Archiv für die ‘Für dich entdeckt’ Kategorie

New Ecology - Alles Öko, oder was?

Donnerstag, Februar 24th, 2011

Der Neo Öko guckt wie sein Vorfahr morgens zuerst nach den Hühnern. Diese wohnen allerdings nicht mehr in einem von löwenzahnumwucherten Bretterverschlag, sondern im futurischtischen Eglu von der Firma Omlet (was für ein genialer Firmenname) www.omlet.co.uk, das ohne Hühner rund 450 Euro kostet. Der Neo Öko isst noch immer gerne Müsli, aber er mixt es am liebsten selbst per Mausklick im Internet unter www.mymuesli.de, wo er sich 566 Billiarden verschiedene Müsli Varianten zusammen stellen kann. Montags kommt der grüne Putzdienst, am Wochenende schmeißt er seine ökologisch korrekte Party (etwa mit www.biocatering.net). Dort plaudern Gäste über das biologisch abbaubare Strick-Shirt von Armani, oder über die mit Solarzellen ausgerüstete Reware Strandtasche, mit der man beim Sonnen iPod, Handy oder Digitalkamera aufladen kann. In keinem anderen Marktsegment hat sich innerhalb so weniger Jahre so ein rasanter Zielgruppenwechsel wie in der Ökobranche vollzogen.

Mehr dazu beispielsweise in diesem wie ich finde super schön gemachten Buch Design Ecology, in dem 70 internationale Marken vorgestellt werden, die beispielhaft zeigen, wie sich das Thema GRÜN zeitgemäß kommunizieren lässt.

Es gab Zeiten, da trieb es einem schon eine grüne Farbe ins Gesicht, wenn man nur an grünes Bauen gedacht hat. Dabei geht es bei “grünem Bauen” inzwischen weniger um Architektur als vielmehr ums Überleben, wie dieser Bildband GREEN betont. Ästhetik ist sekundär, wenn es gilt, den Krieg mit der Natur zu beenden, der überhaupt erst zum Entstehen des “Asphaltdschungels” geführt hat.

 

Das Buch Green Style bietet dem Leser noch mehr alternative Lebensstile an, die Design mit einer nachhaltigen Entwicklung versöhnen. Meine Kunden wünschen immer öfters ein GRÜNES Interior Design. Das bedeutet natürliche Oberflächen, öko zertifizierte Lacke und Farben, Naturmaterialien die eine Geschichte zu erzählen haben und regionale kleine Fimen die Wert auf Umwelt und Ressourcen legen, werden bevorzugt eingesetzt. Das Thema finde ich sehr spannend, nicht nur, weil ich in einer echten Slow City lebe, sondern weil es mir am Herzen liegt, bei all dem High Tech auch ein Stückweit an die Mutter Erde zu denken. Wer hierzu wirklich etwas zu sagen hat, ist der Präsident und Slow Food Begründer Carlo Petrini in seinem neuen Buch: “Terra Madre”. Sehr empfehlenswert!

Und wann wird es draussen jetzt endlich wieder GRÜN?

Die 11

Montag, Januar 31st, 2011

Jede Menge Strandschönheiten in Rio bei 40°, in der Stadt die niemals schläft.

So hat mein Jahr begonnen bei viel Sonnenschein und Musik. Obwohl ich beruflich in Brasilien war, konnte ich mich dem öffentlichen Leben hier natürlich nicht entziehen. Wohin man ging, Musik, Musik, Musik…

Nach fast zwei Jahren Bauzeit sind die Luxus Appartements an der Copacabana fast fertig gestellt. Nun ging es darum Möbel und Einrichtungsgegenstände zu kaufen. Dies stellte eine besondere Freude für mich dar, denn die ganzen Wohnungen werden ausschließlich mit Design Klassikern aus den 50er und 60er Jahren ausgestattet. Wenn man an Rio denkt, denkt man sicherlich nicht an Antiquitäten, aber hier gibt es vieles, was Kunstliebhaberherzen höher schlagen lässt.

