Archiv für die ‘Interiordesign’ Kategorie

Rotterdam Amour

Freitag, Juli 23rd, 2010

Anlässlich des größten Jazz Festivals der Welt, hat es mich nach Rotterdam verschlagen. Die Begrüßung, oder eher Beküssung am Flughafen von Amsterdam unterscheidet sich doch schon sehr, von dem was man so kennt.

Ganz wichtig ist natürlich ein anständiges Hotel. Was heißt denn eigentlich anständig? Darf es auch etwas unanständiges sein? Vielleicht mit Blümchengardienen und Retrokitsch, eher an eine südamerikanische Spelunke erinnernd, mit einem Hauch Orient und der Vermutung, dass die bedienenden Schönheiten wohl eher Töchter von kolumbianischen Drogendealern sind? Na dann seid ihr hier goldrichtig!

Das Hotel Bazar ( http://www.hotelbazar.nl ) besticht durch seine skurrilen Themenzimmer, einem 24 Stunden Frühstücksservice der Superlative und der besten Lage in der Strasse Witte de With. Denn das ist die absolut hippe Straße in Rotterdam mit ausgefallen Shops, Galerien, Kneipen und dem Dessous Laden von Marlis Dekkers ( http://www.marliesdekkers.com ), indem regelmäßig Madonna und die Sex in the City Girls gesichtet werden. Hier ein Buch was sich auf unserem Zimmer befand, welches sich ausschließlich dieser besonderen Straße widmet.

Unser Hotel Bazar ist natürlich auch erwähnt.

Früh übt sich..in einem der angesagttesten Designerläden ( http://www.margreetholsthoorn.nl ) gibt es selbstgemachte Ketten von Ina, 7 Jahre alt zu kaufen für sage und schreibe 59 Euro. Na wenn diesem Mädchen keine große Karriere als Designerin bevorsteht :-) Die Verkäuferin war so freundlich, mir für die Super Balls der Nachwuchsdesignerin Model zu stehen…

Die gleichen Macher haben auch einen Herrenklamottenladen ein paar Häuser weiter.

Die Räume sind preisgekrönt und wurden von dem Designer Richard Hutten ( http://www.richardhutten.com ) gestaltet. Rohe Wände, Decken und Innenleben wurde gnadenlos und frech in Hautfarben (!) gestrichen und eine Theke aus Styropor in der Farbe Türkis entworfen.  Sogar die Kabeltrommeln und der PC wurde so gestrichen. Also mehr Low Budget geht nicht. Interessant in Anbetracht der Designer Fummel, die bei einem Stückpreis ab 1500 Euro feil geboten werden. Genauso charmant die Improvisiertheit: man muss auch hier nicht zwingend in Schlips und Kragen auftreten, es gibt keine schlechtgelaunten Verkäufer mit mitleiderregenden Hundeblick - die Lässigkeit, die Dinge hinzunehmen, wie sie kommen, war ansteckend und sorgte für eine entspannte Atmosphäre, die sich in der ganzen Stadt wiederspiegelte.

In unserem Zimmer lachte mich täglich dieses Tablett an und irgendwie glaube ich an Zeichen, denn an einem Kiosk sprang mich sofort der Titel dieser Zeitschrift an, welche kurz darauf MEINS war:

Und was für ein herrliches, kreatives und inspirierendes Heft! Eine Mischung aus Bastelbögen, Illustration, Reportagen und alles kunstvoll gezeichnet und gestaltet. Es ist sogar noch ein persönliches Ferientagebuch beigelegt. Also ich gebe MEINS nicht mehr her!

Es gibt auch einen niedlichen Blog dazu: http://flow.web-log.nl/

Sicherlich sind eure Koffer auch schon gepackt. Wo geht es denn hin? Ich wünsche euch jedenfalls eine wundervolle Ferienzeit mit spannenden Entdeckungen, viel Zeit und fühlt euch von der Muse geküßt. Genießt sämtliche Hitzwellen, Wasserwellen und Dauerwellen von unverdrossenen Strandurlaubern. Bis bald, Plitschplatsch

Eure Ines

Sommer Sonne Sonnenschein

Freitag, Juni 11th, 2010

Ich bekomme sehr oft folgende Fragen gestellt: Wie hast du mit deiner Firma begonnen? Wie organisierst du dich? Wie bekommst du Kunden?

