Archiv für die ‘Über meine Arbeit’ Kategorie

Bautagebuch Marrakech

Montag, September 26th, 2011

Während wir uns hierzu Lande über jeden Sonnenstrahl erfreuen, sucht man in Marrakech zu dieser Jahreszeit den Schatten so oft es geht. Natürlich darf eine Kopfbedeckung nicht fehlen. Wie unterschiedlich diese aussehen kann, seht ihr auf dem Bild bei unserem Bauteam. Von links nach rechts der Architekt, meine Wenigkeit, der Koordinator, der Chef der Baufirma, der Bauleiter, der Assistent des Bauleiters. Und das BESTE: Alle heißen Mohammed! Man ruft also einmal und alle stehen zur Stelle:-) Grund meines Besuchs war die Abnahme des Rohbaus der Gästesuiten und des Poolhauses meines Hotelprojektes in Marrakech. Es ist ein tolles Gefühl wenn da auf einmal etwas zum Anfassen steht, was man sich zuvor hat einfallen lassen und bei undendlich vielen Meetings erst aufs Papier gebracht hat und das dann Stein für Stein errichtet wurde. Nun steht der Riad mit sechs Gästesuiten und das Poolhaus mit 300 qm Spa Bereich. Als nächstes wird der 25 x 20 Meter Pool gebaut, sowie die eigentliche Villa mit 1000 qm Wohnfläche. Es grenzt nahezu an ein Wunder, dass in so einem chaotischen Land alles wie am Schnürchen läuft. Kaum hat man ein Veränderungswunsch, stehen die Bauarbeiter schon wie die Bullterrier scharrend hinter einem und freuen sich darüber, schnellstens die Änderung durchführen zu dürfen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Das liegt natürlich an den wunderbaren Menschen, mit denen ich hier zusammen arbeiten darf. Liebes Bauteam, herzlichen_DANK, ihr seid das beste Team, das man sich nur wünschen darf.

An dieser Stelle vielen lieben_Dank für eure vielen schönen Wünsche zu unserer Hochzeit. Obwohl der Alltag wieder eingekehrt ist, zehren wir immer noch von unserem unvergesslichen Sommer 2011.

HAPPY BIRTHDAY

Donnerstag, Mai 20th, 2010

Heute vor genau fünf Jahren habe ich meine Firma MOOD Management Ltd. gegründet. Na wenn das kein Grund zum Feiern ist:-) Die ersten zwei Jahre habe ich meine Fühler ausgestreckt, alles mögliche ausprobiert und behielt meinen damaligen Job als Haupteinnahmequelle bei. Das war natürlich sehr anstrengend, denn in dieser Zeit gab es nur einen Fokus in meinem Leben: ARBEIT. Und zwar Tag und Nacht. Irgendwann musste ich mich entscheiden und so sprang ich ins kalte Wasser, bzw. vielmehr in das Haifischbecken der Selbständigen. Damals hatte ich sehr viele Existenzängste und entsprechend schlaflose Nächte. Wenn mir damals ein Hellseher vorhergesagt hätte wo ich heute beruflich stehe, hätte ich sicherlich nur mit einem müden Lächeln geantwortet. Meine ganzen beruflichen Träume haben sich bislang erfüllt und ich kann nur jedem empfehlen: TRAU DICH, RICHTE DICH AUS UND PROBIERE ES EINFACH!

Umso verwunderlicher, da ich mir ein Berufsfeld ausgesucht habe (was ich nicht gelernt habe), in Länder gehe (dessen Sprache ich nicht spreche) und wie hier in Marokko, in einer absoluten Männerdomäne meine Handschrift hinterlasse. Dieses Bild entstand letzte Woche in der Sky Bar des BAB Hotels in Marrakech.

Hier bin ich regelmäßig alle paar Wochen und stelle mich auf die landestypischen Eigenheiten ein. Ohne Beziehungen und die richtigen Menschen am richtigen Ort zu treffen, ist man hier aufgeschmissen.

Einkaufen auf orientalisch: In die Suks gehen nur Touristen. Wirklich gute Qualität und Preise erhält man nur direkt von den Produzenten. Hier stellt eine Anbieter zwischen Tür und Angel seine Produkte vor.

Aber es geht natürlich auch anders. Hier sind Bilder von einer Vernissage eines genialen Lampenmachers. Handwerkskunst auf ganz hohem Niveau. Das hat natürlich seinen Preis, ist aber nicht im geringsten mit billiger Masseproduktion vergleichbar.