Zum Beispiel Möbel von Sergio Rodrigues. “Den Möbeln in Brasilien fehlte die Art der nationalen Identität, zu der die Architektur von Oscar Niemeyer, Lúcio Costa und deren Kollegen gefunden hatte.”1956 gründete Sergio Rodrigues in Ipanema, Rio de Janeiro, ‘Oca Industries’, eine Marke, die über Jahrzehnte zum Inbegriff des modernen brasilianischen Möbeldesigns wurde. Der gelernte Architekt übernahm traditionelle Materialien wie Leder, Eukalyptus und das Holz des Jacaranda Baums. Die Nähe seiner Entwürfe zu den Ikonen brasilianischer Kultur brachten ihm 1961 auf der ‘IV. Concorso Internazionale del Mobile’ (Italien) großen Erfolg ein: er wurde für seinen ‘Mole Chair‘ mit dem ersten Preis ausgezeichnet und das MOMA in New York nahm ihn in die ständige Sammlung für Design auf. Mit seiner großen Leidenschaft für Holz entwickelte er einfache, zum Teil aber auch hochkomplexe Holzkonstruktionen für den modularen Hausbau. Zu seinen bemerkenswertesten Entwürfen zählen u.a. die Brasilianische Botschaft in Rom, die Universidade de Brasilia, der Palacio dos Arcos, das Teatro Nacional in Brasilia und der Firmensitz von Editora Bloch in Rio de Janeiro.

In Antiquitätengeschäften wie in diesem hier, wurde ich fündig und ohne zu übertreiben, aber was ich da unter anderem in einem der Hinterhöfe entdeckte, hat mir fast den Atem verschlagen…

Stellt euch vor…ganz versteckt stand hier ein alter Louis Vuitton Koffer aus dem Jahr 1890 (!). Ein absolut unverkäufliches und handgefertigtes Unikat. Die Besitzerin ist Brasilianerin und hat den Koffer in der hiesigen Werkstadt aufarbeiten lassen. Der Antiquitäten Händler erzählte, dass er in seinem dreißig jährigen Geschäftsleben noch nie so ein kostbares Stück bei ihm im Hause hatte. Der Koffer gehörte dem Uhrgroßvater der Besitzerin, welche wiederum mit dem Loreal Chef Paris verheiratet ist und eigentlich in New York lebt. Also… wenn dieser Koffer Geschichten erzählen könnte…

Szenewechsel, ein Antiquariat mitten in der Stadt. Ich werde aufgrund der Auslage der wilden Barbies aufmerksam. Drinnen ertönt über Plattenspieler Miles Davis, irgendwie ganz lässige Atmosphäre, ich tauche ein in eine längst vergangene Zeit und werde aufs Neue fündig…

Ich hatte nicht damit gerechnet in Rio alte deutsche Zeitungen zu finden, aber eine Konstanze, eine Quick und noch das ein oder andere Exemplar aus den 30er Jahren gehörten als stilmäßige Ausstattung der Appartements zu meiner Beute. Und weil ich das Plattenspielererlebnis so berauschend fand, lief ich mir auf einem Flohmarkt die Haxen ab, bis ich beglückt einen alten Phillips Plattenspieler samt Bossa Nova Scheiben fand.

Flohmarkt? Retro? Irgendwie habt ihr euch Rio ganz anders vorgestellt? Klar, wie ihr hier sehen könnt gibt es auch die weltweit berühmte Seite. Zwei Millionen Menschen an der Copacabana an Silvester…Feiern bis der Arzt kommt :-)

HOHOHOHO!!!!

Freitag, Dezember 24th, 2010

Design - was ist das? Industriell überformtes Handwerk? Etwas, das unsere Gegenwart prägt wie nichts anderes und deshalb „total” geworden ist?  Von süßen und nahrhaften visuellen Früchten aus der vorweihnachtlichen Austellungskiste. Hier bei einer Vernissage in Zürich im Museum für Gestaltung seht ihr meine Wenigkeit und meine Geschäftsfreunde Pino Ala (Fotograf) und Werner Dups (Mode Experte) aus der Schweiz.

Der vom Bundesamt für Kultur (BAK) veranstaltete Wettbewerb für Design ist eines der wichtigsten Instrumente der Schweizer Designförderung. Die Ausstellung im Museum für Gestaltung Zürich zeigt noch bis Februar 2011 die prämierten Arbeiten und gewährt einen Einblick in das junge Schweizer Designschaffen in den Bereichen Grafik, Textil- und Modedesign, Fotografie, Industrie- und Produktdesign, Schmuck, Keramik sowie Bühnenbild.

Internationale Größen wie Alfredo Häberli waren genauso dabei, wie kleinere bei uns unbekannte Designer, wie beispielsweise die Textildesignerin Sonnhild Kestler. Sie bearbeitet schon seit über 20 Jahren Stoffe im Siebdruckverfahren mit bis zu 10 Farben und schneidert daraus verrückte Mode und tolle Tücher, welche nachträglich noch mit der Hand bestickt werden. Mich haben ihre Arbeiten sehr begeistert.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber jedes Jahr kurz vor Weihnachten denke ich “Huch, jetzt schon Weihnachten”?  Ja, es ist soweit, noch in letzter Minute den Baum geschmückt, Geschenke verpackt, die letzten Telefonate geführt, Emails getippt, alles auf der To Do Liste abgearbeitet, bzw. durchgestrichen mit dem Vermerk “wird zwischen den Jahren erledigt”.