Dazu möchte ich euch ein paar Bücher vorstellen, die mir selbst sehr hilfreich waren und mich sehr inspiriert haben. (Leider nur in englisch erhältlich)

Handmade Nation ISBN:9781568987873

Es gibt mittlerweile ein Phänomen, es wir von crazy crafting gesprochen. Eine große Welle, die aus den USA kommt, aber Wogen weltweit schlägt. In diesem Buch werden ganz verschiedene kreative Menschen mit ihrer Start up Geschichte vorgestellt. Das Buch ist begleitend zu einem Doku-Film entstanden, der leider bei uns noch nicht zu sehen ist. Sehr inspirierend! Es gibt auch einen Blog dazu unter: www.handmadenationmovie.com

Craft inc. ISBN:13978081185836-6

Hier geht es darum aus seinem kreativen Hobby ein Business zu machen. Bei mir war es das Bauen und Gestalten, aber dass kann bei jedem etwas anderes sein. In diesem Buch werden auch sehr viele erfolgreiche Firmen vorgestellt und es werden einem sehr viele praktische Tipps für die Existenzgründung gegeben.

The Handmade Marketplace ISBN:9781603424776

Hier geht es ganz gezielt um Strategien, wie man online weltweit erfolgreich selbstgemachte Produkte verkaufen kann. Auch immer mit Beispielen und Storys von erfolgreichen Onlineverkäufern/innen. Das Buch ist auch ein gutes Beispiel, wie die Craft Szene international zusammenarbeitet, sich wohlgesonnen ist, sich gegenseitig empfiehlt und so auch als Community ungewöhnliche und neue Wege beschreitet. Sehr empfehlenswert!

Hey, ist es wirklich schon Sommer? Kaum zu glauben, nach dem vielen Regen und den nasskalten Tagen. Die Kinder am Fluß haben das sofort begriffen, getreu dem Motto: “Pack die Badehose ein.”

In meinem neu angelegten Gemüsegarten wächst und gedeiht alles ganz fantastisch und schon seit Tagen gibt es frischen Salat, Radieschen und seit neustem auch schon die ersten zuckrig süßen Erdbeeren.

Unter dem Aspekt der Wirktschaftlichkeit kann man den eigenen Gemüseanbau natürlich nicht betrachten. Ein Salatsteckling kostet 20 Cent, ein augewachsener Salat im Supermarkt 29 Cent. Denoch muss ich gestehen, dass mich meine Überproduktion an Biogemüse mit ganzem Stolz erfüllt:-)

Wann habt ihr das letzte Picknick gemacht? Das ist doch wirklich ein Grund anzustoßen.

Um den Sitzbereich etwas abzuschotten, haben wir am Wochenende einen Sichtschutz aus Haselnußweiden angebracht. Sieht noch etwas nüchtern aus, aber rankendes Grün ist schon gepflanzt. Hier eine Abendstimmung aus meinem Gemüsegarten…nach einem arbeitsreichen Tag kann ich hier voll und ganz entspannen und wieder viel Energie tanken.

HAPPY BIRTHDAY

Donnerstag, Mai 20th, 2010

Heute vor genau fünf Jahren habe ich meine Firma MOOD Management Ltd. gegründet. Na wenn das kein Grund zum Feiern ist:-) Die ersten zwei Jahre habe ich meine Fühler ausgestreckt, alles mögliche ausprobiert und behielt meinen damaligen Job als Haupteinnahmequelle bei. Das war natürlich sehr anstrengend, denn in dieser Zeit gab es nur einen Fokus in meinem Leben: ARBEIT. Und zwar Tag und Nacht. Irgendwann musste ich mich entscheiden und so sprang ich ins kalte Wasser, bzw. vielmehr in das Haifischbecken der Selbständigen. Damals hatte ich sehr viele Existenzängste und entsprechend schlaflose Nächte. Wenn mir damals ein Hellseher vorhergesagt hätte wo ich heute beruflich stehe, hätte ich sicherlich nur mit einem müden Lächeln geantwortet. Meine ganzen beruflichen Träume haben sich bislang erfüllt und ich kann nur jedem empfehlen: TRAU DICH, RICHTE DICH AUS UND PROBIERE ES EINFACH!

Umso verwunderlicher, da ich mir ein Berufsfeld ausgesucht habe (was ich nicht gelernt habe), in Länder gehe (dessen Sprache ich nicht spreche) und wie hier in Marokko, in einer absoluten Männerdomäne meine Handschrift hinterlasse. Dieses Bild entstand letzte Woche in der Sky Bar des BAB Hotels in Marrakech.

Hier bin ich regelmäßig alle paar Wochen und stelle mich auf die landestypischen Eigenheiten ein. Ohne Beziehungen und die richtigen Menschen am richtigen Ort zu treffen, ist man hier aufgeschmissen.

Einkaufen auf orientalisch: In die Suks gehen nur Touristen. Wirklich gute Qualität und Preise erhält man nur direkt von den Produzenten. Hier stellt eine Anbieter zwischen Tür und Angel seine Produkte vor.