Wieder zurück auf einer Baustelle zur Inspektion. ICH LIEBE BAUSTELLEN!!! Und vor allen Dingen solche…

Wieder zurück auf einem ganz anderen Grundstück. Hier beginnen wir im Sommer zu bauen. Pläne auf dem Papier sind das eine, eine räumliche Darstellung davon das andere. Deshalb lasse ich mir gerne die zukünftigen Räume auf dem Boden markieren um zu sehen, wie die Blickachsen liegen, der Lichteinfall sein wird, ob die Proportionen der Baukörper stimmen usw. Zugegeben, etwas ungewöhnlich, aber wie ich finde sehr hilfreich.

Weniger hilfreich jedoch unvorgesehene Schlammlöcher. Wer rechnet denn schon damit? Das nächste Mal fällt die Wahl auf keinen Fall auf weiße Leinenschuhe. Versprochen!

An dieser Stelle auch nochmal meinen ganz herzlichen Dank für euer tolles Feedback auf den Zeitungsartikel über mich. Ganz unterschiedlich, ganz spannend und durchweg positiv. WOW, vielen DANK!

Offizielle Eröffnung der 1. Kinderlounge in der Bahnhofsmission

Dienstag, April 20th, 2010

„Immer mehr Kinder und Jugendliche suchen die Hilfe in den Bahnhofsmissionen“ Deshalb wurde auf diese Nachfrage reagiert indem als Pilotprojekt die Räumlichkeiten der Bahnhofsmission in Heidelberg neu gestaltet worden sind. Letzte Woche am Freitag fand mit großem Presseandrang die offizielle Eröffnung statt. Das Doppelsitzsofa steht als Symbol für eine kindgerechte und gemütliche Anlaufstelle. Eine Spende der Kinderhilfsaktion „Herzenssache“ ermöglichte die Finanzierung dieser Umgestaltung, ebenso die Anschaffung verschiedener Pädagogischer Spielmaterialien und die Fortbildung der Mitarbeiter/innen. Das Konzept und die gestalterische Umsetzung für alle Badischen Bahnhofsmissionen  habe ich mit großer Freude ehrenamtlich zur Verfügung gestellt. Für alle Bahnhofsmissionen liegen nun individuelle Konzepte vor und es folgen bis zum Sommer die Standorte Mannheim, Karlsruhe, Kehl, Offenburg und Freiburg in einem neuen Erscheinungsbild.

Hier einige vorher nachher Bilder von Heidelberg:

Bei den vielen Gesprächen in den Missionen wurde mir erneut bewusst, was die Teams und deren vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter für einen großartigen Job leisten. Es freut mich sehr, wenn ich ein kleines bisschen dazu beitragen kann, dass sich GROSS und KLEIN zukünftig in den meist sehr beengten Räumlichkeiten etwas wohler fühlen können.

Hierzu gab es auch einen Bericht in der Sonntagszeitung.

Der Artikel hat eine richtige Welle an Reaktionen ausgelöst. Von Menschen, die mich zu meiner Arbeit beglückwünscht haben, bis Firmen, Künstlern und Praktikanten, die sich bei mir beworben haben. Eine lustige Begegnung gab es auch, denn durch den Artikel hat eine Frau mit mir Kontakt aufgenommen und so wie es sich herausgestellt hat, hat sie einen Hund der ein Halbgeschwisterchen von meinen beiden Rackern ist. Zufälle gibt es…mindestens so viele, wie bunte Schmetterlinge zukünftig in den Bahnhofsmissionen flattern werden :-)

Frühlingserwachen in Marrakech

Mittwoch, April 14th, 2010

Noch blüht überall die wilde Kamille, doch bald wird hier auf einer Fläche von insgesamt zwei Hektar ein Komplex mit Haupthaus, Nebenhäusern, Hamam, Tennisplätzen und Poolhaus gebaut, der die Atmosphäre und den Charme einer traditionellen Villa mit moderner Architektur verbindet.

Der architektonische Gesamtentwurf dieses exklusiven Hotel-Resorts stammt aus meiner Feder und ich freue mich schon sehr auf die kommenden Monate, denn Baubeginn ist im Juni. Bis zur Fertigstellung nächstes Jahr werde ich alle sechs Wochen hier sein und mich um die Realisierung des Projekts kümmern.

Es ist mir immer eine besondere Freude, wenn ich mit interessanten und spannenden Menschen zusammenarbeiten kann. Zum Beispiel mit Sandra, einer ganz lieben Geschäftspartnerin, die schon seit über zwei Jahren in Marrakech lebt und arbeitet. Sie bringt sehr viel Know-how und jede Menge Lebensfreude mit.