Mein Garten liegt im Winterschlaf und es ist jetzt eine gute Zeit, sich das alte Jahr noch einmal auf der Zunge zergehen zu lassen und sich auf das neue Jahr zu öffnen und auszurichten.

- Puhhh, noch einmal tief durchatmen, einen schönen Spaziergang im Schnee machen…geschafft, happy X-Mas!!! Ich wünsche euch von Herzen eine gesegnete Weihnachtszeit und einen gesunden und kreativen Start in das Neue Jahr 2011. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal ganz herzlich für eure treue Leserschaft bedanken, den vielen wohlgesonnen Emails und den Kontakten, die daraus entstanden sind. Es ist toll, dass es euch gibt.

Herzliche Grüße, bis nächstes Jahr, Eure Ines, Mimi & Pablo

Der Winter kann kommen

Donnerstag, Oktober 28th, 2010

Und mit ihm das islanändische Designlabel Vik Prjóndóttir, welches sich von Mythen, neuen und alten Geschichten inspirieren lässt. Es ist sowohl von der Natur als auch vom städtischen Lebensstil geprägt und glaubt dabei an “das andere”. Die Designer entwerfen auf jeden Fall humorvolle Strickware der etwas anderen Art.

Jedes Design hat seinen Ursprung in einer fantastischen Geschichte, so z. B. der flauschige Robbenanzug aus 100% natürlicher Islandwolle, in Anlehnung an ein trationelles Märchen, oder die Bartmütze, die von den früher üblichen Lammfellmützen isländischer Bauern inspiriert wurde. Diese ließen nur eine Öffnung für das Gesicht frei. Der Bart ist in der neuen Version gleich integriert.

So viel Mut zur Fantasie, aber gleichzeitig auch zur besten Qualität in solider handwerklichen Umsetzung wurde jetzt mit dem DV cultural prize (Menningarverðlaun DV) für Design belohnt. Herzlichen Glückwunsch!!!

http://www.vikprjonsdottir.com

Identität zeigen…

Montag, Oktober 4th, 2010

Im Dirndl aufs Oktoberfest gehen alle! Weshalb nicht nur zeigen was man hat, sondern auch wo man herkommt? Ich komme nun Mal aus dem Schwarzwald und da bin ich stolz drauf. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, auf das diesjährige Oktoberfest in München in einer Schwarzwälder Tracht samt Bollenhut aufzukreuzen…

Das war sehr lustig und wirklich sehr Aufsehen erregend. Ganz viele Menschen unterschiedlichster Nationalitäten haben mich angesprochen, wollten ein Foto von mir, wollten den Bollenhut anfassen. Ich hörte Kommentare wie: “Das ist mal eine ehrliche Tracht”, oder “Ohhh wie schön, der Schwarzwald ist auch vertreten” und vieles mehr. Mir wurde bewusst, dass der Bollenhut eine multisympathische Marke ist, die wirklich fast jeder kennt. Ich fühlte mich durch und durch wohl in meinem Outfit und kann allen Schwarzwälder Mädels nur empfehlen, diesen kleinen Identitätstest bei nächster Gelegenheit einmal selbst aus zu probieren.

Derzeit kann man einen richtigen hipe zu dem Thema Schwarzwald verzeichnen. Wie z.B. hier im Kaufhaus Breuninger in Freiburg werden Schwarzwaldmädels großformatig angepriesen. Marianne Mack (Gattin des Europapark Besitzers in Rust) hat ihre erste Schwarzwald Lady Kollektion auf den Markt gebracht, um die Schwarzwälder Trachten wieder salonfähig zu machen. Es entstehen neue Geschäftsideen wie z. B. diese hier: http://www.heimatsinn-schwarzwald.de

Kuckucksuhren, Trachten, Schwarzwaldidyll: Die süddeutsche Provinz wird nicht unbedingt mit urbaner Street Art in Verbindung gebracht. In seinen Uhren-Skulpturen lässt der Künstler Stefan Strumbel Rebellentum und Tradition heftig aufeinanderprallen - und hat Erfolg.

http://www.stefanstrumbel.com/

Als der “Stern” im vergangenen Jahr Karl Lagerfeld zu dessen 75. Geburtstag sieben Seiten widmete, stand der Geschichte ein eigenartiges Foto voran: Der Jubilar ist darauf im Profil abgebildet, rechts von ihm hängt eine überdimensionale Kuckucksuhr an der Wand, verziert mit grellbunten Schnitzereien und einer Sprechblase. Der Text: “What the fuck is Heimat?”