Aber es geht natürlich auch anders. Hier sind Bilder von einer Vernissage eines genialen Lampenmachers. Handwerkskunst auf ganz hohem Niveau. Das hat natürlich seinen Preis, ist aber nicht im geringsten mit billiger Masseproduktion vergleichbar.

Wieder zurück auf einer Baustelle zur Inspektion. ICH LIEBE BAUSTELLEN!!! Und vor allen Dingen solche…

Wieder zurück auf einem ganz anderen Grundstück. Hier beginnen wir im Sommer zu bauen. Pläne auf dem Papier sind das eine, eine räumliche Darstellung davon das andere. Deshalb lasse ich mir gerne die zukünftigen Räume auf dem Boden markieren um zu sehen, wie die Blickachsen liegen, der Lichteinfall sein wird, ob die Proportionen der Baukörper stimmen usw. Zugegeben, etwas ungewöhnlich, aber wie ich finde sehr hilfreich.

Weniger hilfreich jedoch unvorgesehene Schlammlöcher. Wer rechnet denn schon damit? Das nächste Mal fällt die Wahl auf keinen Fall auf weiße Leinenschuhe. Versprochen!

An dieser Stelle auch nochmal meinen ganz herzlichen Dank für euer tolles Feedback auf den Zeitungsartikel über mich. Ganz unterschiedlich, ganz spannend und durchweg positiv. WOW, vielen DANK!

Frühlingserwachen in Marrakech

Mittwoch, April 14th, 2010

Noch blüht überall die wilde Kamille, doch bald wird hier auf einer Fläche von insgesamt zwei Hektar ein Komplex mit Haupthaus, Nebenhäusern, Hamam, Tennisplätzen und Poolhaus gebaut, der die Atmosphäre und den Charme einer traditionellen Villa mit moderner Architektur verbindet.

Der architektonische Gesamtentwurf dieses exklusiven Hotel-Resorts stammt aus meiner Feder und ich freue mich schon sehr auf die kommenden Monate, denn Baubeginn ist im Juni. Bis zur Fertigstellung nächstes Jahr werde ich alle sechs Wochen hier sein und mich um die Realisierung des Projekts kümmern.

Es ist mir immer eine besondere Freude, wenn ich mit interessanten und spannenden Menschen zusammenarbeiten kann. Zum Beispiel mit Sandra, einer ganz lieben Geschäftspartnerin, die schon seit über zwei Jahren in Marrakech lebt und arbeitet. Sie bringt sehr viel Know-how und jede Menge Lebensfreude mit.

Ich kenne keinen Ort dieser Welt, der über so viele einzigartige Hotelprojekte, Restaurants, Clubs und Bars verfügt wie Marrakech. Deshalb möchte ich euch hier ein paar kleine Tipps geben:

Auf den Bildern seht ihr das Murano-Resort. Es ist deshalb etwas Besonderes, weil es eines der ersten Design-Hotels war und einen roten Pool hat. Es gab eine spektakuläre Eröffnungsfeier in Kooperation mit Absolut Vodka, über die man heute noch spricht. Da wurde im Hochsommer der ganze Pool eingefroren und im Garten aus Eis geschnitzte Statuen aufgestellt. Dazu gab es coolen Clubsound und natürlich reichlich Wodka…

http://marrakech.muranoresort.com/murano.html

Mein Lieblingshotel mitten in der Medina ist jedoch das Anayela. Sehr persönlich geführt, mit ganz außergewöhnlichem Design. Nicht umsonst mehrfach ausgezeichnet, obwohl es nur über eine Hand voll Zimmer und einen Minipool verfügt. Hier der Blick von der Dachterrasse über die Dächer der Altstadt und im Hintergrund das Atlasgebirge.

http://www.anayela.com/

Wer lieber ein modernes Hotel mitten in der Stadt mit einer tollen Sky-Bar und einem hippen Restaurant mag, dem kann ich das BAB Hotel empfehlen.

http://www.babhotelmarrakech.com/

Schräg gegenüber ein sehr empfehlenswertes, ganz traditionelles Restaurant in einem alten Stadtpalast mit lecker Essen und gemütlicher Bar.

http://www.latrattoriamarrakech.com/

Ein Besuch lohnt sich also! Die Gegensätze ziehen sich hier an und dadurch entsteht eine gewisse Magie, der man sich nur schlecht entziehen kann.

What´s up?

Samstag, März 27th, 2010

Wenn man an die Arabischen Emirate denkt, fällt einem meist Dubai mit all seinen Klischees ein. Und die gibt es natürlich, wie ihr auf diesem Bild sehen könnt.

Die Wirtschaftskrise hat zweifellos auch die arabische Welt erreicht, unabhängig davon wird nach wie vor gebaut, investiert und gestaltet, was das Zeug hält.