Ich kenne keinen Ort dieser Welt, der über so viele einzigartige Hotelprojekte, Restaurants, Clubs und Bars verfügt wie Marrakech. Deshalb möchte ich euch hier ein paar kleine Tipps geben:

Auf den Bildern seht ihr das Murano-Resort. Es ist deshalb etwas Besonderes, weil es eines der ersten Design-Hotels war und einen roten Pool hat. Es gab eine spektakuläre Eröffnungsfeier in Kooperation mit Absolut Vodka, über die man heute noch spricht. Da wurde im Hochsommer der ganze Pool eingefroren und im Garten aus Eis geschnitzte Statuen aufgestellt. Dazu gab es coolen Clubsound und natürlich reichlich Wodka…

http://marrakech.muranoresort.com/murano.html

Mein Lieblingshotel mitten in der Medina ist jedoch das Anayela. Sehr persönlich geführt, mit ganz außergewöhnlichem Design. Nicht umsonst mehrfach ausgezeichnet, obwohl es nur über eine Hand voll Zimmer und einen Minipool verfügt. Hier der Blick von der Dachterrasse über die Dächer der Altstadt und im Hintergrund das Atlasgebirge.

http://www.anayela.com/

Wer lieber ein modernes Hotel mitten in der Stadt mit einer tollen Sky-Bar und einem hippen Restaurant mag, dem kann ich das BAB Hotel empfehlen.

http://www.babhotelmarrakech.com/

Schräg gegenüber ein sehr empfehlenswertes, ganz traditionelles Restaurant in einem alten Stadtpalast mit lecker Essen und gemütlicher Bar.

http://www.latrattoriamarrakech.com/

Ein Besuch lohnt sich also! Die Gegensätze ziehen sich hier an und dadurch entsteht eine gewisse Magie, der man sich nur schlecht entziehen kann.

What´s up?

Samstag, März 27th, 2010

Wenn man an die Arabischen Emirate denkt, fällt einem meist Dubai mit all seinen Klischees ein. Und die gibt es natürlich, wie ihr auf diesem Bild sehen könnt.

Die Wirtschaftskrise hat zweifellos auch die arabische Welt erreicht, unabhängig davon wird nach wie vor gebaut, investiert und gestaltet, was das Zeug hält.

Ich war mit einem meiner deutschen Investorenkunden zu Besuch in Rash el Khaimah, einem der weniger bekannten Emirate rund 60 km von Dubai entfernt. Hier baut der Investor direkt am Strand Appartementhäuser, eine Shopping-Mall, ein Business-Tower, sowie ein 5-Sterne-Hotel. Alles wird nach deutschem Standard gebaut, ausgestattet und designt. Für mich sind diese unbegrenzten Möglichkeiten selbstverständlich eine riesige Spielwiese.

Nicht selten geht mir hier die Phantasie durch und das Schöne daran: alles ist möglich! Projekte in dieser Größenordnung werden natürlich nicht von heute auf morgen realisiert, aber alles geht hier doch verhältnismäßig schnell. Die ersten Häuser werden schon Ende des Jahres bezugsfertig sein und sind jetzt schon in der Vermarktung. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, was Schönes bei diesem spannenden Projekt rausgekommen ist :-)

Falls ihr Lust auf einen Traum aus tausendundeiner Nacht habt, kann ich euch eine wunderbare Hotelempfehlung geben… Übernachten mitten in der Wüste! Einfach einzigartig!!!

http://www.banyantree.com/en/al_wadi/overview

Diesen Monat war auch die Eröffnung einer Gemeinschaftspraxis in Freiburg, für dessen Ärzteteam ich das Umbaukonzept und den Entwurf einer Theke gemacht habe. Hier seht ihr den Entwurf des Möbels als kleines Modell und das Endergebnis. Die Theke ist aus MDF-Platten gefertigt und mit Klavierlack veredelt worden. Trotz des engen Zeitrahmens haben wir alles noch rechtzeitig hinbekommen. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an alle Subunternehmer, die eine super Arbeit abgeliefert haben.

Ich bin nicht nur eine Blogschreiberin, sondern auch eine begeisterte Blogleserin. Deshalb möchte ich euch heute ein paar meiner Lieblingsblogs vorstellen:

http://www.designspongeonline.com

Eine sehr inspirierende Interiorseite, mit vielen Vorher-/Nachher-Bildern und spannenden Anregungen für ein schöneres Zuhause. (englisch)

http://www.coldantlerfarm.blogspot.com

Eine junge Großstadt-Illustratorin, 26 Jahre alt, hat ihren Lebenstraum wahr gemacht und lebt mit ihren Huskies, Schafen und samt Streichelzoo auf einer Minifarm in the “Middle of Nowhere”. Darüber hat sie auch ein sehr charmantes Buch geschrieben. So jung und schon so weise… (englisch)