Für den Leser blieb das ungetüme Ding ein Rätsel. “Lagerfeld mit Kuckucksuhr-Skulptur in seinem Studio in Paris. Ein Selbstporträt des Meisters eigens für den ‘Stern’”, hieß es schlicht in der Bildunterschrift. Für Stefan Strumbel, 29, jedoch war es nichts weniger als “der Ritterschlag”. Als Lagerfeld seine Strumbel-Uhr geschenkt bekam - es war ein Mitbringsel der Offenburger Hubert Burda Media zu einem Fotoshooting für ein Frauenmagazin - verglich er sie mit einem “Blumenstrauß aus Nizza”, er sagte: “Ein neuer Ausdruck von deutscher Kultur, das ist sehr stimulierend.” Und nicht nur das, Strumbel hat es sogar nebst internationalem Erfolg in die New York Times mit dem Thema Heimat geschafft. Mehr dazu in diesem Artikel:

http://www.nytimes.com/2010/02/04/realestate/04location.html?_r=1&scp=1&sq=strumbel&st=cse

Nach dem vielen Feiern haben wir HEIMWEH. Bleibt uns nur, glücklich und zufrieden “NACHHAUSE” zu schwelgen…

- The End -

Rotterdam Amour

Freitag, Juli 23rd, 2010

Anlässlich des größten Jazz Festivals der Welt, hat es mich nach Rotterdam verschlagen. Die Begrüßung, oder eher Beküssung am Flughafen von Amsterdam unterscheidet sich doch schon sehr, von dem was man so kennt.

Ganz wichtig ist natürlich ein anständiges Hotel. Was heißt denn eigentlich anständig? Darf es auch etwas unanständiges sein? Vielleicht mit Blümchengardienen und Retrokitsch, eher an eine südamerikanische Spelunke erinnernd, mit einem Hauch Orient und der Vermutung, dass die bedienenden Schönheiten wohl eher Töchter von kolumbianischen Drogendealern sind? Na dann seid ihr hier goldrichtig!

Das Hotel Bazar ( http://www.hotelbazar.nl ) besticht durch seine skurrilen Themenzimmer, einem 24 Stunden Frühstücksservice der Superlative und der besten Lage in der Strasse Witte de With. Denn das ist die absolut hippe Straße in Rotterdam mit ausgefallen Shops, Galerien, Kneipen und dem Dessous Laden von Marlis Dekkers ( http://www.marliesdekkers.com ), indem regelmäßig Madonna und die Sex in the City Girls gesichtet werden. Hier ein Buch was sich auf unserem Zimmer befand, welches sich ausschließlich dieser besonderen Straße widmet.

Unser Hotel Bazar ist natürlich auch erwähnt.

Früh übt sich..in einem der angesagttesten Designerläden ( http://www.margreetholsthoorn.nl ) gibt es selbstgemachte Ketten von Ina, 7 Jahre alt zu kaufen für sage und schreibe 59 Euro. Na wenn diesem Mädchen keine große Karriere als Designerin bevorsteht :-) Die Verkäuferin war so freundlich, mir für die Super Balls der Nachwuchsdesignerin Model zu stehen…

Die gleichen Macher haben auch einen Herrenklamottenladen ein paar Häuser weiter.

Die Räume sind preisgekrönt und wurden von dem Designer Richard Hutten ( http://www.richardhutten.com ) gestaltet. Rohe Wände, Decken und Innenleben wurde gnadenlos und frech in Hautfarben (!) gestrichen und eine Theke aus Styropor in der Farbe Türkis entworfen.  Sogar die Kabeltrommeln und der PC wurde so gestrichen. Also mehr Low Budget geht nicht. Interessant in Anbetracht der Designer Fummel, die bei einem Stückpreis ab 1500 Euro feil geboten werden. Genauso charmant die Improvisiertheit: man muss auch hier nicht zwingend in Schlips und Kragen auftreten, es gibt keine schlechtgelaunten Verkäufer mit mitleiderregenden Hundeblick - die Lässigkeit, die Dinge hinzunehmen, wie sie kommen, war ansteckend und sorgte für eine entspannte Atmosphäre, die sich in der ganzen Stadt wiederspiegelte.