Ich war mit einem meiner deutschen Investorenkunden zu Besuch in Rash el Khaimah, einem der weniger bekannten Emirate rund 60 km von Dubai entfernt. Hier baut der Investor direkt am Strand Appartementhäuser, eine Shopping-Mall, ein Business-Tower, sowie ein 5-Sterne-Hotel. Alles wird nach deutschem Standard gebaut, ausgestattet und designt. Für mich sind diese unbegrenzten Möglichkeiten selbstverständlich eine riesige Spielwiese.

Nicht selten geht mir hier die Phantasie durch und das Schöne daran: alles ist möglich! Projekte in dieser Größenordnung werden natürlich nicht von heute auf morgen realisiert, aber alles geht hier doch verhältnismäßig schnell. Die ersten Häuser werden schon Ende des Jahres bezugsfertig sein und sind jetzt schon in der Vermarktung. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, was Schönes bei diesem spannenden Projekt rausgekommen ist :-)

Falls ihr Lust auf einen Traum aus tausendundeiner Nacht habt, kann ich euch eine wunderbare Hotelempfehlung geben… Übernachten mitten in der Wüste! Einfach einzigartig!!!

http://www.banyantree.com/en/al_wadi/overview

Diesen Monat war auch die Eröffnung einer Gemeinschaftspraxis in Freiburg, für dessen Ärzteteam ich das Umbaukonzept und den Entwurf einer Theke gemacht habe. Hier seht ihr den Entwurf des Möbels als kleines Modell und das Endergebnis. Die Theke ist aus MDF-Platten gefertigt und mit Klavierlack veredelt worden. Trotz des engen Zeitrahmens haben wir alles noch rechtzeitig hinbekommen. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an alle Subunternehmer, die eine super Arbeit abgeliefert haben.

Ich bin nicht nur eine Blogschreiberin, sondern auch eine begeisterte Blogleserin. Deshalb möchte ich euch heute ein paar meiner Lieblingsblogs vorstellen:

http://www.designspongeonline.com

Eine sehr inspirierende Interiorseite, mit vielen Vorher-/Nachher-Bildern und spannenden Anregungen für ein schöneres Zuhause. (englisch)

http://www.coldantlerfarm.blogspot.com

Eine junge Großstadt-Illustratorin, 26 Jahre alt, hat ihren Lebenstraum wahr gemacht und lebt mit ihren Huskies, Schafen und samt Streichelzoo auf einer Minifarm in the “Middle of Nowhere”. Darüber hat sie auch ein sehr charmantes Buch geschrieben. So jung und schon so weise… (englisch)

http://www.yvestown.com

Eine belgische Interiordesignerin und Fotografin stellt sich vor. Auf ihrer Seite zeigt sie sehr viele Anregungen zum Selbermachen. Die stimmungsvollen Bilder sind ein Fest für die Sinne. (englisch)

http://decor8blog.com

Eine Autorin und Interiordesignerin in Deutschland mit einem sehr erfolgreichen und kreativ-sinnlichen Blog mit über 25.000 Lesern/innen täglich. (englisch)

http://www.etsy.de/blog/

Endlich und lange erwartet erobert die Erfolgsplattform für Selbstgemachtes www.Etsy.com aus USA  auch den Rest der Welt. Reinschauen lohnt sich…

So meine Lieben, ich hoffe euch steht ein schönes und erholsames Weekend bevor. Diese Woche sind wir ja schon reichlich mit Sonne belohnt worden. Anbei noch frühlingsfrische Grüße vom Starnberger See, wo ich diese Woche ausnahmsweise ganz privat und entspannt wunderschöne Stunden verbracht habe. Bis bald, liebe Grüße von mir, meinen Wauzis Mimi und Pablo sowie Grüße an den Ausnahmefotografen T. aus M.

Bautagebuch Rio de Janeiro

Dienstag, Februar 16th, 2010

In Deutschland schlichen Eskimos um mein Haus und die ewige Schneeschauflerei hatte schmerzende Hände hinterlassen. Da war es eine willkommene Abwechslung, den Arbeitsplatz für eine Baustellenbesichtigung kurzfristig an die Copacabana zu verlegen. Ich hatte euch ja schon vom Bauvorhaben in Rio berichtet und nun sind es noch vier Monate bis zum Fertigstellungstermin. Die letzten Entscheidungen waren zu treffen, Materialien mussten ausgesucht und geordert werden, denn die Arbeiten laufen auf Hochtouren.

Hier ist ein Entwurf für eine der Terrassen. Darunter seht ihr, wie weit die Bauarbeiten bereits fortgeschritten sind.