http://www.yvestown.com

Eine belgische Interiordesignerin und Fotografin stellt sich vor. Auf ihrer Seite zeigt sie sehr viele Anregungen zum Selbermachen. Die stimmungsvollen Bilder sind ein Fest für die Sinne. (englisch)

http://decor8blog.com

Eine Autorin und Interiordesignerin in Deutschland mit einem sehr erfolgreichen und kreativ-sinnlichen Blog mit über 25.000 Lesern/innen täglich. (englisch)

http://www.etsy.de/blog/

Endlich und lange erwartet erobert die Erfolgsplattform für Selbstgemachtes www.Etsy.com aus USA  auch den Rest der Welt. Reinschauen lohnt sich…

So meine Lieben, ich hoffe euch steht ein schönes und erholsames Weekend bevor. Diese Woche sind wir ja schon reichlich mit Sonne belohnt worden. Anbei noch frühlingsfrische Grüße vom Starnberger See, wo ich diese Woche ausnahmsweise ganz privat und entspannt wunderschöne Stunden verbracht habe. Bis bald, liebe Grüße von mir, meinen Wauzis Mimi und Pablo sowie Grüße an den Ausnahmefotografen T. aus M.

Bautagebuch Rio de Janeiro

Dienstag, Februar 16th, 2010

In Deutschland schlichen Eskimos um mein Haus und die ewige Schneeschauflerei hatte schmerzende Hände hinterlassen. Da war es eine willkommene Abwechslung, den Arbeitsplatz für eine Baustellenbesichtigung kurzfristig an die Copacabana zu verlegen. Ich hatte euch ja schon vom Bauvorhaben in Rio berichtet und nun sind es noch vier Monate bis zum Fertigstellungstermin. Die letzten Entscheidungen waren zu treffen, Materialien mussten ausgesucht und geordert werden, denn die Arbeiten laufen auf Hochtouren.

Hier ist ein Entwurf für eine der Terrassen. Darunter seht ihr, wie weit die Bauarbeiten bereits fortgeschritten sind.

Habe ich euch schon erzählt, dass ich Baustellen liebe? Es ist tatsächlich so! Mir kommen sie immer wie ein riesiger Spielplatz vor. Mit einem Sandkasten und den richtigen Förmchen entstehen hier ganz erstaunliche Dinge…

Ich kann natürlich verstehen, dass sich viele von euch bei solchen “Einblicken” nicht viel vorstellen können. Zum Glück gibt es auch sehr schöne “Ausblicke” — von der Baustelle direkt auf den Zuckerhut.

Auch Böden einkaufen funktioniert in Brasilien etwas anders. Das vielfältige Angebot schnell nachwachsender Hölzer ist ein Traum! Sie sind sehr gut im Außen- und zugleich im Innenbereich einsetzbar. Wir haben uns für Ipé Champagne entschieden. Das ist ein wunderschönes, lebendiges Holz in einem mittelbraunen samtigen Ton. Wenn ihr sehen wollt, wie das als Schiffsholzdiele fertig verlegt aussieht, müsst ihr euch noch etwas gedulden.

Rio ist ein wahres Einkaufsparadies und lässt für Privatleute und Bauherren keine Wünsche offen. Es zeigt sich hier natürlich auch, dass es nicht nur viel Armut, sondern auch sehr viel Wohlstand gibt. Hier eines der vielen sehr stylischen Küchenstudios. Es gibt hier in der gehobenen Preisklasse wirklich alles, was das Einkaufsherz begehrt.

Natürlich fehlt es auch nicht an erfrischenden Cocktails. Wenn du bei 35 Grad die meiste Zeit auf einer staubigen Baustelle verbringst, schmecken die Drinks am Abend natürlich doppelt so gut:-)

Immer präsent auch die Polizei. Ein ganz schöner und friedlicher Anblick, die Herren und Damen so hoch zu Roß (auch wenn “schön” hierfür sicherlich der falsche Ausdruck ist und der Eindruck sehr trügerisch sein kann)

Der Karneval ist in Rio nun voll im Gange. In der Stadt herrschte schon in der Vorbereitungszeit eine aufgeheizte Ausgelassenheit, die es wohl nur hier gibt und der man sich auch nicht entziehen kann…

Wieder in good old cold Germany angelangt, muss ich mich erst wieder an dicke Socken, Mütze, Schal und warme Handschuhe gewöhnen. Ist ja klar, dass bei uns unter diesen Wetterbedingungen und mit dieser Outfitgrundlage nie der Samba erfunden werden konnte.

