrucksvolle und gelungene Ausstellung, in der Edelkoort eine Fülle von Designentwürfen, Objekten, Fotos und Filmen zu Stilleben und Wunderkammern arrangiert, die ihre Prognosen noch anschaulicher machen als ihre Magazine. Dafür hat sie die von ihr ausgemachten gestalterischen Strömungen der letzten zwei Jahrzehnte zu handlichen Begriffspaaren zusammengefasst: Body und Soul, Global und Local, Flora und Fauna, Urban und Rural, Armour und Amour, Abstraction und Narration.

 

Schon im Eingangsbereich der Ausstellung empfängt den Besucher eine Armada von Teddybären, die Li Edelkoort bereits in ihrem ersten Trendbuch von 1987 als soziologisches Phänomen analysierte, in dem sich eine neue Sehnsucht nach Kindheit und Unschuld ausdrückt. Sie erzählt die Geschichten von Trend-Phänomenen wie der Farbe Pink, dem Nude-Look, der wiederentdeckten Begeisterung für Lebensmittel, Gärten und Pflanzen. Sie zeigt die gestalterische Auseinandersetzung mit den Themen Körper und Alter, mit Traditionen, Brauchtum und Handwerk auf. Oder sie veranschaulicht - im ersten Stock der Ausstellung - mit Objekten von Hella Jongerius, Vincent van Duysen, Julian Opie, Jurgen Bey oder Studio Job ihre Prognose von einem “neuen ländlichen Leben”, das wir in den nächsten Jahrzehnten anstreben und aufbauen werden.

Sag ich’s doch, lasst uns in Biokapital investieren…eigenes Obst, Gemüse, autarkes Leben und County Chillen ins so einem schicken Kleidchen…ganz meine Devise:-)

Falls ihr noch Lust auf mehr Bilder von der Ausstellung habt: li-edelkoort1

Oder hinfahren und selbst anschauen…es lohnt sich!

„Archeology of the Future - 20 Years of Trend Forecasting with Li Edelkoort”
22. Januar bis 8. März 2009
Institut Néerlandais, Paris
www.institutneerlandais.com

27. März bis 31. Mai 2009
Designhuis Eindhoven
www.designhuis.com

Flohmarkt Romantik

Sonntag, Februar 22nd, 2009
Gestern war ich auf dem Flohmarkt mit meiner Freundin Sabine. Die Ausbeute war gering, dafür sehr romantisch. Wie gefällt euch diese Lady mit frühlings geschmücktem Blüten-Duft-Haar?

 

Irgendwie eine ganz schöne Mode aus längst vergessener Zeit sich mit frischen Blüten zu schmücken. Meine Erinnerungen schweifen hier auch nach Indien, wo ich es geliebt habe frische Blumengirlanden als Halsschmuck zu tragen. Als ich Kind war, lebten wir in Beirut und Kinder an den Ampeln verkauften dort frische Jasmin-und Orangenblütenketten. Wir kauften immer eine für mich, welche für meine Freundinnen und steckten uns die Blüten ins Haar, oder trugen sie als Armband. Noch heute assoziiere ich mit dem Duft von Jasmin die schönsten Kindheitserinnerungen…

Nicht weniger schön ist die Vorstellung mit seinem Liebsten ein kleines Picknick in der schönen Natur zu machen. Per Fahrrad vielleicht etwas beschwerlich, nicht nur mit der Angebeteten auf der Stange, sondern auch mit Taschen voller Leckerein :-) Die moderen Variante per Roller ist auch nicht zu verachten.

Interessant welche Reaktionen mein letzter Blogeintrag über Zaha Hadid hervorgerufen hat. C. aus H. schrieb:” super lila Latex Treter, die will ich haben”. O. aus B. schrieb: “du schreibst schon wie die Magazin Tussis” und D. aus F. schrieb: “Ich tue mich damit ein wenig schwer, nicht dass ich Ihre Arbeit nicht schätzen würde. Nur sind diese globalen Superstarts selber zu einem Trademark geworden. Hinten dran eine riesiger Marketing- Promotion- Apparat. Die saugen dann förmlich alles auf und bestimmen was trendy ist, auch wenn viele Ideen nicht von Ihnen selbst sind. Das was Du unter „Herzerfrischende Konzepte“ beschrieben hast finde ich viel spannender, da gibt es so was wie sich selbst nicht so erst nehmen, Zitate, Ironie, Brüche, Humor, irgendwie menschlicher, nicht so perfekt.”

Danke für eure Meinungen, es ist schön sich mit euch auszutauschen!

Ich wünsche euch allen eine närrische Zeit und treibt schön die Wintergeister aus, damit der Frühling in geballter Ladung Einzug halten kann. Bis bald…ziggizaggihoihoihoi

Von Kopf bis Fuß auf Zaha eingestellt:

Sonntag, Februar 15th, 2009

Sie ist zickig, tierisch, wild, hemmungslos, macht was sie will, verhält sich wie ein Mann, zeigt sich wie eine Frau und dafür liebe ich sie…Nicht nur Bauwerke, Raumfiguren, Sofas, auch Schuhe gibt es demnächst in Zaha Hadids dynamischer Handschrift.