Habe ich euch schon erzählt, dass ich Baustellen liebe? Es ist tatsächlich so! Mir kommen sie immer wie ein riesiger Spielplatz vor. Mit einem Sandkasten und den richtigen Förmchen entstehen hier ganz erstaunliche Dinge…

Ich kann natürlich verstehen, dass sich viele von euch bei solchen “Einblicken” nicht viel vorstellen können. Zum Glück gibt es auch sehr schöne “Ausblicke” — von der Baustelle direkt auf den Zuckerhut.

Auch Böden einkaufen funktioniert in Brasilien etwas anders. Das vielfältige Angebot schnell nachwachsender Hölzer ist ein Traum! Sie sind sehr gut im Außen- und zugleich im Innenbereich einsetzbar. Wir haben uns für Ipé Champagne entschieden. Das ist ein wunderschönes, lebendiges Holz in einem mittelbraunen samtigen Ton. Wenn ihr sehen wollt, wie das als Schiffsholzdiele fertig verlegt aussieht, müsst ihr euch noch etwas gedulden.

Rio ist ein wahres Einkaufsparadies und lässt für Privatleute und Bauherren keine Wünsche offen. Es zeigt sich hier natürlich auch, dass es nicht nur viel Armut, sondern auch sehr viel Wohlstand gibt. Hier eines der vielen sehr stylischen Küchenstudios. Es gibt hier in der gehobenen Preisklasse wirklich alles, was das Einkaufsherz begehrt.

Natürlich fehlt es auch nicht an erfrischenden Cocktails. Wenn du bei 35 Grad die meiste Zeit auf einer staubigen Baustelle verbringst, schmecken die Drinks am Abend natürlich doppelt so gut:-)

Immer präsent auch die Polizei. Ein ganz schöner und friedlicher Anblick, die Herren und Damen so hoch zu Roß (auch wenn “schön” hierfür sicherlich der falsche Ausdruck ist und der Eindruck sehr trügerisch sein kann)

Der Karneval ist in Rio nun voll im Gange. In der Stadt herrschte schon in der Vorbereitungszeit eine aufgeheizte Ausgelassenheit, die es wohl nur hier gibt und der man sich auch nicht entziehen kann…

Wieder in good old cold Germany angelangt, muss ich mich erst wieder an dicke Socken, Mütze, Schal und warme Handschuhe gewöhnen. Ist ja klar, dass bei uns unter diesen Wetterbedingungen und mit dieser Outfitgrundlage nie der Samba erfunden werden konnte.

Feiert schön und habt Spaß. Bei uns sagt man “Narri Narro”!!!

„Diamonds are a girl’s best friend”…

Samstag, Januar 30th, 2010

…das kann Frau von Welt ja nicht deutlich genug betonen - und diese Wahrheit gilt global: von Berlin über Tokio bis nach Kuwait. Eben dort hat das Juwelier-Label „Octium”, das Schmuckstücke verschiedener exklusiver Designer anbietet, jüngst seine Pforten geöffnet. Gestaltet wurde das Interiordesign des Ladens von niemand geringerem als Jaime Hayon, der mit seinen fantastischen und clownesken Inszenierungen seit Jahren das klassische Designverständnis unterwandert.

Schon seit mindestens 15 Jahren ( ENDLICH! Allen verrückten und mutigen Designern sei Dank!!!) sind die Zeiten vorbei, in denen vermögende Menschen ihren Luxus mit Marmorböden, goldenen Wasserhähnen, kathedralen Wandbemalungen zeigten und sich protzig selbst inzenierten. Nun ja, einige tun es immer noch, aber die sind outer als out :-) Eine neue Form der Ästhetik und Geschmack mit viel Humor, aber auch Liebe zu neuen Materialien und Qualität erobert die Welt…

In diesem Fall ist Jaime Hayon wieder ein Geniestreich gelungen, der sogar von Kuwaitis verstanden wird:  ohne Furcht vor Kitsch und opulenten Farb- und Formspielen hat er einen märchenhaften Ort geschaffen, an dem das Einzige, das wirklich ernst gemeint ist, vermutlich die Preise der Pretiosen sind.

Jaime - I Love it!

PS: An dieser Stelle ganz liebe Grüße von eurer Schwester an Marwan, Randa und Rada nach Kuwait…

Pimk your Blackforest

Freitag, Januar 15th, 2010

Ich hoffe ihr seid alle gut, gesund und glücklich in das Neue Jahr gerutscht und habt euch schon an die Jahreszahl 2010 gewöhnt.

Zum Ende des Jahres mussten noch einige Projekte fertig werden, unter anderem ein Aufenthaltsraum für das Studentenwerk in Freiburg. Vielleicht erinnert ihr euch? Ich hatte schon in einem Bautagebuch-Eintrag aus dem letzten Jahr von einem Kunstwettbewerb berichtet, bei dem skurrile Dekorationsobjekte gesucht wurden. Der Wettberwerb läuft noch, aber der Umbau der Raums wurde - wie heiß ersehnt - zu Weihnachten fertiggestellt.