Feiert schön und habt Spaß. Bei uns sagt man “Narri Narro”!!!

Pimk your Blackforest

Freitag, Januar 15th, 2010

Ich hoffe ihr seid alle gut, gesund und glücklich in das Neue Jahr gerutscht und habt euch schon an die Jahreszahl 2010 gewöhnt.

Zum Ende des Jahres mussten noch einige Projekte fertig werden, unter anderem ein Aufenthaltsraum für das Studentenwerk in Freiburg. Vielleicht erinnert ihr euch? Ich hatte schon in einem Bautagebuch-Eintrag aus dem letzten Jahr von einem Kunstwettbewerb berichtet, bei dem skurrile Dekorationsobjekte gesucht wurden. Der Wettberwerb läuft noch, aber der Umbau der Raums wurde - wie heiß ersehnt - zu Weihnachten fertiggestellt.

Da es sich um ein Low Budget-Projekt handelt und der Raum vorher ziemlich nüchtern und kalt wirkte, hatte ich die Idee, hier etwas Schwarzwaldambiente zu zaubern. Lustig und preisgünstig. Und natürlich mit allen Klischees, die mit “Schwarzwald” verbunden sind.

Hier seht ihr den Raum vorher und nachher:

Der Bodenbelag wurde erneuert in frischem Maigrün, die Wände erhielten einen warmen Anstrich, eine Fototapete ziert eine große Wand und sorgt für nature feelings. Ein Holzpodest mit Kissen und Leselicht soll zum Chillen einladen.

Dieser Raum ist eigentlich ein Durchgangzimme. Damit man sich besser orientieren kann, haben wir auf einem Wanderwegweiser die Richtungen zu den einzelnen Abteilungen angegeben.

Ach ja, da war noch die Sache mit dem unschönen Getränkeautomaten, dem Leergut, einer mächtigen Türe…das haben wir so gelöst:

Damit der Besucher auch richtig auf Wald eingestimmt wird, darf natürlich ein Vogelzwitscher per Bewegungsmelder nicht fehlen :-)

Das Jahr hat bei uns arbeitsreich begonnen. Vielen lieben Dank an dieser Stelle auch an Jessica, meiner Praktikantin, die sich richtig ins Zeug gelegt hat. Hier übt sie sich gerade im freien Zeichnen und im Umgang mit Pablo (Oder Pablo mit Jessica, wer weiß das schon so genau…). Es gab jedoch nicht nur Fun, sondern es wurde auch anspruchsvoll gearbeitet und wir zeichneten Entwürfe und Pläne für ein Hotel Ressort in Marrakech. Jessika, das hast du klasse gemacht! Bravo!!!

Jetzt wäre ich natürlich auch viel lieber in Marrakech, anstatt dem Schnee zuzuhören, welcher sich in Form von Minilawinen von meinem Dach verabschiedet. Aber was soll ich sagen?: “Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder, keine Frage!”

Bautagebuch - Ferienwohnung Freiburg

Montag, Dezember 14th, 2009

Eigentlich sollte diese Wohnung mit Blick über die Dächer der Stadt von Freiburg nur eine standard-sanierte Musterwohnung geben. Dann gefiel die Wohnung aber allen Besuchern auf Anhieb so gut, dass der Bauherr nun auf mehrfache Anregung eine Ferienwohnung daraus machte.

Der Eingangsbereich soll Lust auf Freiburg machen, daher haben wir das Grün des Schwarzwalds an die Wände gebracht. Fotos aus der Region sollen auf erholsame Tage einstimmen, ein Stadtplan auf einem Tisch sorgt für schnelle Orientierung.

Die Wohnung befindet sich in einem denkmalgeschützen Haus,  wurde bis auf die Grundmauern entkernt und komplett neu saniert. Auf der Baustelle sah es wirklich sehr abenteuerlich aus. Hier Impressionen während der Umbauphase:

Ein verwinkeltes Zimmer wurde zu einem großzügigen Badezimmer mit Blick auf das Freiburger Münster umgebaut. Schöne Ein- und Aussichten :-)

Die Küche wurde zum Wohnzimmer mit einem Durchbruch geöffnet. Ein schöner Platz um ein kleines Frühstück einzunehmen. Während der Bauphase:

…und jetzt

Für gemütliche Abende sorgt dieses Wohn-Esszimmer. Mittlerweile ist die Baugenehmigung eingetroffen und wir freuen uns schon auf den nachträglichen Anbau einer großzügigen Terrasse. Durch Flügeltüren vom Wohn- und Schlafzimmer gelangt man künftig auf einen ruhigen Freisitz mit herrlichem Blick über die grünen Hinterhöfe Freiburgs.