In unserem Zimmer lachte mich täglich dieses Tablett an und irgendwie glaube ich an Zeichen, denn an einem Kiosk sprang mich sofort der Titel dieser Zeitschrift an, welche kurz darauf MEINS war:

Und was für ein herrliches, kreatives und inspirierendes Heft! Eine Mischung aus Bastelbögen, Illustration, Reportagen und alles kunstvoll gezeichnet und gestaltet. Es ist sogar noch ein persönliches Ferientagebuch beigelegt. Also ich gebe MEINS nicht mehr her!

Es gibt auch einen niedlichen Blog dazu: http://flow.web-log.nl/

Sicherlich sind eure Koffer auch schon gepackt. Wo geht es denn hin? Ich wünsche euch jedenfalls eine wundervolle Ferienzeit mit spannenden Entdeckungen, viel Zeit und fühlt euch von der Muse geküßt. Genießt sämtliche Hitzwellen, Wasserwellen und Dauerwellen von unverdrossenen Strandurlaubern. Bis bald, Plitschplatsch

Eure Ines

Sommer Sonne Sonnenschein

Freitag, Juni 11th, 2010

Ich bekomme sehr oft folgende Fragen gestellt: Wie hast du mit deiner Firma begonnen? Wie organisierst du dich? Wie bekommst du Kunden?

Dazu möchte ich euch ein paar Bücher vorstellen, die mir selbst sehr hilfreich waren und mich sehr inspiriert haben. (Leider nur in englisch erhältlich)

Handmade Nation ISBN:9781568987873

Es gibt mittlerweile ein Phänomen, es wir von crazy crafting gesprochen. Eine große Welle, die aus den USA kommt, aber Wogen weltweit schlägt. In diesem Buch werden ganz verschiedene kreative Menschen mit ihrer Start up Geschichte vorgestellt. Das Buch ist begleitend zu einem Doku-Film entstanden, der leider bei uns noch nicht zu sehen ist. Sehr inspirierend! Es gibt auch einen Blog dazu unter: www.handmadenationmovie.com

Craft inc. ISBN:13978081185836-6

Hier geht es darum aus seinem kreativen Hobby ein Business zu machen. Bei mir war es das Bauen und Gestalten, aber dass kann bei jedem etwas anderes sein. In diesem Buch werden auch sehr viele erfolgreiche Firmen vorgestellt und es werden einem sehr viele praktische Tipps für die Existenzgründung gegeben.

The Handmade Marketplace ISBN:9781603424776

Hier geht es ganz gezielt um Strategien, wie man online weltweit erfolgreich selbstgemachte Produkte verkaufen kann. Auch immer mit Beispielen und Storys von erfolgreichen Onlineverkäufern/innen. Das Buch ist auch ein gutes Beispiel, wie die Craft Szene international zusammenarbeitet, sich wohlgesonnen ist, sich gegenseitig empfiehlt und so auch als Community ungewöhnliche und neue Wege beschreitet. Sehr empfehlenswert!

Hey, ist es wirklich schon Sommer? Kaum zu glauben, nach dem vielen Regen und den nasskalten Tagen. Die Kinder am Fluß haben das sofort begriffen, getreu dem Motto: “Pack die Badehose ein.”

In meinem neu angelegten Gemüsegarten wächst und gedeiht alles ganz fantastisch und schon seit Tagen gibt es frischen Salat, Radieschen und seit neustem auch schon die ersten zuckrig süßen Erdbeeren.

Unter dem Aspekt der Wirktschaftlichkeit kann man den eigenen Gemüseanbau natürlich nicht betrachten. Ein Salatsteckling kostet 20 Cent, ein augewachsener Salat im Supermarkt 29 Cent. Denoch muss ich gestehen, dass mich meine Überproduktion an Biogemüse mit ganzem Stolz erfüllt:-)

Wann habt ihr das letzte Picknick gemacht? Das ist doch wirklich ein Grund anzustoßen.

Um den Sitzbereich etwas abzuschotten, haben wir am Wochenende einen Sichtschutz aus Haselnußweiden angebracht. Sieht noch etwas nüchtern aus, aber rankendes Grün ist schon gepflanzt. Hier eine Abendstimmung aus meinem Gemüsegarten…nach einem arbeitsreichen Tag kann ich hier voll und ganz entspannen und wieder viel Energie tanken.

Frühlingserwachen in Marrakech

Mittwoch, April 14th, 2010

Noch blüht überall die wilde Kamille, doch bald wird hier auf einer Fläche von insgesamt zwei Hektar ein Komplex mit Haupthaus, Nebenhäusern, Hamam, Tennisplätzen und Poolhaus gebaut, der die Atmosphäre und den Charme einer traditionellen Villa mit moderner Architektur verbindet.