Dass Zaha Hadid ein rundherum zukunftsorientiertes Phänomen ist, wussten wir schon lange. Schließlich sind die kühnen Kurven und in Beton gegossenen Kapriolen der in Bagdad geborenen Architektin nicht nur schnöde Nutzbauten, sondern viel mehr: Bekenntnisse zu einer Lebensauffassung, die unbeirrt nach vorne blickt und statt des Stillstands die Dynamik in sich trägt. Es entspricht daher der Sache selbst und ihren Prinzipien, dass Zaha Hadid Architects nicht nur Museen, Fabriken, Bahnhöfe und Feuerwehrhäuschen entwerfen, sondern auch Blumenvasen, Besteck und Sofas. Ob diese Alltagsgegenstände nun immer praktikabel sind, mag dahingestellt bleiben, kommt einem aber angesichts der Strahlkraft des Gesamtwerks fast nebensächlich vor. Hier geht es um Visionen! Um Weltanschauungen! Nicht um lieblose Routine.

Einer der letzten Design-Coups von Zaha Hadid entdeckt nun ein neues Feld für sich, nämlich die Mode. Sicherlich war sie schon immer ein Thema, wenn auch nicht als kurzweiliger Ausdruck einer Saison. Die Londoner Architekten entwarfen kürzlich schillernd glänzende Sandalen aus Kunststoff, ohne Nähte und - wie nicht anders zu erwarten - äußerst dynamisch! Das Gehwerk macht die Entwurfsansätze von Gebäuden sichtbar, windet sich um den Fußknöchel und wickelt sich auf kurvigem Keilabsatz in Richtung Knie. Zukunftsträchtig sind die Sandalen, aus einem Guss gefertigt als ob’s selbstverdichtender Beton wäre. Wer diese Schuhe trägt, muss über dem Boden schweben: wasserdicht, Recycling-tauglich, und der Zukunft zugewandt. Vielleicht muss man sich sogar wie in einem Science-Fiction-Film mit Zahas Schuhen fühlen. Doch das ist nur eine Vermutung. Gerne hätten ich ein Exemplar getestet, um zu beweisen, dass Zahas Schuhe viel mehr sind als schnöde Gummilatschen. Doch leider muss der Test noch warten, denn die Sandalen sind noch nicht im Handel. Sie wurden für den Brasilianischen Schuhhersteller Melissa entwickelt, der sich auf Kunststoff spezialisiert hat und neben Flipflops von Gisele Bündchen, Entwürfen von Vivienne Westwood oder den Campana Brüdern nun auch Zahas Schuhe in sein Sortiment aufnimmt. Als Limited Edition in insgesamt acht Farben. Ein Paar soll 200 Euro kosten und in Europa schon bald im Dover Street Market in London zu haben sein. Wie viele Exemplare es insgesamt geben wird, ist noch ungewiss, doch schon ab nächster Saison könnte die extravagante Fußbekleidung für Furore sorgen, an einem der berühmten Strände von Brasilien oder vielleicht doch irgendwo in Europa-

Genial finde ich auch den Film über den Musterbau im XXL Format in Youtube…Gugsch du?

http://www.youtube.com/watch?v=tH__AUxugvo

Herzerfrischende Konzepte

Montag, Februar 2nd, 2009

Wozu ist ein Hotelgast bereit Geld auszugeben? Sicherlich nicht mehr für 0-8-15 Konzepte. Das Maß der Übersättigung ist voll, Ware von der Stange und seriell hergestellte Produkte und Hotelzimmer sind austauschbar. Umso schöner, dass sich ein Trend entwickelt, der komplett gegen den Strom schwimmt und damit auch noch erfolgreich ist.

Beispielsweise das Hotel Hostel Lounge Superbude in Hamburg www.superbude.de hat den Best European Interior Design Award gewonnen und setzte bei den European Design Hotel Awards 2008 gegen starke Mitbewerber wie die Sure Bar (Dublin), das The Vincent Hotel (Southport) oder das Fontana Park Hotel in Lissabon durch.

 

Die Designidee war es, Materialien und Dinge sinnentfremdet zu verarbeiten und dabei spielerisch einen neuen Zweck zu schaffen. Zum Beispiel wurden Kühlschränke aus Überseekisten gebaut, Wasserrohre zu Regalen verbaut, Sofas mit gebrauchten Jeans überzogen und Mausefallen wurden zu Zeitschriftenklemmleisten umfunktioniert. Möbel aus Paletten und dicken Seilen sollen an den Hotelstandort Hamburg erinnern.

 

Auch Kunst und Design präsentiert sich anders anlässlich der Möbelmesse Köln 2009:

 

In einem Hinterhof in Ehrenfeld steht von Meiré und Meiré eine Black Box (www.meireundmeire.de ein Besuch der HP lohnt sich, das ”Farm Project” ist eines meiner Lieblingsprojekte von MM, ein Multitalent, der sich selbst Art Director, Fotograf und Künstler nennt, nebenbei noch Architektur und vieles mehr tut). Hier präsentiert der exklusive Hersteller von Badearmaturen www.dornbracht.com den aktuellen Beitrag von Mike Meiré, die Ausstellung „Global Street Food”. Zwischen rollenden Imbisswagen, zusammengesammelt aus aller Welt, gibt es ganz stilecht Häppchen in Bambusschälchen und auf Kiefernholz. Die Installationen improvisierter Küchen, die man zwischen Timbuktu und Honulu auf Straßen, an Häuserecken und mitunter sogar auf dem Wasser findet, stehen vor den neutralen Wänden eines White Cubes.

Ich kann es nur befürworten, dass das UNPERFEKTE, INDIVIDUELLE und das EINFACHE immer mehr Einzug in unsere vermeintlich perfekte, coole und gestylte Welt hält.
Wer hat das nicht schon erlebt, in einer Seitengasse irgendwo ganz unspektakulär auf dieser Welt… eine kleines Restaurant, grelles Neonlicht, olle Stühle, Wachstuchtischdecken, ein grinsender Kellner, herrlichen Wein, göttliche Pasta und einen unvergesslich schönen Abend…