Natürlich möchte ich euch die Schlafstätte nicht vorenthalten…

Diese wunderschönen Stimmungsbilder hat übrigens der Fotograf Roland Krieg gemacht. www.krieg-fotodesign.de

Das Jahr neigt sich zu Ende und genau vor einem Jahr im Dezember 2008 habe ich angefangen diesen Blog zu schreiben. Viele haben mich damals für verrückt erklärt :-) Es ist so viel passiert auf dieser Plattform, ich habe so viele Zuschriften bekommen, so viel Lob, ein reger Austausch entstand, es kamen Aufträge zustande und sogar einige wirklich schöne Bekanntschaften habe ich dadurch gewonnen. In über 18 Ländern dieser Welt verfolgen Menschen regelmäßig meine Einträge und alleine in Deutschland habe ich regelmäßig Besucher aus über 171 Städten zu verzeichnen, Tendenz steigend. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank für euren Zuspruch und euer Interesse. Ich freue mich weiterhin meine Inspirationen mit euch zu teilen zu dürfen. Ich wünsche euch eine genussvolle vorweihnachtliche Zeit, bis bald, eure Ines

Bautagebuch - Umbau Feldbergstube - Hotel “Die Halde”

Freitag, November 20th, 2009

Heute möchte ich vom Umbau eines Frühstückraums berichten. Das Hotel “Die Halde” liegt herrlich ganz hoch oben bei uns im schönen Schwarzwald. Im Tal mag zwar noch die Sonne scheinen, aber in den Bergen hat tatsächlich schon der Winter eingesetzt…

Seit zwei Jahren liegt mein Konzept für einen Umbau vor. Wir haben deshalb so lange auf die Umsetzung gewartet, weil das Hotel eine unglaubliche Auslastung hat und es nie einen günstigen  Zeitpunkt für die Arbeiten gab.

Dieses Jahr musste es dann aber doch sein, und zum Jahresende wurde mit Hochdruck alles fertiggestellt.

So sah der Frühstücksraum vorher aus:

Während des Umbaus:

Und so sieht es jetzt aus:

Die Sitzplätze wurden optimiert, die Böden geschliffen und dunkler gebeizt, ein Podest eingebaut (damit der Saalcharakter entfiel). Eine Steinwand sorgt für mehr Gemütlichkeit, das Ambiente wurde mit Stoffen, Farbe, Licht und Mobiliar das Ambiente grundlegend verändert.

Die Präsentation der Speisen wurde durch neue Möbel und Einbaulösungen nicht nur optisch verbessert, sondern auch praktikabler gestaltet. Die Farbe Rot passt sehr gut zu diesem traditionellen Haus und den Räumen, die Wärme ausstrahlen und ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln sollen; deshalb haben wir daran bewusst nicht gespart.

Der Kunde legt größten Wert auf beste Qualität und Verarbeitung, aber auch Natürlichkeit. Der Teppichboden ist aus reiner Schafwolle mit Biozertifizierung, die Tische aus regionalen massiven Hölzern, die Möbel aus Altholz von hiesigen Schreinern maßgefertigt. Es wurden ausschließlich handgewebte Hirtenstoffe eingesetzt und das Angebot des ganzen Hauses wird peinlich genau auf Herkunft und Nachhaltigkeit geprüft.

Und falls ihr jetzt Lust bekommen habt, selbst einen kleinen Abstecher hierher zu machen, dann kann ich euch das Hotel nur wärmstens empfehlen. Es gehört nicht umsonst zu einem der besten Häuser in unserer Region: www.halde.com

Heute hat Charlotte ihren letzten Tag…

Freitag, November 6th, 2009

15 Jahre jung, in der 10. Klasse des Gymnasiums, hat sich Charlotte bei mir um ein zweiwöchiges Praktikum beworben, da sie später Architekur studieren möchte. Charlotte wurde von mir ins kalte Wasser geworfen und musste sich in vielen Disziplinen beweisen…

… z. B. in Entwurf, Konzept und Design. Es ist ein sehr schöner Werdegang zu erkennen, angefangen von den ersten Scribbles bis zur fertigen Kollage. Wirklich erstaunlich, welche Fortschritte Charlotte in nur 14 Tagen gemacht hat. Hier seht ihr die fertige Collage und darunter die ersten Entwürfe:

Aber natürlich gab es auch jede Menge andere Dinge zu tun: beispielsweise Mithelfen beim Einrichten einer Ferienwohnung, viel administrative Arbeit in Word und Excel und nicht zu vergessen das gute alte Schönschreiben von Hand.