Der architektonische Gesamtentwurf dieses exklusiven Hotel-Resorts stammt aus meiner Feder und ich freue mich schon sehr auf die kommenden Monate, denn Baubeginn ist im Juni. Bis zur Fertigstellung nächstes Jahr werde ich alle sechs Wochen hier sein und mich um die Realisierung des Projekts kümmern.

Es ist mir immer eine besondere Freude, wenn ich mit interessanten und spannenden Menschen zusammenarbeiten kann. Zum Beispiel mit Sandra, einer ganz lieben Geschäftspartnerin, die schon seit über zwei Jahren in Marrakech lebt und arbeitet. Sie bringt sehr viel Know-how und jede Menge Lebensfreude mit.

Ich kenne keinen Ort dieser Welt, der über so viele einzigartige Hotelprojekte, Restaurants, Clubs und Bars verfügt wie Marrakech. Deshalb möchte ich euch hier ein paar kleine Tipps geben:

Auf den Bildern seht ihr das Murano-Resort. Es ist deshalb etwas Besonderes, weil es eines der ersten Design-Hotels war und einen roten Pool hat. Es gab eine spektakuläre Eröffnungsfeier in Kooperation mit Absolut Vodka, über die man heute noch spricht. Da wurde im Hochsommer der ganze Pool eingefroren und im Garten aus Eis geschnitzte Statuen aufgestellt. Dazu gab es coolen Clubsound und natürlich reichlich Wodka…

http://marrakech.muranoresort.com/murano.html

Mein Lieblingshotel mitten in der Medina ist jedoch das Anayela. Sehr persönlich geführt, mit ganz außergewöhnlichem Design. Nicht umsonst mehrfach ausgezeichnet, obwohl es nur über eine Hand voll Zimmer und einen Minipool verfügt. Hier der Blick von der Dachterrasse über die Dächer der Altstadt und im Hintergrund das Atlasgebirge.

http://www.anayela.com/

Wer lieber ein modernes Hotel mitten in der Stadt mit einer tollen Sky-Bar und einem hippen Restaurant mag, dem kann ich das BAB Hotel empfehlen.

http://www.babhotelmarrakech.com/

Schräg gegenüber ein sehr empfehlenswertes, ganz traditionelles Restaurant in einem alten Stadtpalast mit lecker Essen und gemütlicher Bar.

http://www.latrattoriamarrakech.com/

Ein Besuch lohnt sich also! Die Gegensätze ziehen sich hier an und dadurch entsteht eine gewisse Magie, der man sich nur schlecht entziehen kann.

„Diamonds are a girl’s best friend”…

Samstag, Januar 30th, 2010

…das kann Frau von Welt ja nicht deutlich genug betonen - und diese Wahrheit gilt global: von Berlin über Tokio bis nach Kuwait. Eben dort hat das Juwelier-Label „Octium”, das Schmuckstücke verschiedener exklusiver Designer anbietet, jüngst seine Pforten geöffnet. Gestaltet wurde das Interiordesign des Ladens von niemand geringerem als Jaime Hayon, der mit seinen fantastischen und clownesken Inszenierungen seit Jahren das klassische Designverständnis unterwandert.

Schon seit mindestens 15 Jahren ( ENDLICH! Allen verrückten und mutigen Designern sei Dank!!!) sind die Zeiten vorbei, in denen vermögende Menschen ihren Luxus mit Marmorböden, goldenen Wasserhähnen, kathedralen Wandbemalungen zeigten und sich protzig selbst inzenierten. Nun ja, einige tun es immer noch, aber die sind outer als out :-) Eine neue Form der Ästhetik und Geschmack mit viel Humor, aber auch Liebe zu neuen Materialien und Qualität erobert die Welt…

In diesem Fall ist Jaime Hayon wieder ein Geniestreich gelungen, der sogar von Kuwaitis verstanden wird:  ohne Furcht vor Kitsch und opulenten Farb- und Formspielen hat er einen märchenhaften Ort geschaffen, an dem das Einzige, das wirklich ernst gemeint ist, vermutlich die Preise der Pretiosen sind.

Jaime - I Love it!