Da es sich um ein Low Budget-Projekt handelt und der Raum vorher ziemlich nüchtern und kalt wirkte, hatte ich die Idee, hier etwas Schwarzwaldambiente zu zaubern. Lustig und preisgünstig. Und natürlich mit allen Klischees, die mit “Schwarzwald” verbunden sind.

Hier seht ihr den Raum vorher und nachher:

Der Bodenbelag wurde erneuert in frischem Maigrün, die Wände erhielten einen warmen Anstrich, eine Fototapete ziert eine große Wand und sorgt für nature feelings. Ein Holzpodest mit Kissen und Leselicht soll zum Chillen einladen.

Dieser Raum ist eigentlich ein Durchgangzimme. Damit man sich besser orientieren kann, haben wir auf einem Wanderwegweiser die Richtungen zu den einzelnen Abteilungen angegeben.

Ach ja, da war noch die Sache mit dem unschönen Getränkeautomaten, dem Leergut, einer mächtigen Türe…das haben wir so gelöst:

Damit der Besucher auch richtig auf Wald eingestimmt wird, darf natürlich ein Vogelzwitscher per Bewegungsmelder nicht fehlen :-)

Das Jahr hat bei uns arbeitsreich begonnen. Vielen lieben Dank an dieser Stelle auch an Jessica, meiner Praktikantin, die sich richtig ins Zeug gelegt hat. Hier übt sie sich gerade im freien Zeichnen und im Umgang mit Pablo (Oder Pablo mit Jessica, wer weiß das schon so genau…). Es gab jedoch nicht nur Fun, sondern es wurde auch anspruchsvoll gearbeitet und wir zeichneten Entwürfe und Pläne für ein Hotel Ressort in Marrakech. Jessika, das hast du klasse gemacht! Bravo!!!

Jetzt wäre ich natürlich auch viel lieber in Marrakech, anstatt dem Schnee zuzuhören, welcher sich in Form von Minilawinen von meinem Dach verabschiedet. Aber was soll ich sagen?: “Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder, keine Frage!”

Bautagebuch - Umbau Feldbergstube - Hotel “Die Halde”

Freitag, November 20th, 2009

Heute möchte ich vom Umbau eines Frühstückraums berichten. Das Hotel “Die Halde” liegt herrlich ganz hoch oben bei uns im schönen Schwarzwald. Im Tal mag zwar noch die Sonne scheinen, aber in den Bergen hat tatsächlich schon der Winter eingesetzt…

Seit zwei Jahren liegt mein Konzept für einen Umbau vor. Wir haben deshalb so lange auf die Umsetzung gewartet, weil das Hotel eine unglaubliche Auslastung hat und es nie einen günstigen  Zeitpunkt für die Arbeiten gab.

Dieses Jahr musste es dann aber doch sein, und zum Jahresende wurde mit Hochdruck alles fertiggestellt.

So sah der Frühstücksraum vorher aus:

Während des Umbaus:

Und so sieht es jetzt aus:

Die Sitzplätze wurden optimiert, die Böden geschliffen und dunkler gebeizt, ein Podest eingebaut (damit der Saalcharakter entfiel). Eine Steinwand sorgt für mehr Gemütlichkeit, das Ambiente wurde mit Stoffen, Farbe, Licht und Mobiliar das Ambiente grundlegend verändert.

Die Präsentation der Speisen wurde durch neue Möbel und Einbaulösungen nicht nur optisch verbessert, sondern auch praktikabler gestaltet. Die Farbe Rot passt sehr gut zu diesem traditionellen Haus und den Räumen, die Wärme ausstrahlen und ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln sollen; deshalb haben wir daran bewusst nicht gespart.

Der Kunde legt größten Wert auf beste Qualität und Verarbeitung, aber auch Natürlichkeit. Der Teppichboden ist aus reiner Schafwolle mit Biozertifizierung, die Tische aus regionalen massiven Hölzern, die Möbel aus Altholz von hiesigen Schreinern maßgefertigt. Es wurden ausschließlich handgewebte Hirtenstoffe eingesetzt und das Angebot des ganzen Hauses wird peinlich genau auf Herkunft und Nachhaltigkeit geprüft.

Und falls ihr jetzt Lust bekommen habt, selbst einen kleinen Abstecher hierher zu machen, dann kann ich euch das Hotel nur wärmstens empfehlen. Es gehört nicht umsonst zu einem der besten Häuser in unserer Region: www.halde.com

Meine neue Büroeinrichtung

Donnerstag, September 10th, 2009

Hallo meine Lieben!

Schon vor längerer Zeit habe ich euch berichtet, dass ich mein Büro neu einrichte. Eigens dafür hatte ich Möbel entworfen, die vom Schreiner gebaut werden sollten.