Nach nun zwei Wochen intensiver Zusammenarbeit haben wir uns schon so richtig an Charlotte gewöhnt – nicht nur ich, sondern auch meine Hunde Pablo und Mimi.

Liebe Charlotte, viele Dank für deinen tollen Einsatz. Wir wünschen dir viel Erfolg für die Zukunft!

Und wir werden dich vermissen…

1. FAZ Lounge in Freiburg - letzte Woche war Eröffnung

Montag, November 2nd, 2009

VORHER

NACHHER

Ziel war es, aus einem in die Jahre gekommenen Café auf dem Unicampus einen Ort für Lesekultur zu machen und ein helleres, freundlicheres und moderneres Ambiente zu gestalten. Auch die Akustik sollte verbessert werden.

Es gab allerdings Elemente, die nicht verändert werden durften: der Boden, die Theke und die Untergestelle der Tische. Also galt es aus der Not eine Tugend zu machen und die Substanz durch übergreifend geschwungene Formen und Farben aufzubrechen.

Es wurden außerdem Akustikdecken-und wände eingebaut, eine neue Lichtsituation geschaffen, ein Internet-Terminal mit Zugriff auf das FAZ-Archiv installiert und das Kaffee-Angebot durch den regionalen Kaffeeröster “Tee Peter” erweitert.

Die fuchsiafarbene Rückwand besteht aus Akustikelementen namens “Flo” aus der Hand des Produktdesigners Karim Rashid, der für mich einer der wirklich großen Designer ist. Ich habe ihn schon persönlich kennen lernen dürfen und ich wünsche mir seitdem noch mehr, möglichst viele Produkte von ihm für meine Projekte verwenden zu können. Er ist einfach sehr innovativ und richtig schön verrückt. Mehr Infos zu Karim Rashid unter:  www.karimrashid.com

Bei den Sitzbänken haben wir die Wellenlinien der Wand aufgenommen. Was ganz praktisch ist, denn darunter befindet sich die Heizung und die warme Luft kann dadurch gut zirkulieren. Natürlich durfte ein Polster im Rücken nicht fehlen, damit es schön bequem beim Sitzen, Kaffee schlürfen und Zeitung lesen ist.

Und dann hatten wir noch einen nicht besonders attraktiven Elektroschrank, den wir unsichtbar machen wollten. Michael Bögle, eine regionale Größe in Sachen Kunst und Illustration, hat uns hierfür eigens ein Bild gezeichnet, das per Digitaldruck aufkaschiert wurde. Es soll das Innere einer Kaffeemaschine darstellen. Wie ich finde sehr erfrischend und sehr gelungen. Mehr Infos unter www.boegle.de

Dies ist die erste FAZ-Lounge in Freiburg gewesen, weitere werden in anderen Unistädten Deutschlands folgen.

Falls ihr noch mehr Bilder von der Bauphase und danach sehen wollt:

faz-lounge-vorher-nachher-bilder

Es gab aber nicht nur positive Stimmen zum Konzept einer FAZ-Lounge auf dem Unigelände. Hier ein Link zu einer Radiosendung:

http://www.echo-fm.uni-freiburg.de/archiv/mp3/FAZ192.mp3/archive_view

Mir hat es jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, ein kleines Stückchen für eine bessere Lesekultur beizutragen :-)

Rio de Janeiro

Donnerstag, Juli 9th, 2009

Hallo meine Lieben! Der letzte Blogeintrag ist lange her, aber es ist auch allerhand passiert. Zuerst war ich im Urlaub auf Mallorca und danach geschäftlich in Rio. Hier ein paar Impressionen:

Ein Kunde von mir hat direkt am Strand der Copacabana in 1a-Lage das Dach eines Hochhauses gekauft und ich gestalte das Umbaukonzept von einigen Penthäusern, die hier bis Ende des Jahres entstehen werden. Die Tage in Rio waren sehr arbeitsreich, aber auch sehr spannend. Mit Thorsten Nolte arquitetos.arq.br, dem Architekten vor Ort, habe ich die ganzen Entwürfe und Pläne besprochen, Materialien ausgesucht und gegrübelt, wie alles optimal im Detail um- und ausgebaut werden kann. Hier bei der Arbeit in lockerer Atmosphäre:

An einem Sonntag war ich im Stadtviertel Santa Teresa unterwegs. Dort leben alle Künstler und Freaks. An diesem Wochenende gab es einen Tag der offenen Tür und die zahlreichen Ateliers waren geöffnet, meist sogar in den Priatwohnungen und Privathäusern. Die richtige musikalische und kulinarische Untermalung hat natürlich nicht gefehlt. Das war sehr eindrucksvoll und man konnte in Rio die Menschen und die Lebensfreude hautnah erleben.