PS: An dieser Stelle ganz liebe Grüße von eurer Schwester an Marwan, Randa und Rada nach Kuwait…

Die Talente von gestern sind die Talente von morgen

Mittwoch, November 25th, 2009

Was ist eigentlich ein Talent? Und wie lang kann man ein solches sein? Wer als Talent gilt, so scheint es, muss nichts beweisen; und so mancher bleibt es ein Leben lang. Daran ändert auch der Zusatz „young” nichts. Überall ist in den letzten Jahren von Talenten die Rede. Man könnte meinen, es gäbe ständig Neuentdeckungen. Aber dem ist nicht so. Oft wird die Auswahl nur variiert und neu zusammengestellt, der Titel der Talent-Fibel mit einem zusätzlichen Adjektiv versehen und das Vorwort neu geschrieben. In den Büchern selbst findet man mehr oder weniger die gleiche Riege an mehr oder weniger jungen Designern und Designerinnen, die mit durchaus interessanten Projekten auf sich aufmerksam gemacht haben. „Haben” ist dabei das Schlüsselwort, denn die Beispiele liegen nicht selten drei, vier Jahre zurück. Und so wird aus dem ehemaligen „young talent”, das in der Szene längst eine etablierte und unangefochtene Größe ist, eben ein „eternal talent”.

Zu den Klassikern unter den Talenten gehören beispielsweise Kram/Weishaar, gern präsentiert mit ihrem „Breeding Table” aus dem Jahr 2005. Es war ein kluges und visionäres Projekt, aber warum die beiden damit nun auch wieder in das neue Buch von Hansjerg Maier-Aichen „New Talents. Stand der Dinge” aufgenommen wurden, bleibt unverständlich. Ebenso schwer nachvollziehbar ist, warum Jerzey Seymour mit seinen Projekten „Brussels Brain” (2005), New Order Chair und Living Systems (beide 2007) dazugehört. Wieder liegt das nicht an der Qualität des Designers und seiner Entwürfe. Im Gegenteil: Der in Berlin geborene Kanadier ist heute nicht mehr aus der Designszene wegzudenken, den Status des hoffnungsvollen Talents indes hat er längst hinter sich gelassen. Gleiches gilt für Martino Gamper und seine wunderbaren „100 chairs” (2007) oder für Tom Price und seine „Meltdown-Chairs” (2007).

Matali Crasset, Jurgen Bey, Constantin Boym und Martí Guixé wurden bewusst mit angeführt, liest man in der Einführung der Publikation, weil sie schon in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts sehr eigenständige Produktvorstellungen vertreten und heute für einen nicht unerheblichen Teil der jüngeren Generation Vorbildfunktion hätten. Das stimmt.  Allerdings fragt man sich, ob jene junge Generation nicht längst die Vorreiterrolle für die nachkommende eingenommen hat, die tatsächlich noch unbekannte Talente bereit hält. Man braucht eben Talent, um eine gute „young talent”-Auswahl zu treffen. Und wer weiß, was noch alles in uns schlummert. Vielleicht sind wir ja am Ende alle junge Talente - mehr oder weniger.

New Talents - State of the Arts. Stand der Dinge
Herausgegeben von Hansjerg Maier-Aichen
Avedition, 2009
Broschiert, 192 Seiten, 24,90 Euro

www2.avedition.de

Bautagebuch - Umbau Feldbergstube - Hotel “Die Halde”

Freitag, November 20th, 2009

Heute möchte ich vom Umbau eines Frühstückraums berichten. Das Hotel “Die Halde” liegt herrlich ganz hoch oben bei uns im schönen Schwarzwald. Im Tal mag zwar noch die Sonne scheinen, aber in den Bergen hat tatsächlich schon der Winter eingesetzt…

Seit zwei Jahren liegt mein Konzept für einen Umbau vor. Wir haben deshalb so lange auf die Umsetzung gewartet, weil das Hotel eine unglaubliche Auslastung hat und es nie einen günstigen  Zeitpunkt für die Arbeiten gab.

Dieses Jahr musste es dann aber doch sein, und zum Jahresende wurde mit Hochdruck alles fertiggestellt.

So sah der Frühstücksraum vorher aus:

Während des Umbaus:

Und so sieht es jetzt aus:

Die Sitzplätze wurden optimiert, die Böden geschliffen und dunkler gebeizt, ein Podest eingebaut (damit der Saalcharakter entfiel). Eine Steinwand sorgt für mehr Gemütlichkeit, das Ambiente wurde mit Stoffen, Farbe, Licht und Mobiliar das Ambiente grundlegend verändert.

Die Präsentation der Speisen wurde durch neue Möbel und Einbaulösungen nicht nur optisch verbessert, sondern auch praktikabler gestaltet. Die Farbe Rot passt sehr gut zu diesem traditionellen Haus und den Räumen, die Wärme ausstrahlen und ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln sollen; deshalb haben wir daran bewusst nicht gespart.

