Archiv für die ‘Interiordesign’ Kategorie

Rio de Janeiro

Donnerstag, Juli 9th, 2009

Hallo meine Lieben! Der letzte Blogeintrag ist lange her, aber es ist auch allerhand passiert. Zuerst war ich im Urlaub auf Mallorca und danach geschäftlich in Rio. Hier ein paar Impressionen:

Ein Kunde von mir hat direkt am Strand der Copacabana in 1a-Lage das Dach eines Hochhauses gekauft und ich gestalte das Umbaukonzept von einigen Penthäusern, die hier bis Ende des Jahres entstehen werden. Die Tage in Rio waren sehr arbeitsreich, aber auch sehr spannend. Mit Thorsten Nolte arquitetos.arq.br, dem Architekten vor Ort, habe ich die ganzen Entwürfe und Pläne besprochen, Materialien ausgesucht und gegrübelt, wie alles optimal im Detail um- und ausgebaut werden kann. Hier bei der Arbeit in lockerer Atmosphäre:

An einem Sonntag war ich im Stadtviertel Santa Teresa unterwegs. Dort leben alle Künstler und Freaks. An diesem Wochenende gab es einen Tag der offenen Tür und die zahlreichen Ateliers waren geöffnet, meist sogar in den Priatwohnungen und Privathäusern. Die richtige musikalische und kulinarische Untermalung hat natürlich nicht gefehlt. Das war sehr eindrucksvoll und man konnte in Rio die Menschen und die Lebensfreude hautnah erleben.

Bei all den schönen und reizvollen Seiten Rios gibt es natürlich auch viele Missstände und Armut. Auf die Frage, ob es in Brasilien auch die Wirtschaftkrise gibt, folgt die Antwort der Einheimischen: “Wir haben so viele Krisen im Land, dass es auf eine mehr oder weniger auch nicht ankommt.” Hier eine große Installation aus Keramikfliesen an einer Fassade zum Thema Menschenrechte an der Copacabana.

Nach den vielen Stunden der Heimreise bin ich nun aber auch wieder glücklich zu Hause zu sein, denn da ist es ja bekanntlich am schönsten :-)

Bautagebuch fürs Hotel “Die Halde”

Samstag, Juni 13th, 2009

Natur pur, ein paradiesischer Ort hoch auf dem Schauinsland und eines der erfolgreichsten Hotels des Schwarzwalds – das ist das Hotel “Die Halde”. Die sympathische Familie Hegar betreue ich mit großer Freude schon seit einigen Jahren in Sachen Innenarchitektur, In- sowie Exterieur.

Mein erster Auftrag war die Gestaltung der Mitarbeiterräume, gefolgt vom Umbau des Weinkellers, des Frühstückraums, der Umbau der Privatwohnung der Familie sowie die Erweiterung des Wellness- und Spa Bereichs letztes Jahr mit über drei Millionen Euro.

Seit 2 Jahren liegen die Pläne des Re-Designs der Hotelzimmer in der Schublade, aber da das Hotel nahezu immer ausgebucht ist, mussten die Umbaumaßnahmen bis dieses Jahr warten. Neue Böden, neue Gardinen, neue Bettrückwandlösungen, neue Kunst, neue Accessoires.

Das angeblich beste Hotel Europas im Test

Dienstag, Mai 5th, 2009

Das Fontana Park-Hotel in Lissabon. Hotelwebsite
Ausgezeichnet mit dem “best european hotel design award 2008″ als bestes Hotel in allen Kategorien wie Interior Design, best Food, best Location usw. Nach Lissabon zu reisen war schon seit längerer Zeit mein Wunsch – und letzte Woche war es endlich soweit. Wir (meine einkaufsfreudige Freundin Kerstin und ich) machten uns gespannt auf den Weg…

Das Hotel hielt auf den ersten Blick, was es versprach: super DJ schon am Nachmittag, cool people, lecker Essen… allerdings ging es uns die erste Nacht im Hotelzimmer ziemlich schlecht. Die zweite Nacht war es noch schlimmer. Da fiel es mir nachts um 3 Uhr, nach einer halben Stunde Zeitvertrödeln im Badezimmer, wie Schuppen von den Augen: die Bettwäsche und die Handtücher rochen so stark nach Chlor, dass es uns deshalb so hundeübel war (Apropos “hundeübel”: meinen Hunden Mimi und Pablo erging es währenddessen in der Hundepension Ferenc in Vörstetten auch nicht besser… verbissen und durch den Wind habe ich sie zurückbekommen. Aber das ist eine andere Geschichte). Die Fenster waren leider auch nicht zu öffnen und die Lüftungsanlage verteilte schön die stickige Luft im ganzen Raum. Boahhhhhhhhh! Das war echt heftig und absolut unerträglich – deshalb voller Punkteabzug.

Es gab natürlich auch sehr schöne Momentaufnahmen. Hier ein paar Bilder dazu:

Wir sind stundenlang jede Gasse zu Fuß abgelaufen und haben wirklich viel gesehen. Außer das, was Frauen sich wirklich wünschen: schöne Schuhe! Am letzten Tag kurz vor unserer Abreise haben wir dann endlich das ultimative Schuhgeschäft entdeckt und was soll ich euch sagen? Es hatte geschlossen, denn es war der erste Mai. Der Straßenmusikant spielte das Lied vom “Nicht-immer-alles-haben-Müssen” und die Sonne tröstete unsere unbefriedigten, traurigen und sehnsuchtsvollen Einkaufsseelen…

Veilchenduft und Hyazinthenflut

Montag, April 6th, 2009

Wow, der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten! Die letzten Tage war es so warm und die Natur steht kurz vor der Grünexplosion. An den schön altmodischen Schrebergärten (meiner Lieblingshundespazierstrecke) duftet es üppig nach Veilchen. Das erste Frühstück im Garten, der erste milde Abend – wie habe ich das vermisst.