Bei all den schönen und reizvollen Seiten Rios gibt es natürlich auch viele Missstände und Armut. Auf die Frage, ob es in Brasilien auch die Wirtschaftkrise gibt, folgt die Antwort der Einheimischen: “Wir haben so viele Krisen im Land, dass es auf eine mehr oder weniger auch nicht ankommt.” Hier eine große Installation aus Keramikfliesen an einer Fassade zum Thema Menschenrechte an der Copacabana.

Nach den vielen Stunden der Heimreise bin ich nun aber auch wieder glücklich zu Hause zu sein, denn da ist es ja bekanntlich am schönsten :-)

Bautagebuch fürs Hotel “Die Halde”

Samstag, Juni 13th, 2009

Natur pur, ein paradiesischer Ort hoch auf dem Schauinsland und eines der erfolgreichsten Hotels des Schwarzwalds – das ist das Hotel “Die Halde”. Die sympathische Familie Hegar betreue ich mit großer Freude schon seit einigen Jahren in Sachen Innenarchitektur, In- sowie Exterieur.

Mein erster Auftrag war die Gestaltung der Mitarbeiterräume, gefolgt vom Umbau des Weinkellers, des Frühstückraums, der Umbau der Privatwohnung der Familie sowie die Erweiterung des Wellness- und Spa Bereichs letztes Jahr mit über drei Millionen Euro.

Seit 2 Jahren liegen die Pläne des Re-Designs der Hotelzimmer in der Schublade, aber da das Hotel nahezu immer ausgebucht ist, mussten die Umbaumaßnahmen bis dieses Jahr warten. Neue Böden, neue Gardinen, neue Bettrückwandlösungen, neue Kunst, neue Accessoires.

Wer braucht schon Design für Kinder?

Mittwoch, April 22nd, 2009

Zugegeben – die Mütter,  die ich kenne, geben keinen Pfifferling auf Design für Kinder. Die Klamotten stammen meist von Freunden, Flohmärkten, H&M und die Kinderzimmer sind mit dem eingerichtet, was gerade so aufgetrieben werden konnte und einigermaßen nett aussieht. Dennoch steckt hinter kindgerechtem Design eine riesige Industrie und jährlich schießen neue Produktinnovationen, Messen, Fachbücher und Spezialzeitschriften wie Pilze aus dem Boden.

Letztes Jahr habe ich für die Mensa 2 in Freiburg ein Konzept für einen Mutter-Kind-Bereich erstellt: das “Mensalinos”. Immerhin sind sieben Prozent der Studentinnen junge Mütter. Es hat mir großen Spaß bereitet, ein spielerisches Konzept zu erstellen und baulich umzusetzen. Seitdem sammle ich interessante Infos rund ums Thema Kinderdesign. In diesem Zusammenhang möchte ich euch ein neu erstandenes Buch vorstellen. Es hat den Titel “Play all day”

Das Buch hält, was es verspricht, und es sind wirklich sehr viele inspirierende Projekte vorgestellt unter den Kategorien: THE BEST DESIGN PRODUCTS, TOYS, FURNITURE, INTERIORS, PLAYGROUNDS, ARCHITECTURE AND PLAYFUL WAYS OF PLAYING AND DESIGNING FOR CHILDREN.

Eine weitere kreative Design-Fundgrube der Kinder-Avantgarde bedient die Zeitschrift “Milk” aus Frankreich. Eine Stadt wie Paris und die entsprechende Bussi-Bussi-Gesellschaft spiegelt eindeutig die Zielgruppe dieses Blattes wider. Da viele große Designer Kinderkollektionen erstellen, sind dies die idealen und potenten Anzeigenkunden, um so eine Zeitschrift zu finanzieren und am Leben zu erhalten. Nicht zuletzt auch von ein paar verrückten Fans, wie ich es bin, die das MILK abonniert haben und sich wie ein kleines Kind freuen, wenn eine neue Ausgabe im Briefkasten steckt:-)

Wer ein bisschen auf deren HP stöbern möchte: www.milkmagazin.net

Es ist wieder soweit! Der Salone Internazionale del Mobile in Mailand öffnet vom 22. bis 27. April 2009 zum 48. Mal seine Tore und das Designvolk strömt in die norditalienische Stadt. Und wie immer wird sich die Frage stellen: Wer hat die schönsten Neuigkeiten zu bieten? Hier in Form eines Minivideos mein Favorit:

Villa Julia

Villa Julia von Javier Mariscal für die Firma Magis. Ein Kinderhaus aus Pappe… schnell aufbauen..schnell anmalen, fertig. Finde ich cool!