Nach vielen Monaten des Wartens ist es endlich soweit. Hier das Ergebnis:

Das ganze Vorhaben war gar nicht so einfach, denn die zahlreichen Füße mussten Stück für Stück entworfen und gedrechselt werden. Es gibt nicht mehr viele Handwerker, die diese Technik beherrschen. Da es sich um Massivholzmöbel handelt und ich unbedingt cremefarbenen Klavierlack wollte, waren viele Arbeitsschritte und gutes Aushärten nötig.

In der Mitte des Tischs verlaufen in einer Klappe unauffällig sämtliche Kabel und im Sideboard habe ich nun endlich viel Stauraum für Ordner und Unterlagen.

Die Stühle sind von Vitra, die Sofas habe ich in den neuen Wiener Werkstätten anfertigen lassen. Letztere schone ich noch mit einer Decke, bis meine Hunde beide kapiert haben, dass da nur und ausschließlich Menschen drauf dürfen. Wir üben noch….

Die ersten Reaktionen reichten von “Wow, finde ich absolut genial!” bis zu ”Huch, damit kann ich gar nichts anfangen!”. Da man sich im kreativen Bereich immer einer breiten Palette von Kritik aussetzt und ich alles wollte, nur kein multi-symphatisches Design, kann ich natürlich mit allen Meinungen sehr gut leben :-)

Ein lang gehegter Wunsch ist dieser kleine Schrank, der in sich einen weiteren ausklappbaren Arbeitstisch sowie viele Fächer und Schubladen verbirgt.  Ideal um daran zu nähen, zum Werkeln und zum Basteln von Präsentationen.

Die neue Umgestaltung des Raumes hat mich dazu inspiriert, mein Bücherregal neu nach Farben zu sortieren. Das ist nicht nur schön, sondern — wie sich herausgestellt hat - auch sehr praktisch. Siehe da – auf einmal finde ich mit einem Handgriff meine Wunschbücher wieder, denn meistens kann ich mich noch an die Farbe das Covers erinnern.

Jetzt noch etwas ganz anderes:

Vielleicht habt ihr ja Lust bei einem Wettbewerb von einem meiner Kunden mitzumachen und so richtig schön kreativ zu sein.

Ich bin schon gespannt, was es künftig alles an wilden Kunstobjekten zu bestaunen gibt.

Rio de Janeiro

Donnerstag, Juli 9th, 2009

Hallo meine Lieben! Der letzte Blogeintrag ist lange her, aber es ist auch allerhand passiert. Zuerst war ich im Urlaub auf Mallorca und danach geschäftlich in Rio. Hier ein paar Impressionen:

Ein Kunde von mir hat direkt am Strand der Copacabana in 1a-Lage das Dach eines Hochhauses gekauft und ich gestalte das Umbaukonzept von einigen Penthäusern, die hier bis Ende des Jahres entstehen werden. Die Tage in Rio waren sehr arbeitsreich, aber auch sehr spannend. Mit Thorsten Nolte arquitetos.arq.br, dem Architekten vor Ort, habe ich die ganzen Entwürfe und Pläne besprochen, Materialien ausgesucht und gegrübelt, wie alles optimal im Detail um- und ausgebaut werden kann. Hier bei der Arbeit in lockerer Atmosphäre:

An einem Sonntag war ich im Stadtviertel Santa Teresa unterwegs. Dort leben alle Künstler und Freaks. An diesem Wochenende gab es einen Tag der offenen Tür und die zahlreichen Ateliers waren geöffnet, meist sogar in den Priatwohnungen und Privathäusern. Die richtige musikalische und kulinarische Untermalung hat natürlich nicht gefehlt. Das war sehr eindrucksvoll und man konnte in Rio die Menschen und die Lebensfreude hautnah erleben.

Bei all den schönen und reizvollen Seiten Rios gibt es natürlich auch viele Missstände und Armut. Auf die Frage, ob es in Brasilien auch die Wirtschaftkrise gibt, folgt die Antwort der Einheimischen: “Wir haben so viele Krisen im Land, dass es auf eine mehr oder weniger auch nicht ankommt.” Hier eine große Installation aus Keramikfliesen an einer Fassade zum Thema Menschenrechte an der Copacabana.

Nach den vielen Stunden der Heimreise bin ich nun aber auch wieder glücklich zu Hause zu sein, denn da ist es ja bekanntlich am schönsten :-)

Bautagebuch fürs Hotel “Die Halde”

Samstag, Juni 13th, 2009

Natur pur, ein paradiesischer Ort hoch auf dem Schauinsland und eines der erfolgreichsten Hotels des Schwarzwalds – das ist das Hotel “Die Halde”. Die sympathische Familie Hegar betreue ich mit großer Freude schon seit einigen Jahren in Sachen Innenarchitektur, In- sowie Exterieur.