Dieses Geschäft habe ich am Wegesrand in Günterstahl bei Freiburg entdeckt. Fand ich irgendwie frühlingsmäßig frisch und sehr süß mit der Kreideschrift auf dem Schaufenster. Kein Werbeschild der Welt könnte ein besseres Resultat erzielen. So einfach kann Werbung sein.

Am Wochenende war ein Freund (Stefan) zum wiederholten Male bei mir und wir haben gemeinsam einen kleinen Videofilm über den Messeaufbau der h&h in Köln geschnitten. Das war gar nicht so einfach, denn meine neue Kamera ist wohl so ultramodern, dass deren Dateiformat nicht von einer professionellen Schnittsoftware gelesen werden kann. Wir sind fast verzweifelt. Mit einem Konvertierungsprogramm hat es dann eeendlich geklappt. Allerdings mussten wir die High Definition-Qualität wieder runter rechnen auf Youtube Qualität. Tolle Technik! Danke an Stefan für deine Zeit, Mühe und der Nachtschicht von Samstag auf Sonntag.

Hier könnt ihr euch meinen/unseren ersten selbst gemachten Film ansehen. Ich freue mich über euer Feedback:

http://www.youtube.com/watch?v=OpG_gvC0_BE&feature=channel

Bis bald! Eure Ines

Bautagebuch - Umbau einer Privatwohnung

Dienstag, März 31st, 2009

Aus einer ollen Bude eine schöne Wohnung für Mutter mit 2 Kindern zu gestalten - das war die Aufgabenstellung beim Umbau dieser Wohnung.

Größe: 120 qm / 4 Zimmer

Umbauzeit: 4 Monate

Sanierungskosten: 60.000 Euro

Noch ist die Küche nicht vollständig, der Kaminofen nicht angeschlossen, die Glasschiebetüren noch nicht angeliefert, die Kinderzimmer noch nicht fertig und auch noch keine Umzugskisten gepackt, aber zumindest ist im komplett entkernten Rohbau wieder eine Wohnung zu erkennen.

Vater, Onkel und Cousins meiner Kundin haben sehr viel an Eigenleistung erbracht und wirklich wochenlang geschuftet bis zum Umfallen. Nur so war es möglich, mit einem relativ knappen Budget die gewünschten Wohnträume zu realisieren.

Es war sehr spannend, diese herzliche Familie während der Bauphase zu begleiten und an dieser Stelle vielen Dank, für das entgegen gebrachte Vertrauen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht!

Herzerfrischende Konzepte

Montag, Februar 2nd, 2009

Wozu ist ein Hotelgast bereit Geld auszugeben? Sicherlich nicht mehr für 0-8-15 Konzepte. Das Maß der Übersättigung ist voll, Ware von der Stange und seriell hergestellte Produkte und Hotelzimmer sind austauschbar. Umso schöner, dass sich ein Trend entwickelt, der komplett gegen den Strom schwimmt und damit auch noch erfolgreich ist.

Beispielsweise das Hotel Hostel Lounge Superbude in Hamburg www.superbude.de hat den Best European Interior Design Award gewonnen und setzte bei den European Design Hotel Awards 2008 gegen starke Mitbewerber wie die Sure Bar (Dublin), das The Vincent Hotel (Southport) oder das Fontana Park Hotel in Lissabon durch.

 

Die Designidee war es, Materialien und Dinge sinnentfremdet zu verarbeiten und dabei spielerisch einen neuen Zweck zu schaffen. Zum Beispiel wurden Kühlschränke aus Überseekisten gebaut, Wasserrohre zu Regalen verbaut, Sofas mit gebrauchten Jeans überzogen und Mausefallen wurden zu Zeitschriftenklemmleisten umfunktioniert. Möbel aus Paletten und dicken Seilen sollen an den Hotelstandort Hamburg erinnern.

 

Auch Kunst und Design präsentiert sich anders anlässlich der Möbelmesse Köln 2009:

 

In einem Hinterhof in Ehrenfeld steht von Meiré und Meiré eine Black Box (www.meireundmeire.de ein Besuch der HP lohnt sich, das ”Farm Project” ist eines meiner Lieblingsprojekte von MM, ein Multitalent, der sich selbst Art Director, Fotograf und Künstler nennt, nebenbei noch Architektur und vieles mehr tut). Hier präsentiert der exklusive Hersteller von Badearmaturen www.dornbracht.com den aktuellen Beitrag von Mike Meiré, die Ausstellung „Global Street Food”. Zwischen rollenden Imbisswagen, zusammengesammelt aus aller Welt, gibt es ganz stilecht Häppchen in Bambusschälchen und auf Kiefernholz. Die Installationen improvisierter Küchen, die man zwischen Timbuktu und Honulu auf Straßen, an Häuserecken und mitunter sogar auf dem Wasser findet, stehen vor den neutralen Wänden eines White Cubes.

Ich kann es nur befürworten, dass das UNPERFEKTE, INDIVIDUELLE und das EINFACHE immer mehr Einzug in unsere vermeintlich perfekte, coole und gestylte Welt hält.
Wer hat das nicht schon erlebt, in einer Seitengasse irgendwo ganz unspektakulär auf dieser Welt… eine kleines Restaurant, grelles Neonlicht, olle Stühle, Wachstuchtischdecken, ein grinsender Kellner, herrlichen Wein, göttliche Pasta und einen unvergesslich schönen Abend…