Der Kunde legt größten Wert auf beste Qualität und Verarbeitung, aber auch Natürlichkeit. Der Teppichboden ist aus reiner Schafwolle mit Biozertifizierung, die Tische aus regionalen massiven Hölzern, die Möbel aus Altholz von hiesigen Schreinern maßgefertigt. Es wurden ausschließlich handgewebte Hirtenstoffe eingesetzt und das Angebot des ganzen Hauses wird peinlich genau auf Herkunft und Nachhaltigkeit geprüft.

Und falls ihr jetzt Lust bekommen habt, selbst einen kleinen Abstecher hierher zu machen, dann kann ich euch das Hotel nur wärmstens empfehlen. Es gehört nicht umsonst zu einem der besten Häuser in unserer Region: www.halde.com

Wasndas?

Samstag, August 29th, 2009

Es wird immer toller hier! Erst letzte Woche habe ich in meinem Garten einen riesigen Frosch entdeckt, den ich zwar befreit, aber nicht geküsst habe, und heute Nacht auch noch das…

Ich hatte die Balkontüre offen und aus dem Augenwinkel sah ich einen schwarzen Schatten hereinhuschen. Zuerst dachte ich voller Schreck an eine Ratte - aber nein, es war ein total frecher Igel, der es sich gleich hinter meinen Büchern bequem machte. Sicher wollte er etwas chillen oder einfach nur ein gemütliches Schlafplätzchen finden. Leider haben meine Raubtiere Mimi und Pablo Wind davon bekommen und sind hier fast im Dreieck gesprungen. Es wurde stürmisch gebellt und danach um die Wette geschnüffelt.

Also wieder eine Nacht-ohne-Nebel-Befreiungsaktion :-)

Husch husch, und schon isser wieder weg… Ich auch. 3.51 Uhr, Samstagmorgen. Gute Nacht, Freunde!

Strand meiner Träume

Montag, August 17th, 2009

Es ist noch gar nicht so lange her, da sind wir gesegelt. Von der Türkei nach Griechenland und wieder zurück.

Einer der schönsten Zwischenstationen war für mich in “Gümüslük”, einem kleinen, süßen Ferienort in der Türkei. Hier entdeckten wir beim Paddeln morgens dieses herrliche, ganz einsame und verlassene Restaurant…

Zunächst ziemlich unscheinbar, jedoch bei näherer Betrachtung höchst interessant…

Im Sogan Sarmisakr kocht eine echte Grand-Dame höchstpersönlich in ihrem alten Steinhaus, dessen Türen im Sommer für Gäste und Freunde geöffnet sind.

Wir haben zwar das meiste nicht verstanden, was wir auf der Karte fanden, aber in der Küche wurde schon fleißig Gemüse geschnippelt, Zwiebeln geschmort und uns lief augenblicklich das Wasser im Mund zusammen.

Hier gefiel es uns, denn es war richtig schön bunt und schrill, viel Strandgut und Fundstücke jeglicher Art wurden wild in Szene gesetzt.

Abends verwandelte sich alles durch ganz viele Kerzen in ein Lichtermeer und ihr werdet es nicht glauben… das Lokal ist auf Wochen im Voraus ausgebucht. Wen wundert’s? So einfach kann Erlebnisgastronomie aussehen:-)

Oft erinnere ich mich an den Strand meiner Träume zurück und jedesmal schmelze ich förmlich dahin :-)

Schaut mal vorbei, wenn ihr in der Ecke seid. Es lohnt sich!

http://bodrumonline.biz/ssarmisak.htm

Für dich entdeckt!

Dienstag, April 28th, 2009

Ich habe heute einen supersüßen Blog (Internet-Tagebuch) entdeckt unter:

Blog für dich entdeckt

Kate ist eigentlich Studentin und bastelt gerne. Ihre netten Arbeiten aus Papier kann man auch erwerben. Gerade in England und USA ist es mittlerweile trendy, Dinge selbst zu machen, und auch zu verkaufen. Man spricht von “crazy crafting”. Die bekannteste Internetplattform hierzu ist etsy

Auf diesem Blog ist auch Kate’s Hochzeitsvideo zu sehen. Jetzt denkt ihr sicher: Hochzeitsvideo? Gääähn…! Also ich stehe auch nicht auf Hochzeitsvideos, aber bei diesem Filmchen geht euch das Herz auf, versprochen! :-)

Ihr könnt es anschauen unter:

Hochzeitsvideo

Viel Spaß dabei und bis bald! Eure Ines