Mein erster Auftrag war die Gestaltung der Mitarbeiterräume, gefolgt vom Umbau des Weinkellers, des Frühstückraums, der Umbau der Privatwohnung der Familie sowie die Erweiterung des Wellness- und Spa Bereichs letztes Jahr mit über drei Millionen Euro.

Seit 2 Jahren liegen die Pläne des Re-Designs der Hotelzimmer in der Schublade, aber da das Hotel nahezu immer ausgebucht ist, mussten die Umbaumaßnahmen bis dieses Jahr warten. Neue Böden, neue Gardinen, neue Bettrückwandlösungen, neue Kunst, neue Accessoires.

Das angeblich beste Hotel Europas im Test

Dienstag, Mai 5th, 2009

Das Fontana Park-Hotel in Lissabon. Hotelwebsite
Ausgezeichnet mit dem “best european hotel design award 2008″ als bestes Hotel in allen Kategorien wie Interior Design, best Food, best Location usw. Nach Lissabon zu reisen war schon seit längerer Zeit mein Wunsch – und letzte Woche war es endlich soweit. Wir (meine einkaufsfreudige Freundin Kerstin und ich) machten uns gespannt auf den Weg…

Das Hotel hielt auf den ersten Blick, was es versprach: super DJ schon am Nachmittag, cool people, lecker Essen… allerdings ging es uns die erste Nacht im Hotelzimmer ziemlich schlecht. Die zweite Nacht war es noch schlimmer. Da fiel es mir nachts um 3 Uhr, nach einer halben Stunde Zeitvertrödeln im Badezimmer, wie Schuppen von den Augen: die Bettwäsche und die Handtücher rochen so stark nach Chlor, dass es uns deshalb so hundeübel war (Apropos “hundeübel”: meinen Hunden Mimi und Pablo erging es währenddessen in der Hundepension Ferenc in Vörstetten auch nicht besser… verbissen und durch den Wind habe ich sie zurückbekommen. Aber das ist eine andere Geschichte). Die Fenster waren leider auch nicht zu öffnen und die Lüftungsanlage verteilte schön die stickige Luft im ganzen Raum. Boahhhhhhhhh! Das war echt heftig und absolut unerträglich – deshalb voller Punkteabzug.

Es gab natürlich auch sehr schöne Momentaufnahmen. Hier ein paar Bilder dazu:

Wir sind stundenlang jede Gasse zu Fuß abgelaufen und haben wirklich viel gesehen. Außer das, was Frauen sich wirklich wünschen: schöne Schuhe! Am letzten Tag kurz vor unserer Abreise haben wir dann endlich das ultimative Schuhgeschäft entdeckt und was soll ich euch sagen? Es hatte geschlossen, denn es war der erste Mai. Der Straßenmusikant spielte das Lied vom “Nicht-immer-alles-haben-Müssen” und die Sonne tröstete unsere unbefriedigten, traurigen und sehnsuchtsvollen Einkaufsseelen…

Veilchenduft und Hyazinthenflut

Montag, April 6th, 2009

Wow, der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten! Die letzten Tage war es so warm und die Natur steht kurz vor der Grünexplosion. An den schön altmodischen Schrebergärten (meiner Lieblingshundespazierstrecke) duftet es üppig nach Veilchen. Das erste Frühstück im Garten, der erste milde Abend – wie habe ich das vermisst.

Dieses Geschäft habe ich am Wegesrand in Günterstahl bei Freiburg entdeckt. Fand ich irgendwie frühlingsmäßig frisch und sehr süß mit der Kreideschrift auf dem Schaufenster. Kein Werbeschild der Welt könnte ein besseres Resultat erzielen. So einfach kann Werbung sein.

Am Wochenende war ein Freund (Stefan) zum wiederholten Male bei mir und wir haben gemeinsam einen kleinen Videofilm über den Messeaufbau der h&h in Köln geschnitten. Das war gar nicht so einfach, denn meine neue Kamera ist wohl so ultramodern, dass deren Dateiformat nicht von einer professionellen Schnittsoftware gelesen werden kann. Wir sind fast verzweifelt. Mit einem Konvertierungsprogramm hat es dann eeendlich geklappt. Allerdings mussten wir die High Definition-Qualität wieder runter rechnen auf Youtube Qualität. Tolle Technik! Danke an Stefan für deine Zeit, Mühe und der Nachtschicht von Samstag auf Sonntag.

Hier könnt ihr euch meinen/unseren ersten selbst gemachten Film ansehen. Ich freue mich über euer Feedback:

http://www.youtube.com/watch?v=OpG_gvC0_BE&feature=channel

Bis bald! Eure Ines